Film »In den Spuren Vater Bodelschwinghs« aus dem Jahr 1931

Der 1931 entstandene Film \“In den Spuren Vater Bodelschwinghs\“ über die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel zeigt die diakonische Arbeit und die Betreuung von Menschen mit Behinderung vor mehr als 75 Jahren. In seiner Reihe \“Westfalen in historischen Filmen\“ hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Spielfilm jetzt in Zusammenarbeit mit dem Hauptarchiv der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel als DVD herausgebracht.

Seit 1922 betrieb die Filmstelle Bethel eine besondere Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwerbung für die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Waren die ersten Filmproduktionen noch Kurzfilme mit dokumentarischem Charakter, so wurde 1931 mit \“In den Spuren Vater Bodelschwinghs\“ erstmals ein Spielfilm im Auftrag der Filmstelle Bethel produziert. Doch auch dieser Spielfilm, der mit Laienschauspielern inszeniert wurde, enthält längere dokumentarische Szenen, um die Inhalte der Arbeit Bethels ausführlich darzustellen.

Bethel nutzte die Massenwirksamkeit des noch jungen und populären Mediums Film und produzierte \“Werbefilme\“ in eigener Sache. Anfang der 1920er Jahre stand die Kirche zunächst der Film- und Kinokultur noch sehr skeptisch gegenüber. \“Als eine der ersten protestantischen Einrichtungen erkannte Bethel den Wert des Films als Mittel der Selbstdarstellung und nutzte ihn zur Information breiter Bevölkerungskreise. \’In den Spuren Vater Bodelschwinghs\‘ ist ein einzigartiges visuelles Zeugnis der Geschichte protestantischer Wohlfahrtspflege und ihrer Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit\“, würdigt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch die Bedeutung der Filmarbeit von Europas größter diakonischer Einrichtung. In Bethel habe man damals bereits sehr früh die Bedeutung der neuen medialen Möglichkeiten erkannt. Die Bedeutung der Filmstelle Bethel unter fürsorgegeschichtlichen und filmhistorischen Aspekten sei für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ausschlaggebend gewesen, einen der wichtigsten Betheler Filme jetzt als DVD neu herauszugeben, so Kirsch weiter.

\"LWL-Direktor

Abb.: LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (v.l.), Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen, Kerstin Stockhecke, Leiterin des Hauptarchivs und der Historischen Sammlung Bethel, und Pastor Friedrich Schophaus, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel zeigen die neue DVD (Foto: Bethel)

Anhand der Hauptperson des jungen Theologen Karl Hilting, der nach Bethel geht, um dort \“praktisches Christentum\“ zu leben, porträtiert der Film die Einrichtungen, das Leben und die normativen Werte der diakonischen Einrichtung Bethel.

Der Film thematisiert die Arbeitsfelder Epilepsie, Behinderung, psychische Erkrankung und allgemeine Versorgung im Krankenhaus. Er gewährt einen Einblick in den damaligen pflegerischen Alltag, die Einrichtung der Häuser, den Alltag der Bewohner und deren medizinische Versorgung.

\“Beeindruckend ist auch, wie unvoreingenommen und zugleich einfühlsam sich die Kamera den zum Teil schwerst behinderten Menschen nähert. Hier werden die besondere Einstellung und Sichtweise gegenüber Menschen mit Behinderung deutlich, die Bethel immer geprägt haben\“, betont Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Friedrich Schophaus. \“Der Film zeigt die Bewohner Bethels nicht als passive Objekte, sondern als Subjekte mit unantastbarer menschlicher Würde.\“ Insofern stehe der Bethel-Film in krassem Gegensatz zum abschätzigen Bild von Menschen mit Behinderung, wie es wenige Jahre später in nationalsozialistischen Propagandastreifen gezeichnet werde, so Schophaus.

Hergestellt wurde \“In den Spuren Vater Bodelschwinghs\“ von der Berliner Produzentin und Drehbuchautorin Gertrud David. Die vorliegende 80-minütige Fassung ist gekürzt um diejenigen Stellen, die wegen schlechter Bildqualität nicht mehr zu nutzen waren. Außerdem wurden aus dramaturgischen Gründen die Anfangs- und Schlusssequenzen gekürzt, weiterhin fehlt der zu dem ursprünglich 90 Minuten langen Film gehörende Teil über die Wanderer-Fürsorge in der \“Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf\“ (heute Eckardtsheim in Bielefeld); das entsprechende Filmmaterial ist verschollen. Die Zwischentexte des Stummfilms wurden durch einen gesprochenen Kommentar ergänzt, stellenweise wurde der Film mit Musik unterlegt, und er wurde durch einen einführenden Vorspann erweitert.

