Bad Homburger Stadtarchiv legt neuen Band vor

Das Stadtarchiv Bad Homburg legt einen neuen Band in der Reihe "Aus dem Stadtarchiv" vor. Das Buch wird am Freitag, 25. Februar 2011, 19 Uhr, im Stadtarchiv, Gotisches Haus, Tannenwaldweg 102, vorgestellt. Der Band enthält vier Vorträge zur Bad Homburger Geschichte, die in den Jahren 2008 und 2009 gehalten worden sind. Die Autoren werden anwesend sein.

Holger Th. Gräf ist mit seinem Text über Landgraf Friedrich II. (1633-1708), den "Prinzen von Homburg" vertreten. Christian Ottersbach schreibt über "Die Friedrichsburg in Homburg – Denkmal eines ruhmbedeckten Feldherrn und politisches Statement". Johannes Latsch widmet sich unter dem Titel "Schlimmer als Sibirien" dem Aufenthalt des spielenden Schriftstellers Dostojewskij in Homburg 1867. Gerta Walsh geht in einem Beitrag zur Varusschlacht auf den Landgrafen Friedrich V. und das Hermannsdenkmal ein.

Das 112-seitige Buch wird ab 26. Februar im Stadtarchiv und im Buchhandel für 10 Euro verkauft.

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Homburg v.d.Höhe
Leiterin: Frau Dr. Astrid Krüger
Tannenwaldweg 102
61350 Bad Homburg v.d.Höhe
Telefon: (06172) 37882
Telefax: (06172) 935801
stadtarchiv@bad-homburg.de

Quelle: Magistrat der Stadt Bad Homburg v.d.Höhe, Pressemeldung, 15.2.2011

Ein Jahrzehnt Stadtarchiv Neu-Isenburg

Am 23. Februar 2001 wurde das Stadtarchiv Neu-Isenburg in der Beethovenstraße 55 eröffnet. Hier können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Geschichte der Stadt, des Kreises Offenbach, des Landes Hessen und der Hugenotten informieren. Das Stadtarchiv bietet die Möglichkeit Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit zu verbinden, was heute in der Zukunft liegt, ist morgen Gegenwart und übermorgen Vergangenheit und damit „potentielles Archivgut“.

Das Neu-Isenburger Stadtarchiv will u. a. zeigen, dass es sich bei „Archivgut“ nicht nur um „staubige Dokumente der Vergangenheit“ handelt, sondern dass Interessierte spannende Zeitdokumente finden können. Außerdem versteht sich das Archiv als Gedächtnis der Stadt und trägt zur Erinnerungskultur bei. Das Team des Stadtarchivs unterstützt bei Recherchen, beispielsweise bei wissenschaftlichen Arbeiten (Doktor- bzw. Diplomarbeiten) Dokumentationen oder der Ahnenforschung.

Im Stadtarchiv können Interessierte u. a. Einblick in historische und aktuelle Photos, Publikationen zu verschiedensten Themenbereichen sowie in über 100 Jahrgänge des Neu-Isenburger Anzeigeblatts nehmen. Bei intensiven Nachforschungen, werden alle für eine erfolgreiche Recherche relevanten Informationen von den Mitarbeiterinnen und Mitabeitern des Stadtarchivs gesammelt. Die Archivarin Claudia Lack recherchiert daraufhin ggf. im nichtöffentlichen Archiv und gibt – sobald Ergebnisse vorliegen – diese an die Bürgerinnen und Bürger weiter. In diesem Fall ist mit einer Bearbeitungszeit von einigen Tagen zu rechnen. Sollten im Archiv keine Unterlagen vorhanden sein, bitten wir ggf. auch andere Archive oder auch Zeitzeugen um Mitarbeit oder recherchieren im Internet. Des Weiteren finden im Stadtarchiv Ausstellungen zu historischen und auch aktuellen Themen statt.

