Ausstellung »Die Ökonomie der Bilder« im Stadtarchiv Düsseldorf

Vom 27.9. bis 11.11.2011 ist im Stadtarchiv Düsseldorf, Worringer Straße 140, die Ausstellung "Die Ökonomie der Bilder – die Stadt und Kunstvereine als Auftraggeber" zu sehen. Sie ist ein eigenständiger Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung "Weltklasse – Die Düsseldorfer Malerschule 1819-1918" des Museum Kunstpalast. In dieser Studioausstellung wird dargestellt, wie Kunstvereine und die Stadt als Auftraggeber für Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie sowie andere in der Stadt tätige Maler auftraten. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die vermittelnde Rolle der Kunstvereine als Sachverständige und Sponsoren von Gemälden gerichtet. Die gezeigten Exponate (darunter Pläne, Schriftstücke, Bauzeichnungen, Fotografien) stammen fast ausschließlich aus den Beständen des Stadtarchivs und werden durch Reproduktionen verschiedener Gemälde ergänzt.

Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen verfolgte mit seiner Gründung 1829 das Ziel, Kunst und Künstler in Düsseldorf zu fördern und so das öffentliche Leben zu bereichern. Von Anfang an bestand eine enge Beziehung zur Kunstakademie und zu deren Studenten. Viele von ihnen waren Mitglieder, ebenso wie einige ihrer Lehrer. Die übrigen Mitglieder setzten sich zusammen aus politischen Repräsentanten der Stadt, Kaufleuten, Juristen und anderen vermögenden Privatpersonen weit über Rheinland und Westfalen hinaus bis nach Nord-Amerika. Städte und andere Kunstvereine gehörten ebenfalls dazu. Der Verein förderte Aufträge an die Künstler der Malerschule (Ausmalung von Kirchen, Rathäusern etc.), die dadurch auch über die Grenzen Düsseldorfs hinaus Bekanntheit erlangten. Der 1846 gegründete Verein zur Errichtung einer Gemäldegalerie vertrat als Hauptziel, den Ruf Düsseldorfs als Kunststadt durch den Aufbau einer Gemäldegalerie neu zu begründen, weil die von Kurfürst Johann Wilhelm II. Eingerichtete durch Erbfall nach München gelangt war. Außerdem sollte eine Ausstellungshalle gebaut werden. Die Mitglieder setzten sich aus den gleichen Kreisen zusammen wie beim Kunstverein, mit dem Unterschied, dass 75% aus Düsseldorf stammen mussten. 1914 löste der Verein sich auf. Da seit Juli 1913 ein Direktor für die Städtischen Kunstsammlungen bestellt worden war (Karl Koetschau), war der ursprüngliche Zweck des Vereins erfüllt. Die Gemälde gingen in städtischen Besitz über. Kunstwerke wurden hauptsächlich erworben, sei es durch Angebote der Künstler selbst oder durch Empfehlung Dritter. Neben der Stadt als Käuferin erwarben auch Galerieverein und Kunstverein Gemälde, deren Kosten sie sich in einzelnen Fällen teilten. Es wurden auch Gemälde vom Kunstverein an den Galerieverein überwiesen. Durch Verlosungen des Kunstvereins in Besitz der Stadt gelangte Gemälde wurden der Galerie zugeführt. Ausstellungen wurden zunächst in den Räumen der Akademie am Burgplatz gezeigt. Die Gründung weiterer Künstlervereine (Verein zur gegenseitigen Unterstützung und Hülfe, Künstlerverein Malkasten) belebte das kulturelle Leben. Die steigende Zahl der Kunstausstellungen führte zu Terminüberschneidungen, so dass ab 1866 auch die Tonhalle an der Schadowstraße genutzt wurde, in die ein geräumiger Ausstellungssaal eingebaut worden war. Schließlich, ab Juli 1881, gab es das erste Kunstausstellungsgebäude in Düsseldorf – die Kunsthalle. Neben dem Engagement für das neue städtische Kunsthaus, mit dem man zumindest ansatzweise den Verlust der kurfürstlichen Gemäldegalerie zu kompensieren versuchte, war insbesondere der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen sowohl angesehener und selbstbewusster Ratgeber, als auch finanzstarker Finanzier geplanter Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Auch die Stadtverwaltung versuchte, die hier ausgebildeten Akademieabsolventen mittels Auftragsvergabe zu unterstützen. Anhand dreier Projekte soll beispielhaft gezeigt werden, welche Kräfte an der Künstler-, manchmal auch an der Themenauswahl beteiligt waren. Schlaglichtartig wurden Bauwerke herausgegriffen, deren Ausgestaltung mit Gemälden in städtischem Auftrag bzw. unter starker Beteiligung der Stadt entstanden, nämlich der neu erbaute Rathauskomplex, die städtische Kunsthalle und das Stadttheater.