Seine Premiere hatte der Film \“In den Spuren Vater Bodelschwinghs\“ am 6. März 1931 zum 100. Geburtstag von Friedrich von Bodelschwingh d. Ä. Der Film fand großen Anklang und bescherte Bethel für ein Jahr einen außerordentlichen Werbeerfolg.

Filmpräsentation:
In den Spuren Vater Bodelschwinghs. 27. Januar 2008, 14-ca. 16 Uhr
im Lichtwerk im Ravensberger Park, Ravensberger Park 7
33607 Bielefeld

Info:
\“In den Spuren Vater Bodelschwinghs.
Ein Film der diakonischen Einrichtung Bethel aus dem Jahr 1931\“
DVD, Film ca. 80 Minuten + ca. 5. Min. Vorspann, schwarz/weiß, mit Begleitheft
14,90 EUR (zzgl. 2,60 EUR Versandkosten) bzw. 45,00 EUR (mit dem Recht zum nichtgewerblichen Verleih und zur öffentlichen Vorführung)
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster, E-Mail: medienzentrum@lwl.org, Fax: 0251 591-3982, www.westfalen-medien.de und Bethel-Buchhandlung, Königsweg 1, Bielefeld.

Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr hat neuen Leiter

Dr. Kai Rawe hat zum 1. Januar 2008 die Leitung des Stadtarchivs Mülheim an der Ruhr übernommen (siehe dazu den Bericht vom 2.9.2006 und den Bericht vom 10.10.2006). Rawe studierte an der Ruhr-Universität Bochum und an der University of Strathclyde, Glasgow und promovierte bei Professor Dr. Klaus Tenfelde mit einer Untersuchung über Ausländerbeschäftigung und Zwangsarbeit im Ruhrbergbau während des Ersten Weltkriegs.

Seit 2006 war er als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter beim Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr beschäftigt (siehe Bericht vom 6.10.2006 und Bericht vom 11.4.2007). Dr. Kai Rawe ist seit 2006 Mitglied des Mülheimer Geschichtsvereins und gehört seit 2007 dem erweiterten Vorstand an.

Kontakt:
Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr
Aktienstraße 85
45473 Mülheim an der Ruhr
Tel: 02 08 / 455 4260
Fax: 02 08 / 455 4279
stadtarchiv@stadt-mh.de

Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Pressemeldung, 8.1.2008

Ausstellung zum Kölner Karneval im 19. Jahrhundert

Der Karneval im Rheinland hat eine lange Tradition, die weit ins Mittelalter zurückreicht. Ein Eintrag im Eidbuch der Stadt aus dem Jahre 1341 belegt das Treiben erstmals auch in der Domstadt. Ein markanter Einschnitt war die Reform des Festkonzeptes im Jahre 1823. Seitdem gab es eine Gesellschaft, das spätere «Festkomitee», die den Zug der Narren am Fastnachtsmontag organisierte. Und auch der Sitzungskarneval mit seiner Struktur, seinen Rollen und Ritualen nahm hier seinen Ausgangspunkt.

Dokumente zum Kölner Karneval in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind seit dem 7. Januar 2008 im Historischen Archiv der Stadt Köln zu sehen. Die Ausstellung «Vom Helden Carneval» zeigt authentisches Material zu den besonderen künstlerischen, literarischen, musikalischen und politischen Formen des Karnevals in den Jahren von 1823 bis 1848.

Bisher relativ unbekannt sei, dass die Reformer des Jahres 1823 das Ziel hatten, «dem Carneval eine edlere, den gegenwärtigen Zeitverhältnissen entsprechendere Form zu geben, ihn geistig aus seiner Versunkenheit wieder emporzuheben, ihn gleichsam poetisch zu gestalten».

Das Historische Archiv der Stadt Köln ist Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9.00 bis 16.30 Uhr sowie am Mittwoch von 9.00 bis 19.45 Uhr geöffnet. Die Ausstellung endet am Karnevalsdienstag (5. Februar 2008).

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Severinstraße 222/228
50676 Köln – Altstadt Süd
Telefon: 0221 / 221-22329

Quelle: ddp (NRW), Pressemitteilung, 7.1.2008

Grundbuchakten der ostfriesischen Amtsgerichte kommen nach Aurich

Das Niedersächsische Staatsarchiv in Aurich wird in Kürze einen umfangreichen Aktenbestand erhalten. Laut Archivleiter Prof. Dr. Bernhard Parisius werden alle Grundbücher und Grundakten, die bei den ostfriesischen Amtsgerichten geführt werden, übernommen. Obwohl es zunächst fraglich gewesen sei, ob diese Akten komplett eingelagert werden sollten, werde das Staatsarchiv nunmehr aber doch diese Bestände im Umfang von zwölf Kilometern aufnehmen müssen.