Das Team des Stadtarchivs besteht aus vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, dazu gehören Heidelore Kretschmann (Schwerpunkt Ausstellungsvorbereitung und Zusammenstellung), Renate Koenen (Schwerpunkt Presseausschnitte und Reihe „Gefunden im Stadtarchiv), Christel Passinger (Schwerpunkte Bestandsbibliothek und Gravenbruch) und Birgit Schäfer (Schwerpunkte Fotoarchiv und Gaststätten) sowie der Stadtarchivarin und Leiterin des Stadtarchivs Claudia R. Lack, (Recherche, Mitarbeit bei Publikationen, Koordination, Ausstellungsorganisation, Archivierung, Verwaltungsarchiv).

In den 10 Jahren des Bestehens konnten mehr als 2.500 Besucherinnen und Besucher begrüßt werden. Allein im Jahr 2010 wurden nahezu 200 umfangreiche Rechercheanfragen bearbeitet. Mittlerweile erhält das Stadtarchiv vermehrt Schenkungen von Isenburgerinnen und Isenburgern oder auch von Menschen, die früher mal in Neu-Isenburg gelebt haben und nicht möchten, dass nach ihrem Ableben ihre gesammelten Erinnerungsstücke verloren gehen.

Aktuelles Projekt des Stadtarchiv zusammen mit dem Frauenbüro der Stadt Neu-Isenburg ist die Ende 2010 eingeführte Kooperationsreihe „So leb`ich, so bin ich. Neu-Isenburgerinnen erzählen“. Die nächste Veranstaltung findet am 22. März um 15.00 Uhr im Gemeindehaus der ev.-ref. Gemeinde am Marktplatz, statt. Als Gast begrüßen die Frauenbeauftragte und die Stadtarchivarin die Neu-Isenburger Finnin Saara Thielsch.

Das zehnjährige Bestehen des Stadtarchivs Neu-Isenburg wird am 22. Februar 2011, um 17.00 Uhr, gefeiert. Neben einer Retrospektive, in der die Ausstellungen der letzten zehn Jahre noch einmal präsentiert werden, kommt auch das Team des Stadtarchivs zu Wort und erzählt, wie sich das Miteinander entwickelt hat. Musikalisch umrahmt wird die Feierlichkeit mit Klängen des Gitarristen Angelo Vella.

Kontakt:
Stadtarchiv Neu-Isenburg
Beethovenstraße 55
63263 Neu-Isenburg
Telefon:06102 – 249911
Telefon:06102 – 241-456
claudia.lack@stadt-neu-isenburg.de

Quelle: Stadt Neu-Isenburg, Pressemitteilung, 9.2.2011

Archivalien hinter Gefängnismauern im Landkreis Dahme-Spreewald

Nach Straftätern stellt die ehemalige Justizvollzugsanstalt in Luckau nun Akten und Cartoons sicher. Eines der ältesten Gefängnisse Deutschlands wurde aufwendig und einfallsreich zum Kreisarchiv des Landkreises Dahme-Spreewald umgebaut. – Mit der symbolischen Schlüsselübergabe am 4. Februar 2011 von Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann an Landrat Stephan Loge wurde das altehrwürdige Haus seinen neuen Nutzern übergeben.

Bis Mai 2005 war die Justizvollzugsanstalt Luckau in dem um 1880 erbauten Hafthaus untergebracht. Danach drohte dem Gebäude in bester Stadtlage der Verfall. Die Stadt Luckau suchte nach einer geeigneten Nutzung. Zeitgleich brauchte der Landkreis Dahme-Spreewald eine neue Unterkunft für das Verwaltungsarchiv, da die Platzreserven an den bisherigen im Kreis verteilten vier Standorten des Kreisarchivs ausgeschöpft waren.

