Staatsarchiv Nürnberg zeigt „Goldene Bulle“ Kaiser Karls IV.

Im Staatsarchiv Nürnberg ist vom 4. bis zum 10. April eine Sonderausstellung mit einem ganz besonderen Ausstellungsstück geöffnet: dem Nürnberger Exemplar der „Goldenen Bulle“ von Kaiser Karl IV. (1316-1378).

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Abb.: Ein Exemplar der Goldenen Bulle von 1356 zeigt die Kabinetts-Ausstellung im Staatsarchiv Nürnberg (Foto: STA Nürnberg)

Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle eröffnete zusammen mit Prof. Dr. Peter Fleischmann, dem Direktor des Staatsarchivs Nürnberg, im Staatsarchiv Nürnberg die „Kabinetts-Ausstellung“ zu herausragenden Quellen der Herrschaft Kaiser Karl IV. „Für mich ist Karl IV. eine Leitfigur einer historisch gewachsenen Verbindung zwischen Bayern und Tschechien, ein Brückenbauer. Nürnberg stellte einen tragenden Pfeiler für den Brückenbau dar“, so Minister Spaenle bei der Ausstellung.

Der böhmische Thronfolger Karl hatte in einer Auseinandersetzung mit Kaiser Ludwig dem Bayern die deutsche Königskrone zunächst als Gegenkönig im Jahr 1346, schließlich 1349 unangefochten erlangt. Er war 1355 in Rom zum Kaiser des Hl. Römischen Reichs gekrönt worden. Bekannt ist Karl IV., der 1365 auch die Krone von Burgund erwarb, aufgrund der Goldene Bulle von 1356, die gern als ein „Grundgesetz“ des Reichs beschrieben wird. In dieser wurde die Wahl des deutschen Königs durch die Kurfürsten geregelt und die Notwendigkeit des Papstes für die Erlangung der Kaiserwürde negiert.

Eine Ausfertigung dieser Urkunde gehört ebenso zu den Exponaten der „Kabinetts-Ausstellung“ wie verschiedene andere Urkunden, mit denen Kaiser Karl IV. auch Privilegien für die Stadt Nürnberg bestätigt hat und die mit Goldsiegel versehen wurden.

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Im Jahr 2013 erklärte die UNESCO die weltweit sieben Exemplare der „Goldenen Bulle“ Kaiser Karls IV. zum Weltdokumentenerbe. Karl IV. wurde 1355 zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Er gilt als einer der beeindruckendsten Herrscher des ausgehenden Mittelalters.

Minister Spaenle bezeichnete das Staatsarchiv Nürnberg als „Schatzhaus fränkischer und deutscher Geschichte“. Er erinnerte, dass 1880 das Staatsarchiv Nürnberg als erster reiner Archiv-Zweckbau errichtet worden war. Hier lagert nicht nur historisches Kulturgut aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit, sondern hier werden auch der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess und die Nachfolgeprozesse dokumentiert. Derzeit werde das Genehmigungsverfahren zur Generalsanierung des Staatsarchivs in Nürnberg auf den Weg gebracht.

Kontakt:
Staatsarchiv Nürnberg
Archivstr. 17
90408 Nürnberg
Tel. 0911/935190
Fax 0911/9351999
poststelle@stanu.bayern.de

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Pressemitteilung 095, 3.4.2016; Bayerischer Rundfunk / BR24 Mittelfranken, 5.4.2016

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