Da die Magazine des Archivs jedoch voll seien, werde derzeit erneut darüber nachgedacht, einen gemeinsamen Neubau von Staatsarchiv Aurich und Stadtarchiv Emden, dessen ebenfalls zu klein geworden sind, zu errichten. Bislang sei diese Idee stets am Geld gescheitert, sagte Parisius gegenüber der Ostfriesen-Zeitung.

Eine Neuerung wird im Staatsarchiv Aurich demnächst auf jeden Fall Einzug: die elektronische Aktenführung. Wie in allen niedersächsischen Behörden werden auch die Benutzer des Staatsarchivs, die bisher die Bestände in Aurich einsehen und in die Hand nehmen konnten, zukünftig alles am Bildschirm sichten müssen. Das Auricher Archiv wird online mit dem Hauptstaatsarchiv Hannover verbunden sein, wo sämtliche Daten auf einem Großrechner gespeichert werden.

Kontakt:
Niedersächsisches Landesarchiv – Staatsarchiv Aurich 
Oldersumer Straße 50
D-26603 Aurich
Telefon: (04941) 176 660
Fax: (04941) 176 673
Aurich@nla.niedersachsen.de 

Quelle: Karin Lüppen, Ostfriesen-Zeitung, 3.1.2008

Leiterwechsel im Staatsarchiv des Kantons Freiburg

Nach vierzig Jahren im Dienst des Staatsarchivs des schweizerischen Kantons Freiburg, davon zehn Jahre als dessen Leiter, wird Staatsarchivar Hubert Foerster Ende April 2008 in den Ruhestand gehen. 

Als Leiter des Staatsarchivs Freiburg hat Foerster den schwierigen Umzug der Institution vom Augustinerkloster in die neuen Räumlichkeiten an der Zeughausstraße organisiert. Er beteiligte sich an der Umsetzung der elektronischen Geschäftsverwaltung und überwachte die progressive Elektronisierung der Datenbanken. Foerster habe maßgebend zur Verbesserung der Vorarchivierung und der Abgabe von Dokumenten durch die Kantonsverwaltung beigetragen, schreibt die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport, dem das Staatsarchiv administrativ angegliedert ist. 

Nachfolger Foersters wird der 39-jährige Dr. Alexandre Dafflon aus Greyerz. Dafflon hat an der Uni Freiburg Geschichte studiert. Nebst diesem Lizenziat verfügt er über ein Studiendiplom in Geschichte der Universität Paris und einen Abschluss der Ecole nationale de Chartes. Seit 2004 ist er im Staatsarchiv Neuchâtel tätig und gehört zudem dem Vorstand des Vereins Schweizerischer Archivarinnen und Archivare an.

Kontakt:
Staatsarchiv Freiburg
Zeughausstraße 17
CH-1700 Freiburg
Tel.: +41 26 3051270 
Fax: +41 26 3051274 
ArchivesEtat@fr.ch

Quelle: Berner Zeitung/espace.ch, 22.12.2007/.1.2008

Gedenkbuch für die jüdischen NS-Verfolgungsopfer online

Seit dem 14.12.2007 ist das „Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ auf der Internetseite des Bundesarchivs unter www.bundesarchiv.de/gedenkbuch zugänglich. Gut eineinhalb Jahre nach der Veröffentlichung des Gedenkbuches in seiner 2., wesentlich erweiterten Auflage vom Frühjahr 2006 sind nun die Namen der Opfer im Internet recherchierbar.

Im Mai 2006 stellte das Bundesarchiv in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ diese 2. Auflage des Gedenkbuches vor (siehe Bericht vom 8.5.2006). Zwanzig Jahre nach der ersten Auflage 1986 wurden neueste Forschungsergebnisse auf der Basis der seit 1990 veränderten Quellensituation ausgewertet. Erstmalig fanden insbesondere die Opfer aus dem Gebiet der neuen Bundesländer und der ehemaligen Ostgebiete Berücksichtigung.

Eineinhalb Jahre später legt nun das Bundesarchiv mit der Internetpräsentation wiederum einen verbesserten Arbeitsstand, sozusagen eine 3. Auflage, in elektronischer Form vor. Ziel dieser Bemühungen ist es, den verschiedensten Nutzern einen jederzeit verfügbaren Zugriff auf die Forschungsergebnisse zu ermöglichen. Auf die 2006 veröffentlichte Publikation hat das Bundesarchiv umfangreiche Rückmeldungen und Anfragen erhalten. In den zurückliegenden Monaten wurden die Angaben zu den Namen kontinuierlich verbessert und erweitert.