Auf Initiative der Stadt Luckau entstand die Idee, das denkmalgeschützte Gefängnis mit seinen strengen Zellenstrukturen zu einem Kreisarchiv umzubauen. Landrat Loge freut sich über die gelungene Lösung: „Die Umnutzung des Hafthauses zu einem Kreisarchiv mit Kapazitäten für die nächsten 30 Jahre ist eine bemerkenswerte Leistung der Planer, Architekten und des Denkmalschutzes. Die Besonderheit besteht in der Verbindung zwischen Historie und moderner Nutzung.“

Auch Bürgermeister Gerald Lehmann ist zufrieden: „Unsere einstige Sorge, der leer stehende Gefängnisstandort würde eine brache Stelle inmitten von Luckau werden, wandelte sich schließlich in eine kulturhistorische Einmaligkeit. Mit der Neueröffnung der „Kulturkirche“ vor drei Jahren und dem jetzt restaurierten Hafthaus 1 ist unsere Stadt um zwei Attraktionen reicher geworden.“ Die Umbauarbeiten vom Gefängnis zum Kreisarchiv dauerten zwei Jahre und kosteten ca. 3 Millionen Euro, davon stammen rund 2 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz“ vom Infrastrukturministerium. Den Rest der Summe hat die Stadt Luckau und der Landkreis finanziert.

Die ausführende Firma „Bauplanung Bautzen GmbH“ hat bei der Rekonstruktion des Gebäudes sowohl die archiv- als auch die denkmalgerechte Perspektive berücksichtigt. Beim Umbau wurde das Gebäude in zwei Hälften geteilt. Im öffentlichen Bereich erinnern das für Gefängnisbauten typische Atrium, Holztüren, Mittelgänge sowie eine originale „Schauzelle“ an die einstige Verwahrung von Häftlingen. Die andere Hälfte des Gebäudes wurde dagegen vollständig entkernt, so dass nur die äußere Hülle stehen blieb. Innerhalb der Mauern wurde eine Art Arche aus einem Stahlverbundbau hineingesetzt.
Hier können auf fünf Etagen je 140 m² große Magazine mit insgesamt 5.800 lfm. Akten sicher verwahrt werden.

Archivleiter Thomas Mietk freut sich über die Entscheidung des Landkreises, in den Bau des Kreisarchivs zu investieren: „Unser Archiv ist sehr modern ausgestattet und bietet genügend Platz und optimale raumklimatische Bedingungen, um das ‚regionale Gedächtnis der Verwaltung’ aufzubewahren.“ Da hier das Archivgut für die nächsten 30 Jahre lagern kann, entstand die Idee, noch nicht benötigte Räume für öffentliche kulturelle Zwecke zu nutzen. So ist zum Beispiel im Erdgeschossmagazin die Cartoonlobby Königs Wusterhausen eingezogen. Hier hat die Sammlung „Museum für Humor und Satire“ ihr vorläufiges zu Hause gefunden.

Kontakt:
Landkreis Dahme-Spreewald
Kreisarchiv
Nonnengasse 3
15926 Luckau (N/L)
Telefon: 03544-557379-0
Archiv@dahme-spreewald.de

Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald, Aktuelles 2011 / 0047, 8.2.2011

Nidwaldner Erschließungsschwerpunkte bis 2015 vorgestellt

Im Frühling 2010 hat das Staatsarchiv Nidwalden ein langfristiges Projekt zur Verbesserung der Suchmöglichkeiten im Archivverzeichnis in Angriff genommen. Nun sind erste Resultate sichtbar. Gleichzeitig sind die Erschließungsschwerpunkte für die nächsten fünf Jahre festgelegt worden.

Im Zentrum der Archivarbeit steht das Archivverzeichnis. In diesem elektronischen Verzeichnis (http://nidwalden.cmistar.cmiag.ch) werden alle aufbewahrten Dokumente mit den wichtigsten Informationen versehen, damit sie in den kilometerlangen Archivregalen wieder auffindbar sind. Auch Besucherinnen und Besucher können sich mithilfe des online zugänglichen Archivverzeichnisses einen Überblick über die Dokumente verschaffen, die im Staatsarchiv aufbewahrt sind, und selbst nach Quellen recherchieren. Neben den Akten aus der kantonalen Verwaltung sind im Verzeichnis verschiedene Privatarchive, Nachlässe und Sammlungen (Karten, Zeitungen, Fotografien usw.) aufgelistet.