Das in den 1880er Jahren entstandene "Neue Rathaus" hinter dem Jan-Wellem-Denkmal, ein für die so genannte "Gründerzeit" typischer Bau, den schon die Zeitgenossen für zu überladen hielten, verlangte nach einer Ausgestaltung des Ratssaals mit Gemälden. Hier lässt sich sehr gut die Federführung des Kunstvereins erkennen, der sich seine namhafte finanzielle Beteiligung mit einer massiven Einflussnahme verknüpfte, dies notfalls auch im offenen Widerstand gegen das ebenfalls an den Kosten beteiligte Königreich Preußen. Bei der Bildauswahl blieb man patriotisch und monarchisch loyal: Darstellungen der Stadtgeschichte im engeren Sinne finden sich wenige und wenn, dann nur im Kontext der Taten des Herrscherhauses. Das 1899 fertig gestellte Projekt ließ man sich fast 90.000 Reichsmark kosten. Zum Vergleich: Eine fünfköpfige Handwerkerfamilie musste mit etwa 1200 Reichsmark im Jahr auskommen. Qualitativ gänzlich anders verlief die Ausmalung der Decke im Zuschauerraum des Stadttheaters. Nach einem sehr teuren Vorschlag des Kunstvereins bevorzugte die Stadt die Auftragsvergabe an die örtliche Kunstgewerbeschule und veranschlagte hierfür 8000 Reichsmark. Allerdings sollte es schnell zu einem Eklat kommen, denn der beauftragte Kunstmaler zerstritt sich mit seinen beiden Gehilfen, die das entstehende Werk ihres Chefs kurzerhand übermalten. Diese sollten nun die Ausmalung weiterführen und beenden, allerdings war das Ergebnis derart unbefriedigend, dass die Künstler innerhalb kurzer Zeit ein gänzlich neues Werk abliefern sollten, insgesamt also eine dritte Fassung. Aber auch diese Variante befriedigte nicht. Einer der beiden Beteiligten zog es nicht zuletzt wegen der schlechten Kritiken vor, sein Glück in Korea zu suchen, wo sich seine Spur verliert. Die städtische Kunsthalle schließlich war ein Geschenk Preußens an die Stadt und sollte die neu entstehende Gemäldesammlung aufnehmen. Nach einem Jahre dauernden Wettbewerb wurde der in der Stadt ansässige Künstler Carl Gehrts mit der Ausmalung des oberen Treppenhauses in Freskotechnik beauftragt und erhielt dafür fast 100.000 Reichsmark. Nach insgesamt siebenjähriger Arbeit wurde einer der größten Düsseldorfer Freskenzyklen im Jahr 1897 fertig gestellt. Wie alle bisher genannten Arbeiten im Rathaus und Stadttheater gingen auch sie im Zweiten Weltkrieg bzw. den darauffolgenden Jahren verloren. Anders verhält es sich mit dem venezianischen Mosaik über dem Eingangsportal der Kunsthalle. Das nach einem Entwurf Fritz Roebers im Jahr 1888 fertig gestellte Kunstwerk überdauerte den Krieg, wurde Ende der 1950er Jahre abgenommen und wird heute im Depot des Museum Kunstpalast aufbewahrt. In der Ausstellung im Stadtarchiv wird eines der mehr als 150 erhaltenen gebliebenen Mosaikfresken gezeigt -erstmalig seit der Abnahme des Kunstwerks vor mehr als fünfzig Jahren. Schließlich illustrieren einige Originalbriefe berühmter Düsseldorfer Maler (darunter etwa Emmanuel Leutze und Wilhelm von Schadow) die reichen Bestände der Handschriftensammlung des Stadtarchivs.