Auf das Engste verknüpft mit der Arbeit für das Gedenkbuch ist das Projekt „Liste der jüdischen Einwohner im Deutschen Reich 1933 – 1945“. Die Erstellung der Liste begann im Bundesarchiv im Frühjahr 2005. Grundlage war ein von der Bundesregierung an das Bundesarchiv und an die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ mit Erlass vom 18. Oktober 2004 erteilter Auftrag, eine möglichst vollständige und genaue Liste der ca. 600 000 jüdischen Einwohner zu erstellen, die zwischen 1933 und 1945 in Deutschland – definiert durch die Grenzen vom 31. Dezember 1937 – ansässig waren und wegen ihrer jüdischen Abstammung oder ihres jüdischen Glaubens vom NS-Staat verfolgt wurden oder sich verfolgt fühlten. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ finanzierte mit umfangreichen Mitteln die Erstellung dieser Liste. Die Quellenbasis konnte von anfänglich ca. 300 auf derzeit 1.000 Quellen erweitert werden. Der hohe Synergieeffekt ermöglichte es, die Informationsdichte in kürzester Zeit zu erhöhen. Die Arbeiten daran dauern an.

Parallel zur Eingabe der Korrekturen und Ergänzungen aus den Zuschriften an das Bundesarchiv galt die Aufmerksamkeit der Bearbeiter der weiteren Präzisierung der Deportationsabläufe. Schwerpunkte waren u. a. die Auswertung der Daten aus der Forschungs- und Gedenkarbeit der KZ-Gedenkstätten Ravensbrück, Sachsenhausen, Buchenwald und Neuengamme. Durch Erhebung von Quellen aus ausländischen Institutionen mit der Konzentration auf die Emigration zwischen 1933 bis 1939, also vor der Volkszählung am 17. Mai 1939, konnte für viele der Emigranten nach Belgien, Luxemburg, in die Niederlande und nach Frankreich der Verfolgungsweg, das Schicksal des Einzelnen auch in den verschiedenen Etappen, genauer nachgezeichnet werden. Nicht selten wurden Verfolgungswege rekonstruiert, aus denen deutlich wird, dass Verfolgte drei und mehr Lager zu erleiden hatten.

Dennoch gilt nach wie vor, dass von Vollständigkeit noch nicht gesprochen werden kann. Die Bearbeiter bleiben angewiesen auf und interessiert an Rückmeldungen zu neuen Quellen sowie zu Korrekturen und Ergänzungen. Das Bundesarchiv möchte allen danken, die engagiert unsere Arbeit immer wieder unterstützen. Das Medium Internet bietet die Chance für breite Nutzerkreise, Anteil zu nehmen, an der Arbeit mitzuwirken und der Ermordeten zu gedenken.

Wurden in der Druckfassung 149.625 Namen veröffentlicht, umfasst die aktuelle Präsentation 158.728 Namen, davon rund 155.000 ermordete Personen. Im Vergleich zur vierbändigen Publikation werden auch die Namen aller Personen veröffentlicht, die 1938 nach Polen, hier häufig in den Grenzort Bentschen (Zbaszyn), oder im Sommer 1939 nach Polen abgeschoben wurden, unabhängig davon, ob dem einen oder anderen noch die Emigration glücken konnte und damit die Chance zum Überleben blieb. Die Namen dieses Verfolgtenkreises, insgesamt ca. 7.000 Personen, sind bei der Namenrecherche blau hinterlegt. Unter Die Zwangsausweisung polnischer Juden im Oktober 1938 und ihr weiteres Schicksal finden die Nutzer einen Abriss zur Zwangsausweisung polnischer Juden aus dem Deutschen Reich. Dieses Thema ist bisher in der Literatur noch nicht so präsent wie das gesamte Deportationsgeschehen seit 1941. Die namentliche Veröffentlichung zu diesem Personenkreis stellt ein Novum dar.

Die Geburtsorte wurden im Laufe der Bearbeitung weitestgehend an die territorialen Gegebenheiten zum Zeitpunkt der Geburt angepasst. Die Wohnortangabe entspricht der Erfassung zum Zeitpunkt der Volkszählung vom 17. Mai 1939. Die Onlinestellung des Gedenkbuches zeigt erstmalig das Feld Inhaftierung. Dieses enthält die Haftzeiten, die nicht mit der späteren Deportation in Zusammenhang stehen.

