Stadtarchiv Worms übernimmt Nachlass der Politikerin Marie-Elisabeth Klee

Die im Februar im Alter von 96 Jahren verstorbene CDU-Politikerin Marie-Elisabeth Klee hinterlässt der Stadt Worms einen Teil ihres Nachlasses.

Marie-Elisabeth Klee, geb. Freiin von Heyl zu Herrnsheim (13.1.1922-11.2.2018) war von 1961 bis 1972 Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Tochter des hessischen Landtagsabgeordneten Ludwig von Heyl zu Herrnsheim und Enkelin des Wormser Fabrikanten Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim arbeitete bald nach dem Abitur (1940) bis Kriegsende bei der Archivkommission des Auswärtigen Amtes, ab 1944 als Assistentin. 1945 heiratete sie den Diplomaten Eugen Klee und verbrachte mehrere Jahre in Lateinamerika.

Abb.: Marie-Elisabeth Klee im Bundestagswahlkampf 1961 (Foto: Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung)

Früh verwitwet trat Marie-Elisabeth Klee 1958 in die CDU ein und betätigte sich in deren Frauenvereinigung. Seit 1964 war sie Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes der CDU Rheinland-Pfalz. Zu den Bundestagswahlen 1961, 1965 und 1969 zog sie über die Landesliste der CDU in den Deutschen Bundestag ein, dem sie bis 1972 angehörte. Von 1965 bis 1973 war sie Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Westeuropäischen Union (WEU). Von 1973 bis 1978 leitete Marie-Elisabeth Klee das Auslandsreferat im Kultusministerium des Landes Rheinland-Pfalz. Von 1986 bis 1993 war sie Vorstandsvorsitzende des Deutschen Komitees der UNICEF.

Sie verstarb 2018 hochbetagt auf dem alten Familienbesitz Nonnenhof in Bobenheim-Roxheim. Marie-Elisabeth Klee hatte testamentarisch verfügt, dass ihr schriftlicher und fotografischer Nachlass der Stadt Worms geschenkt werden soll. Bereits zu Lebzeiten hatte die hochgeschätzte Wormserin dem Stadtarchiv Worms Unterlagen aus privatem Besitz übergeben, die bereits verzeichnet und nutzbar sind.

Vor kurzem konnten nun insgesamt ca. 15 laufende Meter Archivboxen – gefüllt mit Briefwechseln, Papieren, Manuskripten, privaten Aufzeichnungen, Fotografien bzw. Fotoalben sowie weiteren Unterlagen aus der Zeit seit den 1930er Jahren bis zu ihrem Ableben – vom Nonnenhof in das Wormser Archiv verbracht werden. Sie harren dort der demnächst anstehenden archivarischen Erschließung und Verzeichnung.

Bereits jetzt lässt sich sagen, dass die Unterlagen von großer Bedeutung weit über Worms hinaus sind: Dies gilt für Fragen der Geschichte der Industriellenfamilie von Heyl, für biographische Wegmarken und Lebensstationen von Marie-Elisabeth Klee, ihren 1956 verstorbenen Ehemann sowie für Aspekte ihres bemerkenswerten politischen und intensiven gesellschaftlichen Engagements im In- und Ausland bis ins hohe Alter.

Kontakt:
Stadtarchiv Worms
Raschi-Haus
Hintere Judengasse 6
67547 Worms
stadtarchiv@worms.de
www.worms.de/de/kultur/stadtarchiv/

Quelle: Stadt Worms, Pressemitteilung, 25.7.2018; Wikipedia-Artikel Marie-Elisabeth Klee, 20.2.2018

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