Veranstaltungsdaten:
27. September 2011 – 11. November 2011; montags – donnerstags 8.30 Uhr – 15.30 Uhr, freitags 8.30 Uhr – 12.30 Uhr; Eintritt: frei

Veranstaltungsort:
Stadtarchiv der Landeshauptstadt Düsseldorf
Worringer Straße 140
40210 Düsseldorf

Kontakt:
Stadtarchiv der Landeshauptstadt Düsseldorf
Worringer Straße 140
40210 Düsseldorf
Telefon: 0221/89-99230
Telefax: 0211/89-29155
stadtarchiv@duesseldorf.de
www.duesseldorf.de/stadtarchiv/index.shtml

Quelle: Stadt Düsseldorf, Veranstaltungsankündigung, 27.9.2011

In 15 Jahren 25 Archive geordnet. Gemeinden nutzen Dienstleistungsangebot des Enzkreises rege

Seit 15 Jahren ordnen und erschließen Mitarbeiter des Kreisarchivs des Enzkreises im Auftrag der Städte und Gemeinden in der Region deren Archive. Sie machen auf diese Weise „das Gedächtnis“ der Kommunen für die Allgemeinheit abrufbar und bringen längst vergessene historische Begebenheiten ans Tageslicht.

Die meisten Gemeinden besitzen selbst kein archivisch ausgebildetes Personal, um diesen Aufgaben nachzukommen. Deshalb beauftragt man gerne das Kreisarchiv mit seinen Fachleuten. Dabei es handelt sich bei Archiven – im Gegensatz etwa zu Bibliotheken oder Museen – keinesfalls um eine freiwillige Aufgabe oder gar um Luxus, den sich eine Gemeinde leisten kann – oder auch nicht. Denn das Landesarchivgesetz verpflichtet die Kommunen dazu, ihre Unterlagen von bleibendem Wert zu sichern, zu erhalten und zu erschließen. Die Frage ist höchstens, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.

In den vergangenen 15 Jahren haben Kreisarchivar Konstantin Huber und seine Mitarbeiter 25 von rund 60 Archiven ihres Zuständigkeitsbereiches bearbeitet. Allein über die Hälfte dieser Maßnahmen hat Diplom-Archivarin Heike Sartorius, mit deren Einstellung am 1. Oktober 1996 das Dienstleistungsangebot begann, allein oder maßgeblich abgewickelt.

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Abb.: Alle Hände voll zu tun haben die Diplom-Archivarinnen des Enzkreises, Maria Hecht (links) und Heike Sartorius. (enz)

Jedes Archiv hat seinen eigenen Charakter und Charme, über die Jahrhunderte geformt vom Zeitgeschehen, von der Registraturführung und von den Gemeindemitarbeitern, vor allem früher besonders von den Bürgermeistern. Darum beginnt mit jedem Gemeindearchiv – trotz aller Wiederholungen und Routinearbeiten – jedes mal eine "neues Kapitel" mit Besonderheiten und "Highlights" der Archivarbeit.

„Schätze sind in jedem Archiv verborgen. Spannende Funde sind z.B. Auswandererbriefe, alte Ortspläne oder Fotos“, weiß Heike Sartorius zu berichten. „Immer interessant sind die ältesten Archivalien, oft Fleckenbücher, die das geltende Ortsrecht in vorigen Jahrhunderten enthalten.“ Aber auch Inventur- und Teilungsakten, die detailliert den Besitz der oft bettelarmen Einwohner verzeichnen, verraten viel Aufschlussreiches. Spannend sind und bleiben einfach die Details des Alltagslebens, die tatsächlich auch aus trockenen und mitunter staubigen Verwaltungsakten entspringen.

Besonders beeindruckend findet die Archivarin die Pflegrechnungen, die für Kinder oder Ortsabwesende geführt wurden, die nicht selbstständig handeln konnten. „Oder für diejenigen, die nicht selbständig handeln durften – wie zum Beispiel Frauen, für die damals noch Ehemänner oder Vormunde zuständig waren“, fügt Heike Sartorius hinzu. „Das sind Quellen, die natürlich die Gefahr bergen, dass man sich bei der Arbeit \’festliest\‘, was jedoch nicht immer im Sinne der Arbeit ist. Wie ja auch der Bäcker nicht alle seine Rosinenbrötchen selber essen darf“, schmunzelt sie.