Das Archivverzeichnis wird nun in einem mehrjährigen Projekt, das bis 2015 läuft, vereinfacht. Ziel ist es, das Verzeichnis benutzerfreundlicher und übersichtlicher zu gestalten. Damit einher geht eine beträchtliche Reduktion des Suchaufwandes, von der sowohl Benutzerinnen und Benutzer als auch Mitarbeitende des Staatsarchivs profitieren werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Neue Einträge werden konsequent nach den gängigen und anerkannten Archivstandards angelegt.
  • In den nächsten fünf Jahren werden alle Privatarchive in einer neuen Abteilung zusammengefasst. Die ersten Privatarchive sind heute bereits integriert.
  • Auch die archivischen Sammlungen werden bis 2015 in einer eigenen Abteilung zusammengefasst. Auch hier sind die ersten Ergebnisse bereits sichtbar.

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Abb.: Grafische Darstellung der Archivstruktur (Grafik: Kanton Nidwalden)

Erschließungsschwerpunkte 2011 bis 2015
Das Staatsarchiv ist das historische «Gedächtnis» des Kantons Nidwalden. Die Überlieferung reicht bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück, und in den aufbewahrten Dokumenten spiegelt sich das Leben der Nidwaldnerinnen und Nidwaldner. Wie in jedem Staatsarchiv stehen die Dokumente der kantonalen Behörden und der Verwaltung im Zentrum. Sie dokumentieren die Arbeit der kantonalen Verwaltung und sind die Kernbestände des Staatsarchivs.

Deshalb ist es zentral, dass diese Bestände genügend erschlossen und recherchierbar sind. Die Bestände der kantonalen Verwaltung bilden deshalb den Schwerpunkt der Erschließungsarbeit bis 2015. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen die Rückstände in der Erschließung der modernen Verwaltungsdokumente aufgeholt sein. Ist dieses Ziel erreicht, können auch ältere Dokumente für die historische Forschung besser zugänglich gemacht werden.

Links:

Kontakt:
Staatsarchiv Nidwalden
Stansstaderstrasse 54
CH-6371 Stans
Telefon: 041 618 51 51
Telefax: 041 618 51 55
staatsarchiv@nw.ch
www.staatsarchiv.nw.ch

Quelle: Kanton Nidwalden, Pressemitteilung, 21.12.2010

Neues Stadtarchiv in Waldkirch

Mehr als zehn Jahre hat es seit dem Beschluss gedauert, bis nun das neue, zentrale Stadtarchiv Waldkirch in den Räumen unterhalb der Schwarzenbergschule einen neuen Platz gefunden hat. Mehrere Wochen Umzug liegen hinter Stadtarchivar Gregor Swierczyna. Vieles ist bereits in den Regalen einsortiert, manche Kartons sind jedoch noch auszupacken.

Das Stadtarchiv, das als Gedächtnis einer Stadt gilt, platzte aus allen Nähten. Im Rathaus, anderen Räumen und in den Ortsteilen lagerten die Archivalien, teilweise nicht im besten Zustand. So fasste 1999 der Gemeinderat nach verschiedenen Planvarianten den Beschluss, nach modernsten Gesichtspunkten ein neues Zentralarchiv im Keller der Schwarzenbergschule zu planen. Als zum 1.8.2008 Stadtarchivar Gregor Swierczyna seinen Dienst antrat und der Gemeinderat die Mittel in den Haushalt einstellte, begannen die Vorbereitungen für die Verlagerung und Umzug.