Wenn Anfang 2008 das Gedenkbuch online an einem Terminal im Ort der Information des Mahnmals für die ermordeten europäischen Juden in Berlin zur Verfügung steht, ist schließlich ein würdiger und zugleich öffentlichkeitswirksamer Platz gefunden, um dem regen öffentlichen Interesse am Schicksal der jüdischen Einwohner des Deutschen Reiches zu entsprechen. Diesen Terminal stellt die Gedenkstätte Yad Vashem den Besuchern zur Verfügung.

Mit Hilfe eines individuell zu nutzenden Suchfeldes und verschiedener Suchoptionen (Name, Vorname, Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort, Wohnort, Deportationsdatum und Deportationsort) kann in der nunmehr also fast 159.000 Personen umfassenden Datenbank gesucht werden. Anhand der Trefferliste können die biographischen Einträge zu den jeweiligen Opfern und ihrem Schicksal ausgewählt werden.

Neben dem zentralen Namenverzeichnis und der Suchfunktion stehen die Texte der Druckauflage, die Chronologie der Deportationen sowie die Auswahlbibliographie zur Verfügung.

Die Startseite informiert über die geleistete Arbeit seit der Veröffentlichung im Jahr 2006. Erstmals enthält das Gedenkbuch auch die Namen der Personen, die 1938/1939 nach Polen abgeschoben wurden.

Die Internetnutzer werden gebeten, Ergänzungen und Korrekturen direkt an das Bundesarchiv unter gedenkbuch@barch.bund.de zu richten, um die laufenden Arbeiten daran zu unterstützen.

Kontakt:
Dr. Claudia Zenker-Oertel
Bundesarchiv
Potsdamer Str. 1
56075 Koblenz
c.zenker-oertel@barch.bund.de

Undine Völschow
Bundesarchiv
Finckensteinallee 63
12205 Berlin
u.voelschow@barch.bund.de

www.barch.bund.de

Archivturm für das Landesarchiv NRW im Duisburger Innenhafen

Nach einem aufwändigen Architekten-Auslobungsverfahren fanden am 21.12.2007 im Duisburger Hafenforum die finalen Präsentationen der teilnehmenden Planungsbüros für das neue Landesarchiv NRW statt (siehe Bericht vom 16.5.2007). Einstimmig entschieden sich das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt Duisburg und die Kölbl Kruse GmbH für den Entwurf des österreichischen Architekturbüros Ortner & Ortner

In dem Entwurf des Architekturbüros Ortner & Ortner wird das vorhandene und unter Denkmalschutz stehende Speichergebäude aus den 1930er Jahren durch einen Archivturm im Zentrum ergänzt. Das Archivgut des Landes kann nun prägnant sichtbar und in Gänze aufgenommen und den Bürgern zur Verfügung gestellt werden. Ein Lesesaal bietet die Möglichkeit, in Ruhe das interessante Archivgut zu studieren. Die Substanz des Speichers ist dafür hervorragend geeignet. Die Öffnungen und die Dachflächen werden geschlossen und fein verändert, die Klinkerfassade wird gereinigt. In der Nacht umfließen bewegte Bilder als Projektionen und Schriftzüge den Backsteinbau. Das Foyer liegt im Schnittpunkt des Speichers und der geplanten Erweiterungsflächen. Gegenüber der Schiffsanlegestelle der Arche-NRW entsteht ein angemessener Eingang. Das Foyer und die öffentlichen Bereiche öffnen sich zur Uferpromenade. Im Innern des Foyers wird der Blick frei auf das gesammelte Archivmaterial. Von hier aus wächst der Neubau nach Süden in das Baufeld hinein. Die einfache Baustruktur in der Materialität des Speichergebäudes erlaubt einen additiven Ausbau und Umbau. Dieser kann subtil auf den Entwicklungsbedarf des Archivgutes reagieren. Die Textur des Speichers überzieht auch die Freiflächen. Ruhige Klinkerflächen bilden einen harmonischen Übergang in Richtung Innenstadt. 

Staatssekretär Grosse-Brockhoff sagte: „Das Landesarchiv im Duisburger Innenhafen stellt eine wichtige Landmarke für Duisburg und für das gesamte Ruhrgebiet dar. Das historische Gedächtnis des Landes in Wort und Bild wird hier auf architektonisch sehr anspruchsvolle Weise aufgehoben.“ Bereits im Oktober 2007 unterzeichnete das Landesarchiv NRW einen Mietvertrag mit der Kölbl Kruse GmbH über die benötigten Büro- und Archivflächen. Erweiterungsflächen sind in der Planung bereits vorgesehen. 