„Erfreulich ist es stets, wenn man nach monatelanger Sisyphusarbeit wieder ein Archiv eingepackt, in schöner Ordnung und in archivtauglichen Räumlichkeiten verstaut bestaunen kann“, ergänzt Diplom-Archivarin Maria Hecht, die seit 2010 die zweite Archivpflegerstelle beim Enzkreis innehat. Dann nämlich sorgt ein gut strukturiertes Findbuch dafür, dass die Unterlagen auch genutzt werden können, denn das Gemeindearchiv darf nach Ablauf bestimmter Schutzfristen von jedem Interessenten eingesehen werden. „Und besonders erfreulich ist es, wenn man dann eine positive Rückmeldung von Archivnutzern oder Gemeindemitarbeitern bekommt, die das, was sie gesucht haben, dann auch fanden.“

Da trotz erkennbarer Tendenzen hin zum so genannten „papierlosen Büro“ auf den Rathäusern tagtäglich neue Unterlagen produziert werden, wird den Enzkreis-Archivaren die Arbeit nicht ausgehen. Dementsprechend sind sie auf Jahre hinaus ausgebucht. „Früher oder später aber“ – und da ist Konstantin Huber zuversichtlich, „werden dank unseres Dienstleistungsangebots alle Enzkreis-Gemeinden über geordnete Archive verfügen.“

Kontakt:
Kreisarchiv
Landratsamt Enzkreis
Konstantin Huber, Amt für Bildung und Kultur
Zähringerallee 3
75177 Pforzheim
Tel.: 07231 308- 9508
Fax: 07231 308- 9837
Konstantin.Huber@enzkreis.de
www.enzkreis.de

Quelle: Enzkreis, Pressemitteilung 283/2011, 21.9.2011

Wismarer Filmfest zeigt historisches Filmmaterial aus dem Landesfilmarchiv

Auch in diesem Jahr wird im Rahmen des Wismarer Filmfestes vom 7. bis 9. Oktober 2011 ein historisches Filmprogramm des Landesfilmarchivs Mecklenburg-Vorpommern gezeigt werden. Die beiden historischen Zeitdokumente, welche der Öffentlichkeit präsentiert werden, stammen diesmal aus den frühen 1930er Jahren und widmen sich dem Thema \’Kirche und Heimat\‘. Der erste Film zeigt Aufnahmen von Alltag, Leben, Arbeit oder caritativem Engagement in der Mecklenburg-Schwerinschen Landeskirche.

Während dieser Film schon alleine durch die Ablichtungen der Wismarer Marienkirche vor der Zerstörung sehenswert ist, handelt es sich bei dem zweiten Film um Aufnahmen, welche erst vor kurzem im Landeskirchlichen Archiv Schwerin entdeckt und noch nie der Öffentlichkeit präsentiert worden sind. Dieser Film illustriert die Feierlichkeiten anlässlich der Zusammenlegung der beiden Freistaaten und Landeskirchen Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin. Damals waren sowohl kirchliche Würdenträger als auch nationalsozialistische Politiker nach Wismar gekommen. Landesfilmarchivar Karl-Heinz Steinbruch bezeichnet diese Aufnahmen als „kleine Sensation“, denn bisher sei nicht bekannt gewesen, dass die kirchliche und staatliche Vereinigung im Film festgehalten worden war. Zum Rahmen der Veranstaltung zählt auch eine kleine Ausstellung, in der man sich über die Geschichte des Films im Allgemeinen informieren kann.

Veranstaltungsdaten:
9. Oktober 2011, 11.30 Uhr; Eintritt: 5,- Euro

Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Wismar
Ulmenstr. 15
23966 Wismar

Kontakt:
Filmbüro MV / Mecklenburg-Vorpommern Film e.V.
Bürgermeister-Haupt-Straße 51-53
23966 Wismar,
Telefon: 03841/618100
info@filmbuero-mv.de
www.filmfest-wismar.de

Quelle: Ostsee-Zeitung, 27.9.2011

Stasi-Überprüfungen bis Ende 2019 ermöglichen

Der Bundestag wird am 30. September 2011 die achte Novelle des Stasi-Unterlagen-Gesetzes in zweiter und dritter Lesung beraten und voraussichtlich verabschieden. Mit der Novelle sollen die Überprüfungsfristen bis zum 31. Dezember 2019 verlängert werden. Vorgesehen ist auch, das Recht auf Akteneinsicht zu erweitern und die Möglichkeiten für eine Überprüfung von Beschäftigten im öffentlichen Dienst auszuweiten.