Generalstabsmäßig wurde in den letzten Wochen und Monaten alles vorbereitet. Die Archivalien wurden verpackt, in Lastwagen verstaut, mit Hilfe der Wabe erfolgte der Transport und Umzug, der sich über fünf Wochen hinzog. Eine Menge Kartons stapelten sich, ehe sie nach und nach in den Regalen verschwanden. Übernommen hat Swierczyna auch die Archive der Ortsteile Kollnau und Buchholz. Die Übernahme von Siensbach und Suggental muss noch geklärt werden.

Manche Archivalien warten zwar noch auf das Einsortieren, dennoch ist das neue Stadtarchiv zum großen Teil schon nutzbar. Und so zeigt sich der der "Herr der Akten" begeistert und hat schon die ersten interessierten Gruppen durch sein neues Reich geführt, wie etwa die Vertreter der Waldkircher Orgelwelt, die in den Genuss der ersten Führung im neuen Zentralarchiv kamen. Da der Archiv seine Tätigkeit auch als Dienstleistung sieht, und das Archiv auch durch die Bevölkerung genutzt werden kann, wird im Spätjahr ein Tag der offenen Tür angeboten. Bis auf Weiteres ist Stadtarchivar Gregor Swierczyna noch im Rathaus, Marktplatz 1-5 zu finden (Tel. 07681/404-144). Im Laufe des Jahres wird auch er „seinen“ Akten folgen.

Kontakt:
Stadtarchiv Waldkirch
Gregor Swierczyna
Marktplatz 1 – 5
D-79183 Waldkirch
Tel. 07681 / 404 -144
Fax 07681 / 404 -179
swierczyna@stadt-waldkirch.de

Quelle: Stadt Waldkirch, Pressemitteilung, 9.2.2011; Badische Zeitung, 10.2.2011

Junge Häuserforscher in Münster

Das Bild einer Stadt kann sich in kurzer Zeit verändern. Bilder und Eindrücke, die für die Einwohner Jahrzehnte oder länger gleich blieben, wandeln sich etwa durch Bauprojekte vergleichsweise schnell und geben ihrer Stadt ein neues Bild. "Hier stand mal eine Tankstelle?" So wunderten sich denn auch die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe der Erich-Klausener-Realschule (Münster), die am Projekt des Stadtarchivs Münster "Archiv und Jugend" teilgenommen haben.

Die Schüler konnten zu Beginn ihrer Arbeit kaum glauben, was sie in den Akten des Stadtarchivs lasen. An der Weseler Straße 48, dort wo heute eine geschlossene Häuserfront zu sehen ist, hat es nicht nur eine Gaststätte, sondern auch eine Shell-Tankstelle gegeben, die der Familie Lühn gehörte. Zum Abschluss ihrer Forschungen trugen die Schüler die Ergebnisse zu einer Ausstellung zusammen. Sie schrieben Texte, wählten Bilder aus und suchten nach passenden Passagen aus ihren Interviews. Diese Ausstellung ist jetzt bis zum 18. April 2011 im Foyer der Erich-Klausener-Realschule, Bismarckallee 55, zu sehen.

Zwölf Schülerinnen und Schüler der Schule untersuchten ein Jahr lang die Geschichte einzelner Häuser an der Weseler Straße. Die Wahl fiel auf die Weseler Straße 6 (heute Gaststätte Kranefeld), Weseler Straße 19/21 (heute Anker-Apotheke), Weseler Straße 48 (heute Firma Bense, lange Jahre Gaststätte Lühn), Weseler Straße 69 (heute ein großer Gebäudekomplex mit vielen Büros) und – in der Verlängerung der Weseler Straße – die Gaststätte Kruse Baimken, Am Stadtgraben 54.