Pünktlich zum Titel „RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ im Jahr 2010 soll das Revitalisierungs- und Neubauprojekt fertig gestellt werden. Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2008 vorgesehen. Mitte 2007 hatte das Essener Immobilienunternehmen Kölbl Kruse GmbH das ca. 4.000 Quadratmeter große RWSG-Areal bereits erworben, zuversichtlich, dass hier eine interessante und spannende Projektentwicklung möglich ist. Für das geplante Landesarchiv wird das Essener Unternehmen als Investor und Projektentwickler tätig werden. 

Kontakt:
Landesarchiv NRW Zentrale Dienste
Graf-Adolf-Straße 67
40210 Düsseldorf
Tel.: +49 211 159 238-0
Fax: +49 211 159 238-111
poststelle@lav.nrw.de

Quelle: Stadt Duisburg, Presseinformation, 21.12.2007

Stadtarchiv Düsseldorf hat 23.000 Totenzettel ausgewertet

Das Stadtarchiv Düsseldorf besitzt zwar viele für die Stadtgeschichte einzigartige Schätze, aber der, den seine ehrenamtlichen Mitarbeiter in dreijähriger Feinarbeit erschlossen haben, war bisher für die Allgemeinheit nicht zugänglich und ist vor allem für die Familienforscher der Region ein echtes Weihnachtsgeschenk. In Buch und CD hat das Stadtarchiv jetzt 23.000 Totenzettel ausgewertet, durch die Recherchen auch am heimischen Computer möglich werden. 

Wer in an einer katholischen Beerdigung teilnimmt, bekommt selbst heute noch oft einen Totenzettel – eins dieser kleinen Gedenkblätter mit einem Heiligenbildchen und den wichtigsten Lebensstationen des Verstorbenen – in die Hand gedrückt, der zum Gedenken und Gebet auffordert. In den beiden Weltkriegen häufig noch mit Fotos der in der Ferne gefallenen Väter, Söhne und Brüder versehen, bilden diese etwa Mitte des 18. Jahrhunderts zuerst in Holland aufgetauchten und bald in weiten Teilen des katholischen Mitteleuropa in Mode gekommenen Totengedenkzettel eine wunderbare Quelle für die Personenforschung. Aber auch für die Ortsgeschichte, die Mentalitätsgeschichte oder etwa – durch die aufwändige und individuelle Gestaltung der Zettel bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein – für die Kunstgeschichte bietet eine größere Sammlung, wie sie das Düsseldorfer Stadtarchiv zusammengetragen hat, ein fruchtbares Feld. 

Dort finden sich zum Beispiel Totenzettel für den Gründer des Breidenbacher Hofes, für den Retter der Lambertus-Kirche Johann Joseph Wimmer, für berühmte Künstler wie Achenbach, Kohlschein, Scheuren, Murdfield, Mintrop oder den Landschaftsarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe, für Politiker, Kaufleute und andere für die Geschichte der Stadt bedeutende Persönlichkeiten wie etwa die Familien von Fuchsius, Custodis, Schwann, Lupp oder Piedboeuf und den 1848er-Helden Dr. Josef Neunzig.

Wer einen Blick dafür hat, findet in den älteren Totenzetteln, die erheblich ausführlicher waren als heute, einen ausgezeichneten Beleg für den katholischen Teil der großen Arbeitszuwanderung nach Düsseldorf im ausgehenden 19. Jahrhundert – vor allem Westfalen, Bürger aus der Eifel, vom Niederrhein oder Eichsfeld zog es in die prosperierende Rheinmetropole. Berufsangaben der Verstorbenen zeichnen ein buntes Bild vom Leben der Stadt – wir erfahren von Rheinschiffern, Appellationsräten, Brauern, Königlichen Schauspieldirektoren oder dem Hofpumpenmacher Boos. Doch auch persönliche Katastrophen wie Arbeitsunfälle, der Tod zweier Kinder bei unvorsichtigem Eisgang auf dem Rhein 1821, ein Mord im Jahre 1847 oder die blutigen Straßenkämpfe des Jahres 1919 sind hier dokumentiert und natürlich die unzähligen Opfer der beiden Weltkriege. 