Zudem sieht der Gesetzentwurf ein Beschäftigungsverbot für ehemalige Stasi-Mitarbeiter beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) vor. Für die Aussprache über den Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP, die um 12.20 Uhr beginnen soll, sind 60 Minuten eingeplant. Der ursprüngliche Gesetzentwurf war in der vergangenen Woche vom Ausschuss für Kultur und Medien noch einmal verschärft worden. Mit Hinweis auf die Ergebnisse einer öffentlichen Anhörung über die Gesetzesnovelle vor der parlamentarischen Sommerpause legten die CDU/CSU- und die FDP-Fraktion einen entsprechenden Änderungsantrag vor, den der Ausschuss gegen die Stimmen der SPD-Fraktion und der Fraktion Die Linke mehrheitlich annahm. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen enthielt sich der Stimme.

Nach dem geänderten Gesetzentwurf sollen Beschäftigte im öffentlichen Dienst auf Antrag des Dienstherrn bereits ab der Gehaltsgruppe A9/E9 auf eine frühere informelle oder hauptamtliche Stasi-Tätigkeit überprüft werden können. Die Sozialdemokraten und die Grünen, die prinzipiell für eine Novelle des Gesetzes eintreten, lehnen eine solche Überprüfungsmöglichkeit ab. Sie wollen eine Überprüfung nur in Fällen, in denen „tatsächliche Anhaltspunkte“ für eine frühere Stasi-Tätigkeit vorliegen. Die Linksfraktion lehnt den Gesetzentwurf hingegen generell ab. Sie plädiert dafür, die Stasi-Akten in das Bundesarchiv zu überführen und dort aufzuarbeiten. Aufgenommen in den Gesetzentwurf wurde zudem ein Beschäftigungsverbot für ehemalige informelle und hauptamtliche Mitarbeiter der Staatsicherheit in der Stasi-Unterlagen-Behörde (nach dem derzeitigen Behördenleiter Roland Jahn auch Jahn-Behörde genannt). Die derzeit noch in der Behörde beschäftigten Stasi-Mitarbeiter sollen innerhalb des Bundesdienstes bei gleicher Bezahlung versetzt werden. Auch diese Regelung wird von den Oppositionsfraktionen abgelehnt. Unstrittig zwischen Union, FDP, SPD und Grünen hingegen ist das Recht auf Einsicht in die Stasi-Akten durch die Wissenschaft, die Medien sowie die Stasi-Opfer und deren Angehörige.

Kontakt:
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: 030/227-0
mail@bundestag.de
www.bundestag.de

Quelle: Deutscher Bundestag – Pressereferat, Pressemitteilung, 27.9.2011

Aus der Geschichte des Goethe- und Schiller-Archivs von 1885 bis 1945

Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar ist das älteste und traditionsreichste deutsche Literaturarchiv. Den Grundstein dafür legte der letzte Enkel Johann Wolfgang von Goethes, der in seinem Testament das persönliche Archiv des Dichters der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach vermachte. Das 1885 begründete Goethe-Archiv wurde 1889 um den Nachlass Friedrich Schillers ergänzt und damit zum Goethe- und Schiller-Archiv.

Das Archiv, das heute zu den wichtigsten Sammlungen der deutschen Literaturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts gehört, beherbergt u.a. über 120 Nachlässe von Schriftstellern, Philosophen, Komponisten und bildenden Künstlern. Darunter sind so große Namen wie Herder, Liszt, Wieland, von Arnim, Büchner und Nietzsche.

Die Weimarer Archivarin Karin Ellermann arbeitet seit 1992 im Goethe- und Schiller-Archiv. Kenntnisreich und anschaulich erzählt sie in dem im August 2011 im Sutton-Verlag erschienenen Buch "\’Weimar den Vorzug zu sichern …\‘ Aus der Geschichte des Goethe- und Schiller-Archivs von 1885 bis 1945" die bewegte Geschichte der Sammlungen von 1885 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und lässt anhand von hauseigenem Aktenmaterial die ersten sechs Jahrzehnte des Archivbestehens Revue passieren. Ergänzt wird die Darstellung durch eine Auswahl biografischer Abrisse der dort Wirkenden.