Die Schüler fotografierten ihre ausgewählten Gebäude und forschten anschließend viele Stunden im Stadtarchiv. Dort fanden sie die Namen der Bewohner der Häuser in Adressbüchern, lasen in alten Dokumenten und verglichen frühere Stadtpläne und Handzeichnungen von Bauexperten in den Liegenschaftsakten. Dafür mussten sie auch die alte deutsche Schrift lernen. Sogar mit den Häuserbuch-Experten der Stadt Münster, die die Häuser in der Altstadt erforscht haben, verabredeten sie sich.

Nachdem die jungen Spurensucher viele Informationen gesammelt hatten, nahmen sie mit den Eigentümern der erforschten Häuser Kontakt auf. Alle waren sofort zum Gespräch mit den Häuserforschern bereit. In der Schule erhielten die Nachwuchs-Forscher Unterstützung von ihren Lehrern Maria Horsch-Winkels und Carsten Nas. Im Stadtarchiv begleiteten Roswitha Link und Katja Angenent die Spurensuche der Jugendlichen. Das Stadtarchiv hatte 2009 mit diesem Projektvorschlag am Landeswettbewerb "Archiv und Jugend" teilgenommen. Das Projekt wurde ausgewählt und finanziell gefördert.

Kontakt:
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel. 02 51/4 92-47 01
Fax 02 51/4 92-77 27
archiv(at)stadt-muenster.de
www.muenster.de/stadt/archiv

Quelle: Stadt Münster, Pressemitteilung, 9.2.2011

Grundbuch- und Personenstandsarchiv Hessen eröffnet

Das Hessische Staatsarchiv Marburg hat im ehemaligen Standortverwaltungsgebäude der Bundeswehr in Neustadt eine neue Außenstelle bezogen, in der das Grundbuch- und das Personenstandsarchiv Hessen und die Restaurierungswerkstatt des Staatsarchivs untergebracht sind. „Neben der Rechtssicherung sowie der Bewahrung und Sicherung des kulturellen Erbes als zentraler Aufgabe der Staatsarchive dient der neue Standort mit einem eigens eingerichteten Lesesaal vor allem auch dem Forschungsinteresse der Öffentlichkeit“, sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung, bei der offiziellen Eröffnung. Das Land hat in den Umbau des aus den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts stammenden Gebäudes für Archivzwecke rund 1,8 Millionen Euro investiert. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie drei Auszubildende des Staatsarchivs haben hier ihren Arbeitsplatz.

Mit dem Grundbuch- und Personenstandsarchiv Hessen, dessen Magazinräume bereits mit rund 14 laufenden Regalkilometern Archivgut belegt sind, wurde eine zentrale Serviceeinrichtung für Publikum und Verwaltung geschaffen: Das Personenstandsarchiv übernimmt nach Ablauf bestimmter Fristen die Geburts-, Heirats- und Sterbezweitbücher aller hessischen Kreise und kreisfreien Städte, die seit 1874/76 geführt werden. Sie sind gefragte familiengeschichtliche Quellen der Forschung. „Hier kann künftig die Geschichte der Bevölkerung ganz Hessens erforscht werden“, sagte der Staatssekretär. Das Grundbucharchiv verwaltet die geschlossenen Grundakten und älteren Grundbücher aller hessischen Grundbuchämter. Es unterstützt Verwaltung und Justiz mit seiner Expertise und trägt dazu bei, dass diese Rechtsdokumente weiter zur allgemeinen Verfügung stehen.

Die Eröffnung des Archivstandorts Neustadt zeigt nach den Worten des Staatssekretärs auch, dass sich die drei hessischen Staatsarchive Darmstadt, Marburg und Wiesbaden auf die Zentralisierung wichtiger Aufgaben verständigt haben: „Mit dem Digitalen Archiv in Wiesbaden, der Archivberatungsstelle für die Kommunen in Darmstadt und dem Grundbuch- und Personenstandsarchiv am Standort in Neustadt dokumentieren sie einen bemerkenswerten Kooperationswillen“, sagte Jung.

