Silberschild aus dem 18. Jahrhundert wieder entdeckt

Die St.-Sebastianus-Bruderschaft in Korschenbroich freut über einen überraschenden Fund. Die lang verschollene Silberplatte des damaligen Amtmanns von Millendonk, Rudolf von Märken aus dem Jahr 1734 ist wieder aufgetaucht. Karl-Heinz Lenders entdeckte das Königssilber nach einer Aufräumaktion seines Elternhauses in Trietenbroich. Vor dem Anriss des Hauses hatte der Schützenbruder die Schützensachen seines Vaters vorsichtig in Umzugskartons verstaut und bei sich auf dem Dachboden gelagert. Beim Aussortieren fiel ihm eine 226 Gramm schwere Silberplatte auf.

Das halbmondförmige, 27 Zentimeter breite und 14 Zentimeter hohe Schild aus dem 18. Jahrhundert galt lange Zeit als vermisst. Alle bisherigen Suchaktionen waren erfolglos. Selbst der Hinweis in der Festschrift von 2004 zum 500-jährigen Bestehen der Korschenbroicher Bruderschaft brachte das gute Stück nicht an Land.

Ralf Heinrichs, Sebastianer-Archivar, bezeichnet den Fund als „gigantisch“. Der Geschäftsführer des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften geht sogar noch einen Schritt weiter und vergleicht den Fund mit dem Bernsteinzimmer, das seit Ende des Zweiten Weltkrieges unauffindbar ist. „Für uns als Bruderschaft ist der Fund so bedeutend, als würde ich sagen können, das Bernsteinzimmer ist wieder da“, sagt er und denkt bereits an eine Ausstellung im Kulturbahnhof. Erste Kontakte zur Leiterin des Museums Nina Otten sind bereits hergestellt.

Die zumeist von den Königen gestifteten Silberschilde für das Königssilber und die Chargierten stellten in allen Zeiten den bruderschaftlichen Schatz dar. „Von dem vermissten Silberschild gab\’s bislang lediglich eine versilberte Kupferkopie, die sich im Besitz des Kölnischen Stadtmuseums befindet“, sagt Ralf Heinrichs und fügt zufrieden hinzu: „Das ist jetzt anders.“

Quelle: rp online, 14.12.2012

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