Knapp 18.000 Stücke hatten sich im Lauf der Jahrzehnte angesammelt, der älteste immerhin aus dem Jahre 1741, und durch Presseaufrufe und Spenden von Düsseldorfer Bürgern und Bürgerinnen kamen in den letzten drei Jahren nochmals rund 5.400 dazu, die aber alle bisher nur einigen wenigen Archivmitarbeitern zugänglich waren. Doch 2004 fanden sich ehrenamtliche Helfer, die sich daran machten, jeden einzelnen Totenzettel mit Akribie auszuwerten und alle darin enthaltenen Informationen elektronisch zu erfassen. Durch den Einsatz insbesondere von Manfred Dresen, Günter Kater und Wilfried Krüll ist für das Stadtarchiv selbst eine komfortable Datenbank entstanden, die das Auffinden zum Beispiel aller Totenzettel aus dem 18. Jahrhundert oder aller Weltkriegstoten oder der Verstorbenen eines Familiennamens schnell und einfach macht.

In Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Verein für Familienkunde erscheint nun vor allem aber auch ein 120 Seiten umfassendes Bändchen mit einem einleitenden Aufsatz über Totenzettel, einer umfassenden Bibliographie zum Thema und ausführlichen Benutzungshinweisen für die beiliegende CD, die auf über 2.000 Seiten als pdf-Dokument in alphabetischer Reihenfolge die ausführlichen Inhaltsangaben aller 23.335 Totenzettel beinhaltet. Sie kann mit dem Acrobat Reader bequem zu Hause nach jedem beliebigen Begriff durchsucht werden. Die Originale können selbstverständlich im Stadtarchiv eingesehen werden.

Das Stadtarchiv freut sich natürlich über jeden weiteren einzelnen Totenzettel, der den Weg ins Archiv findet, um die Sammlung als familien- und stadtgeschichtliche Sammlung zu erweitern. Ansprechpartnerin dafür ist Heike Blumreiter. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0211.89-95722. 

Infos zu Buch und CD
Blumreiter – Dresen – Kater – Krüll: \“Die Totenzettelsammlung des Stadtarchivs Düsseldorf: 23.000 rheinische Totenzettel"; 
Düsseldorf (Selbstverlag des Stadtarchivs) 2007 
120 Seiten und CD, ISBN 978-3-926490-16-0, 20 Euro.

Bestellungen 
Stadtarchiv Düsseldorf
42000 Düsseldorf
stadtarchiv@stadt.duesseldorf.de 
www.duesseldorf.de/stadtarchiv/index.shtml

Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf, Pressemitteilung, 19.12.2007

Kreisarchiv Gütersloh zieht ins Haus des Bauern

Wer schon mal beim Umzug geholfen hat, weiß, dass Bücherkisten zu den schweren Brocken gehören, die lässt man lieber für die anderen Helfer stehen. Solche Kartons sollten zudem mit Bedacht und nicht bis Oberkante gepackt werden. Der Umzugsservice „Rund um“ hatte jedoch keine Wahl: Mit 600 Kartons galt es umzuziehen, wenngleich im November 2007 mit den 21.000 Büchern der Archivbibliothek begonnen wurde. Per Lkw mussten Bücher und Büromöbel des Kreisarchivs Gütersloh vom Kreishaus auf den Reckenberg in das rund 700 Meter Luftlinie entfernte "Haus des Bauern" transportiert werden. Im Dezember hatte der Bestand des historischen Archivs bis 1945 ist das neue Domizil des Kreisarchivs nachzufolgen. 

Frühestens im neuen Jahr wird dort ein geregelter Betrieb möglich sein. Noch werden Regale auseinander und wieder zusammengeschraubt, Kisten ausgepackt und die Bücher und Archivalien so wieder in die Regale gestellt, dass man sie auch wieder findet. Kreisarchivar Dr. Günter Brüning, Thomas Sinnreich und Sabrina Voss haben bis Januar 2008 noch alle Hände voll zu tun, um dann wieder für Besucher ein nutzbares Kreisarchiv eingerichtet zu haben.

„Die Idee zum Umzug kam auf, als die Kreisverwaltung auf der Suche nach Räumen für die Mitarbeiter war, die durch die Verwaltungsstrukturreform ab Januar neu beim Kreis anfangen. Von der Bezirksregierung kommen Mitarbeiter aus dem Bereich Immissionsschutz, von den Versorgungsämtern diejenigen, die sich um das Elterngeld und um die Schwerbehindertenversorgung kümmern, zum Kreis Gütersloh. Vor allem für die Mitarbeiter aus den dann aufgelösten

Versorgungsämtern, die sich um die Schwerbehindertenversorgung kümmern, wollte die Gebäudeverwaltung möglichst ebenerdige Räume. Und mit 13,5 Stellen ist dies auch die größte Gruppe. Als Dr. Brüning Ende September gefragt worden ist, ob er sich vorstellen könne, umzuziehen, habe er ja gesagt, erinnert er sich. Bereits seit November sitzt er nun zwischen Umzugskartons und den schwarzen Archivalien-Kartons voller Briefe und Dokumente im Haus des Bauern.