Kontakt:
Grundbuch- und Personenstandsarchiv Hessen
Leipziger Straße 83
35279 Neustadt (Hessen)
www.staatsarchiv-marburg.hessen.de

Quelle: Land Hessen, Pressemitteilung, 7.2.2011

Bau des NRW-Landesarchivs in Frage gestellt

Der Neubau des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen im Innenhafen Duisburg wird von der rot-grünen Landesregierung offenbar wieder in Frage gestellt. Grund sei eine "Kostenexplosion" beim Ankauf und Bau des Gebäudes. Demnach könnten sich die Kosten für den Bau auf rund 141 Millionen Euro verdreifachen und die zukünftige Jahresmiete von vier auf rund sechs Millionen Euro steigen.

Die Juristen des zuständigen Kulturministeriums NRW seien beauftragt worden, die bislang eingegangenen Mietverpflichtungen des Landes zu überprüfen, bestätigte eine Sprecherin von Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) am der WAZ. Die juristischen Prüfungen würden noch einige Wochen in Anspruch nehmen, sagte Schäfer gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Wie das Land das Gebäude, das nach den bisherigen Plänen 2013 fertig gestellt sein soll, bei Ausstieg des Kulturministeriums anderweitig nutzen könnte, ist bisher unklar.

Link: http://www.archive.nrw.de/LandesarchivNRW/index.html

Quelle: Tobias Blasius, WAZ/Derwesten, 2.2.2011; Heinz Tutt, KSTA, 5.2.2011

Stasi-Unterlagen und Bundesarchiv

Der Journalist und ehemalige Bürgerrechtler Roland Jahn wird neuer Stasiunterlagen-Beauftragter: Der Bundestag wählte den 57-Jährigen zum Nachfolger von Behördenleiterin Marianne Birthler. In Jahn hat die Stasiunterlagen-Behörde möglicherweise ihren letzten Leiter gefunden. Mittelfristig könnte der MfS-Aktenbestandes in das Bundesarchiv überführt werden.

Klaus Schroeder, Wissenschaftlicher Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der FU Berlin, begrüßte die Entscheidung der Wahl von Roland Jahn und äußerte sich dazu im Deutschlandfunk (DLF):

DLF: 20 Jahre nach der deutschen Einheit, brauchen wir eigentlich die Stasi-Unterlagenbehörde wirklich noch?
Schroeder: Das kann man sagen, man kann es aber auch abstreiten. Was wir aber auf jeden Fall brauchen, ist der Zugang zu den Akten der Stasi. Die wären vielleicht aus meiner Sicht im Bundesarchiv besser aufbewahrt, weil sie dort professioneller bearbeitet werden können und einsehbarer sind auch für viele Wissenschaftler. Aber da die Bundesregierung sich entschieden hat, die Behörde weiterzuführen, denke ich, muss sie jetzt professioneller arbeiten, muss die Schwächen, die sie ohne Frage noch hat, ausbügeln, und da hat Jahn eine Menge Arbeit vor sich. Denn wir dürfen nicht vergessen, es ist ein riesiger bürokratischer Apparat mit fast 2000 Beschäftigten. Also da wird Jahn sehr viel Arbeit haben, weil er keine Verwaltungserfahrung hat, und so eine Behörde zu leiten, ist mehr als nur sozusagen sie repräsentativ zu vertreten.

DLF: Das Weiterbestehen dieser Behörde ist aus Ihrer Sicht eine politische Entscheidung und keine wissenschaftlich begründbare?
Schroeder: Nein, es ist eine politische Entscheidung gewesen. Viele Wissenschaftler – ich gehöre dazu – haben dafür plädiert, zumindest die Akten, das Archiv sozusagen ins Bundesarchiv zu überführen und die anderen Aufgaben der Behörde zu überprüfen, Ausstellungen, Weiterbildung und so weiter, ob das professionell betrieben wird, ob es eine Wirkung auch hat. Das ist bisher noch nicht evaluiert, also untersucht worden, welche Wirkungen das hat. Aber es gibt überhaupt keinen Zweifel: Die Akten müssen weiter offen bleiben, der Zugang muss gesichert sein, ob in der Behörde, oder im Bundesarchiv. Die Bundesregierung hat entschieden, die Behörde bleibt erst mal noch bestehen die nächsten Jahre, und so ist es eben.