Dieses erste Buch über das Goethe- und Schiller-Archiv ist eine einzigartige Zeitreise durch die Vergangenheit eines der bedeutendsten deutschen Archive, dessen Grundstein, der Goethe-Nachlass, zu Recht seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Das Buch gibt einen Einblick in die Entwicklung der Archivgeschichte und ist für Archivare und Historiker interessant. So wird versucht, die Geschichte des Archivs, angereichert mit biografischen Abrissen der dort wirkenden Personen, anhand von hauseigenem Aktenmaterial beispielhaft zu erzählen. Der Blick ins Archiv und in die Handlungsweise der Akteure soll einen Teilaspekt der germanistischen Forschung, speziell der Goethephilologie, vorstellen und erlebbar machen und gleichzeitig aufzeigen, in welchem Maße gut gebildete und kulturell interessierte Teile der Bevölkerung Anteil am Aufbau des Archivs nahmen.

Der zeitliche Rahmen für die vorliegende Archivgeschichte wird gesetzt durch die Eröffnung des Testaments des letzten Goethenachkommens Walther Wolfgang von Goethe 1885 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 und umfasst damit die erste Hälfte der Überlieferungen des hauseigenen Archivs. Zurzeit wird das Gebäude einer umfassenden Sanierung unterzogen, um die wertvollen Bestände klima- und sicherheitstechnisch optimal aufzubewahren und für die Zukunft zu sichern. Modern eingerichtete Arbeitsplätze werden nach der Wiedereröffnung im Juni 2012 interessierten Benutzern die Möglichkeit geben, hier zu forschen und zu arbeiten. Die vorliegende Archivgeschichte möchte eine Einladung dafür sein.

Info:
Karin Ellermann:
"Weimar den Vorzug zu sichern …" Aus der Geschichte des Goethe- und Schiller-Archivs von 1885 bis 1945
19,95 €
128 Seiten, 40 Bilder (Schwarz-Weiß),
ISBN: 978-3-86680-843-0
http://www.suttonverlag.de/buch/weimar_den_vorzug_zu_sichern_978-3-86680-843-0.html

Dresdner Notfallverbund gegründet

Die Kultureinrichtungen in Dresden haben sich mit Wirkung zum 23. September 2011 zu einem Notfallverbund zusammengeschlossen. Hiermit wollen die Museen, Archive und Bibliotheken der Stadt die Erfahrungen aus den Unglücken der letzten Jahre in vorbeugende Maßnahmen umsetzen. Besonders der Brand der Herzogin Anna Amalia-Bibliothek Weimar oder der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln hat gezeigt, dass eine angemessene Reaktion auf solche Unglücksfälle mit den bisherigen Strukturen nicht möglich ist.

Durch die Einrichtung des neuen Notfallverbundes will man in solchen Situationen zukünftig besser und schneller reagieren können. Die Landesstelle für Bestandserhaltung in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) hat den Notfallverbund in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vorbereitet. Weitere Mitglieder sind das Sächsische Staatsarchiv – Hauptstadtarchiv Dresden, das Landesamt für Denkmalpflege, der Staatsbetrieb Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, der Sächsische Landtag, die Landeshauptstadt Dresden, die Technische Universität Dresden, die Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, die Verkehrsmuseum Dresden GmbH sowie die Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden.

Die elf Institutionen unterzeichneten eine „Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen (Dresdner Notfallverbund)“, die am 23. September 2011 in Kraft getreten ist. Damit erklären sie sich bereit, im Falle einer akuten Gefährdung oder Schädigung von Kunst- und Kulturgut durch Brand, Wasser, Unwetter, technische Defekte und andere unvorhersehbare Ereignisse gegenseitige Hilfe zu leisten. Ferner bringt der neue Notfallverbund die Verantwortungsträger und Experten in den Archiven, Bibliotheken und Museen in regelmäßigen Abständen zu einem regelmäßigen Wissensaustausch zusammen. Hierbei sollen vor allem präventive Maßnahmen beschlossen und diese an andere Einrichtungen weitergegeben werden. Solche Notfallverbünde gibt es bereits in mehreren deutschen Städten, zum Beispiel in Hannover, Karlsruhe, Magdeburg oder Münster.

