Baden-Württemberg im Jahr 1968 aus der Luft

Landesarchiv Baden-Württemberg und Stuttgarter Zeitung starten gemeinsames Projekt.

Wie sah Baden-Württemberg 1968 aus der Luft aus und was hat sich im Vergleich zu heute verändert? Gab es mein Haus und meine Straße 1968 schon? Antworten darauf gibt ein breit angelegtes Projekt, das die Stuttgarter Zeitung zusammen mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) realisiert.


Abb.: Die Stadtmitte und der Norden von Stuttgart mit dem Hauptbahnhof 1968. (Bildvorlage: LABW, StAL EL 68 IX 2760; Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg)

Für „BW von oben“ hat das Landesarchiv Baden-Württemberg knapp 20.000 hochauflösende, digitalisierte Luftaufnahmen von 1968 in Form eines digitalen Orthophotos beigesteuert. Es bildet – zusammen mit aktuellen Luftbildern des LGL – die Grundlage für eine innovative Karten-Anwendung. Leserinnen und Leser gelangen über eine komfortable Suche zu jeder Adresse in Baden-Württemberg. Mithilfe eines Sliders können sie die Bilder von damals und heute außerdem direkt miteinander vergleichen. Verlinkungen führen auf die entsprechenden Digitalisate im Online-Angebot des Landesarchivs, wo die Bilder von 1968 kostenlos heruntergeladen werden können.


Abb.: Kartenvergleich. In den Ausklapp-Menüs unter dem Kartenfenster kann man die zwei Karten(-dienste) auswählen, die man miteinander vergleichen möchte, hier 1968 und heute (Screenshot von https://www.leo-bw.de/kartenvergleich

Prof. Dr. Gerald Maier, Präsident des Landesarchivs, sagte zum Auftakt des Projektes: „Ich freue mich, dass die Luftaufnahmen durch die Kooperation mit der Stuttgarter Zeitung einem breiten Publikum bekannt gemacht werden. Die Aufnahmen von 1968 wurden auch deshalb digitalisiert, da sie auf eine besondere Art und Weise die Lebenswirklichkeit der ganzen Bevölkerung abbilden. Der Bestand ist ein einzigartiges Bildzeugnis des deutschen Südwestens aus der Vogelperspektive.“

Rund um das Projekt präsentieren die Stuttgarter Zeitung und weitere zur Medienholding Süd GmbH gehörende Zeitungen die historischen Luftbilder in einer Artikelserie. Welche Spuren haben etwa Bauboom, Infrastrukturprojekte und Renaturierungsmaßnahmen im Land hinterlassen? In zahlreichen Beiträgen gehen die Redakteure Veränderungen auf die Spur und schildern die Geschichten in den Bildern.

Die Original-Fotonegative befinden sich heute im Staatsarchiv Ludwigsburg. Im Frühjahr 1968 ließ das damalige Landesvermessungsamt – das heutige Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung – erstmals eine systematische Befliegung der gesamten Landesfläche durchführen. Dabei entstanden die fast 20.000 Luftbildaufnahmen. Als Archivgut gelangten sie 1976 in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Sie wurden 2018 vom Landesarchiv digitalisiert und anschließend entzerrt und georeferenziert. Dieses sogenannte digitale Orthophoto steht im Landeskunde-Portal LEO-BW zur Verfügung und kann dort mit vielfältigen anderen Karten verglichen werden.

Der Blick zurück ins Jahr 1968 macht deutlich, wie sehr sich manche Siedlung oder Gegend insgesamt oder im Detail verändert hat. Insbesondere die besiedelte Fläche ist deutlich gewachsen. Daneben haben sich Gewässerverläufe verändert, Straßen und andere Verkehrswege wurden ausgebaut. Vielerorts entstand in Folge der Flurbereinigung ein neues Landschaftsbild. Auch die fortschreitende Motorisierung hat die Landschaft nachhaltig verändert. Neben Details wie Garagen und Stellplätzen sind 1968 in vielen Innenstädten noch Parkplätze zu erkennen, wo sich inzwischen verkehrsberuhigte Flächen befinden.

Links:

Kontakt:
Landesarchiv Baden-Württemberg
Eugenstraße 7
70182 Stuttgart
Telefon: +49 711 212-4272
landesarchiv@la-bw.de
https://www.landesarchiv-bw.de

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung, Pressemitteilung, 30.9.2021; Landesarchiv Baden-Württemberg, Aktuelles, 18.1.2022; LEO BW: Orthophoto 1968

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