Quelle: Deutschlandfunk, 28.1.2011: "Eine untadelige Persönlichkeit, ein unbeugsamer Demokrat". SED-Forscher Klaus Schroeder hält Roland Jahn für geeigneten Stasiunterlagen-Chef. Klaus Schroeder im Gespräch mit Gerd Breker.

Neuer Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde

Mit großer Mehrheit hat der Deutsche Bundestag Roland Jahn zum Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gewählt. Jahn ist Nachfolger von Marianne Birthler, die Mitte März 2011 turnusgemäß aus dem Amt scheidet. Der Deutsche Bundestag folgte mit der Wahl dem Vorschlag der Bundesregierung. Jahn wurde mit Unterstützung aller Fraktionen gewählt. Er erhielt 535 von 577 gültigen Stimmen.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte das Wahlergebnis eine "hervorragende Grundlage für die weitere Arbeit der Stasi-Unterlagenbehörde". Mit Roland Jahn sei es gelungen eine Persönlichkeit mit einer beeindruckenden Biographie für die Leitung der Behörde zu gewinnen, erklärte Neumann.

Oppositioneller und Bürgerrechtler
Roland Jahn, 1952 in Jena geboren, kennt das Unrechtssystem in der DDR aus eigener Erfahrung. Seine regimekritische Haltung führte schließlich zu seiner Verhaftung und Ausbürgerung aus der DDR. Jahn studierte in seiner Heimatstadt Jena Wirtschaftswissenschaften. Wegen seines Protestes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann wurde er 1977 exmatrikuliert. Danach arbeitete er als Transportarbeiter beim VEB Carl-Zeiss-Jena.

1981 war Jahn sechs Monate lang in Haft. Vorwand für die Festnahme war seine Unterstützung der polnischen Gewerkschaft Solidarność. 1983 gründete Jahn zusammen mit anderen Oppositionellen die "Friedensgemeinschaft Jena". Noch im selben Jahr wurde er ausgebürgert und gewaltsam in den Westen verbracht.

Engagiert für die Aufarbeitung der SED-Diktatur
Auch von dort aus unterstützte Jahn die DDR-Opposition. Als Journalist beim ARD-Magazin "Kontraste" des Senders Freies Berlin produzierte er zahlreiche Beiträge zu Opposition, Menschenrechtsverletzungen und Alltag im SED-Staat der 80er Jahre. Später widmete er sich immer wieder Themen der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Jahn ist seit 1996 im Beirat der Robert-Havemann-Gesellschaft und seit 1999 im Fachbeirat der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stiftung Berliner Mauer tätig.

Info:
Die Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) verwaltet und erforscht die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR. Dabei handelt es sich mit rund 111 km Akten, mehr als 1,4 Millionen Fotos sowie zahlreichen Videos und Tonbändern um einen der größten Archivbestände Deutschlands. Aufgabe der Behörde ist es, diese Unterlagen nach den Vorschriften des Stasi-Unterlagen-Gesetzes Privatpersonen, Institutionen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Nach wie vor ist das Interesse an Einsicht in die Stasi-Akten groß: 2010 wurden mehr als 87.000 Anträge gestellt. Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik wird für fünf Jahre gewählt und kann ein Mal wiedergewählt werden.

Link: Pressemitteilung der BStU

Kontakt:
Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU)
Zentralstelle Berlin
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin
Telefon: (030) 23 24 – 50
Fax: (030) 23 24 – 77 99
post@bstu.bund.de
www.bstu.de

Quelle: Bundesregierung, Pressemitteilung, 28.1.2011

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