Kontakt:
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
Dr. Michael Vogel
Zellescher Weg 18
01069 Dresden
Telefon: 0351/4677-700
michael.vogel@slub-dresden.de
www.slub-dresden.de/ueber-uns/bestandserhaltung/notfallverbund-dresden/

Quelle: Fernsehen in Dresden GmbH, 23.9.2011

Ausstellung der Schätze aus dem Stadtarchiv Gerolzhofen

Anlässlich des alljährlichen Herbstfestes stellt die Stadt Gerolzhofen die schönsten und wertvollsten Objekte aus den Beständen des Stadtarchivs Gerolzhofen aus. Die Ausstellung wird am 2. Oktober 2011 im Rahmen einer Veranstaltung des Historischen Vereins in Gerolzhausen e.V. eröffnet und kann bis zum 6. November 2011 in der Rüstkammer des Alten Rathauses besucht werden.

Zu sehen sind ausgesuchte Archivalien aus den Beständen des Stadtarchivs im ehemaligen Bürgerhospital, welche sonst nur in Ausnahmefällen im Original konsultiert werden können. Darunter befinden sich unter anderem seltene Urkunden aus dem 14. Jahrhundert, alte Protokollbücher des Stadtrates, Häuser- und Grundstückslisten aus der Zeit des Bamberger Fürstbischofs Julius Echter, Flurkarten oder Wanderbücher von Gerolzhöfer Handwerksgesellen aus dem 19. Jahrhundert. Zu den wertvollsten Objekten der Ausstellung zählen Handschriften religiösen Inhalts, die wohl zur Zeit der Säkularisation in die Bestände des Stadtarchivs gelangten.

Veranstaltungsdaten:
2. Oktober 2011 – 6. November 2011; montags – freitags 9.00 Uhr – 12.00 Uhr und 13.00 Uhr – 17.00 Uhr, samstags 9.00 Uhr – 12.00 Uhr, sonntags 14.00 Uhr – 17.00 Uhr; Eintritt: frei

Veranstaltungsort:
Altes Rathaus
Marktplatz 20
97447 Gerolzhofen

Kontakt:
Stadtarchiv Gerolzhofen
Spitalstraße 10
97447 Gerolzhofen
Telefon: 09382/3489
www.gerolzhofen.de/Stadtarchiv_Stadtarchiv_Bildungsstadt_193_kkmenue.html

Quelle: Main-Post, 26.9.2011

Einladung zum Kongress »Kooperation. Kult.« am 23. November in Dortmund

Es ist wieder soweit: am 23.11.2011 findet im Kongresszentrum der Dortmunder Westfalenhallen der 4. Bildungspartner-Kongress statt, zu dem wir Archive, Archivarinnen und Archivare und deren Kooperationspartner in den Kommunen recht herzlich einladen! Unter dem Titel \“Kooperation. Kult.\“ möchte der Kongress zeigen, wie Schulen und ihre Bildungspartner in den Städten und Gemeinden gemeinsam Lernen lebendig und individuell gestalten und die kulturellen Stärken der vielfältigen Partner erlebbar machen.

Neben neuen inhaltlichen Impulsen aus dem Bereich der schulischen und außerschulischen Kooperationen erwartet die Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder zentrale Vorträge und Gesprächsrunden, zahlreiche Seminare aus der Praxis für die Praxis sowie ein ganztägiges Informationsforum inklusive einer Fachausstellung.

\"Einladung

Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung, und Klaus Schäfer, Staatssekretär des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW werden aus ihrer jeweiligen Perspektive die Vorteile der Zusammenarbeit von Schulen und kommunalen Partnern vor Ort erläutern. Was man durch ein Mehr an Kreativität erreichen kann, zeigt Filmemacherin und Journalistin Andrea Thilo. Klaus Hebborn, Beigeordneter des Städtetages NRW wird einen Ausblick auf den Dreiklang \“Kultur – Schule – Bildung\“ geben. Praktikerinnen und Praktiker stellen Vernetzungsbeispiele vor und berichten von ihren Erfahrungen mit Kooperationen. Vier Angebote widmen sich dabei gezielt dem Schwerpunkt historische Bildung und beleuchten das Thema aus Sicht von Archiven, Geschichtsorten und Schulen.
Den Abschluss des Kongresses bildet die Auszeichnung der Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs \“Kooperation. Konkret.\“. Kleine Kulturbeiträge von Schülerinnen und Schülern untermalen das Programm.

