Hidden Mother-Fotografie

Spiegel Online greift dieser Tage eine Veröffentlichung von frühen Kleinkinder-Fotografien auf, auf denen die Mütter als motiv-stabilisierende Faktoren mehr oder weniger auffällig in den Hintergrund gerückt worden sind: 2013 publizierte die Fotografin Linda Fregni Nagler diese eigenwilligen Aufnahmen unter dem Titel „The Hidden Mother“. Um die Kleinen während der langen Belichtungszeiten friedlich zu halten, musste ein Elternteil mitmachen, zumeist die Mutter – ohne erkennbar zu sein.

1.002 Bilder unterschiedlicher Verfahren und Formate (Daguerreotypie und Ferrotypie, Kabinettformat und Visitenkartenporträts etc.) von den Anfängen der Fotografie bis in den 1920er Jahre sind in dem mittlerweile vergriffenen Bildband von Linda Fregni Nagler vereint. Sie zeigen, wie die Mütter hinter einem Vorhang, einem Sessel oder unter einem Teppich versteckt versuchen, ihre Kinder so lange ruhig zu halten, bis der Fotograf die Aufnahme im Kasten hatte.

Die drei Mathers-Kinder aus Schultz in West Virginia, fotografiert mit ihrer versteckten Mutter von Albert J. Ewing (1870-1934). Quelle: Albert Ewing Collection via Ohio Memory.

Was tut man nicht alles fürs perfekte Kinderfoto! Wenn die Kleinen im 19. Jahrhundert nicht stillsaßen, kam Mutter mit aufs Bild – unter einer Burka-artigen Decke (SPON).

In the early days of photography mothers went to great – if not entirely convincing – lengths to conceal themselves in portraits of their children. And no one is quite sure why (The Telegraph).

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