Direktlink zu Anmeldung und Programm:
http://www.medienberatung.schulministerium.nrw.de/app/kteam/event/event.asp?P=mb&ENr=3374&KNr=0.

Kontakt:
Christiane Bröckling, Koordinatorin Bildungspartner NRW
Carolin Thielking
Bildungspartner NRW
Landschaftsverband Rheinland
Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW
Medienberatung NRW

Geschäftsstelle:
LVR-Zentrum für Medien und Bildung
Bertha-von-Suttner-Platz 1
40227 Düsseldorf
Tel.: 0211/27404-3203 (NEU) – Fax: 0221/8284-1450
thielking@medienberatung.nrw.de 
www.medienberatung.schulministerium.nrw.de 
www.bildungspartner.schulministerium.nrw.de 
www.lehrerfortbildung.schulministerium.nrw.de 
www.regionale.bildungsnetzwerke.nrw.de

Historiker vermacht Stadtarchiv Bergisch-Gladbach Teil seiner Sammlung

Der Geschichtsforscher Herbert Stahl hat den Stadtarchiv Bergisch-Gladbach einen Teil seiner Sammlung vermacht. Hierbei handelt es sich um historische Dokumente, welche bisher im privaten Museum Stahls aufbewahrt worden sind. Der Schenkungsvertrag, den der Historiker und der Leiter der Stadtarchivs, Dr. Albert Esser, unterzeichneten, sieht vor, dass die Archivalien zu Lebzeiten Stahls weiterhin im Museum verbleiben und erst nach dessen Tod nach Bergisch-Gladbach überführt werden.

Stahl vermacht dem Stadtarchiv lediglich den Bergisch-Gladbach betreffenden Teil seiner umfangreichen Sammlung, weitere Bestandteile werden je nach Zuständigkeit an andere Institutionen wie beispielsweise das Institut für Landeskunde des Landschaftsverbandes Rheinland abgegeben. Dr. Albert Esser dankte Herbert Stahl für seine großzügige Schenkung und wies auf den historischen Gehalt der Dokumente hin. So gehen mit Wirkung des Vertrages unter anderem mehrere Urkunden, eine Fotosammlung zur Bensberger Bergbaugeschichte oder der Nachlasses von Heimatdichter August Kierspel (1884-1967) in den Besitz des Stadtarchivs über.

Kontakt:
Stadtarchiv Bergisch Gladbach
Hauptstr. 310
51465 Bergisch Gladbach
Telefon: 02202/142212
Telefax: 02202/142216
archiv@stadt-gl.de
www.bergischgladbach.de/Dienstleistungdetail.aspx?dlid=2216

Quelle: Kölnische Rundschau, 21.9.2011

Wolfram Angerbauer gestorben

Der langjährige Archivar des Landkreises Heilbronn, Wolfram Angerbauer, ist tot. Der gebürtige Karlsruher starb am 10. September 2011 im Alter von 73 Jahren. Angerbauer leitete von 1972 bis 2004 das Kreisarchiv im Heilbronner Landratsamt. In seiner Verantwortung wurden zahlreiche Gemeindearchive erschlossen und über 70 Findbücher erstellt. Außerdem wirkte Angerbauer bei vielen Ortschroniken mit, zuletzt am Heimatbuch der Stadt Widdern, welches noch im September veröffentlicht wird.

Als besondere Herausforderung sah Angerbauer die Aufgabe, den Zugang zu den Adelsarchiven der Region zu verbessern. In diesem Sinne arbeitete er bis zuletzt an der Erschließung des Archivs der Grafenfamilie Neipperg in Schwaigern. Ferner begründete Angerbauer die Schriftenreihe des Landkreises Heilbronn, darüber hinaus trat er als Verfasser zahlreicher geschichtswissenschaftlicher Aufsätze in Erscheinung.

Der Archivar wirkte auch bei der Konzeption verschiedener Ausstellungen mit. So gestaltete er unter anderem die Ausstellung im Museum zur Geschichte der Juden in Kreis und Stadt Heilbronn, das 1989 in der ehemaligen Synagoge in Affaltrach, Stadt Obersulm, eingerichtet wurde. Des Weiteren war Angerbauer Mitglied im Rotary-Club Heilbronn-Unterland und von 1978 bis 2004 zweiter Vorsitzender des Historischen Vereins Heilbronn.

Quelle: Heilbronner Stimme, 21.9.2011