Vor allem Bücher zur Landes- und Ortsgeschichte finden sich in der Archivbibliothek, außerdem sind 4.000 Aufsätze per Karteikarten erfasst. Dazu kommt noch überholte Verwaltungsliteratur, die rund dreiviertel des Bibliotheksbestands ausmachen. „Irgendwann setzt dann plötzlich ein regelrechter Run ein“, berichtet Brüning von schlummernden Titeln aus den Bereichen beispielsweise der Landesplanung, des Umweltschutz oder der Müllproblematik. 

Die neuen Räume liegen im Haus des Bauern Ecke Nordring/Bielefelder Straße, Bielefelder Straße 47, in der ersten Etage und standen seit geraumer Zeit leer, sie werden vom Kreis angemietet, Eigentümer der früheren Kreisimmobilie ist die Landwirtschaftskammer. Dr. Brüning blickt sich um in seinem neuen Reich, alles ist noch etwas provisorisch. „Das wird ganz fein“, sagt er und deutet Richtung künftigem Lesesaal. Der liegt an der Frontseite des Gebäudes, eine Fensterreihe an der Stirnseite lässt reichlich Licht herein. An drei Seiten werden Bücherregale stehen, an den Wänden alte Gemälde und Wappen hängen und mittendrin sechs Tische. Im direkten Zugriff haben die Nutzer hier die Lexika sowie Bücher zur Landes- und Ortsgeschichte Westfalens. 

Kontakt (bisher):
Kreisarchiv Gütersloh
Herzebrocker Str. 140
33324 Rheda-Wiedenbrück
Telefon: 05241-85-2003
Telefax: 05241-85-2000
Guenter.Bruening@gt-net.de

Quelle: Kreis Gütersloh, Pressemitteilung, 28.11.2007

EDV-Findbuch zum Familienarchiv Wippermann erstellt

Zahlreiche, bisher auf Karteikarten oder maschinenschriftlichen Findbüchern verzeichnete Archivalien im Stadtarchiv Lemgo warten darauf, in eine moderne, recherchierbare Archivdatenbank übertragen zu werden. Wertvolle Hilfe erhielt das Team des Lemgoer Stadtarchivs um Leiterin Dr. Anikó Szabó in den letzten Monaten von der Studentin Sabine Lehr aus Potsdam.

Sie studiert dort an der Fachhochschule Informationswissenschaften im Studiengang Archiv und absolviert im Stadtarchiv Lemgo nun ein mehrmonatiges Praktikum. Hier beteiligte sie sich an der Bewertung von Schriftgut im Verwaltungsarchiv, d. h. an der Entscheidung über Aktenvernichtung bzw. die dauernde Übernahme in das Stadtarchiv.

Vornehmlich verzeichnete Sabine Lehr jedoch Nachlässe. Hervorzuheben ist dabei der wertvolle und häufig nachgefragte Nachlass der Familie Wippermann. Eine Linie der Familie lebte in Lemgo, wo der Name nach wie vor Klang besitzt. Neben Bürgermeistern dieses Namens, die die Geschichte der Alten Hansestadt prägten, erinnern sich noch viele Lemgoer an die Schnapsbrennerei Wippermann. Das Familienarchiv Wippermann wurde dem Stadtarchiv 1995 zur dauernden Aufbewahrung und Sicherung übereignet, nachdem sich der Verein der Engelbert Wippermann’schen Familienstiftung aufgelöst hatte. 

Seit 1621 bestand diese Familienstiftung. Engelbert Wippermann, Domherr zu Bremen, gründete sie durch Testamentsverfügung. Die Stiftungsgelder sollten Söhnen der Familie das Rechtsstudium ermöglichen; außerdem wurde für Familienangehörige eigens eine Stiftungsprofessur an der Universität zu Rinteln eingerichtet. Im 20. Jahrhundert hatte sich der finanzielle Grundstock der Stiftung verringert. Stipendien konnten aus den Zinsen nicht mehr finanziert werden. Seitdem wurde das verbleibende Vermögen in die Traditionspflege investiert. 1971 wandelte sich die Rechtsform der Stiftung zum eingetragenen Verein, der sich schließlich – wie erwähnt – 1995 auflöste. Als das Stadtarchiv Lemgo das Familienarchiv Wippermann zur dauernden Aufbewahrung übernahm, erhielt das Stadtarchiv für den Aufwand von Erschließung und Sicherung der bedeutsamen Überlieferung die vormaligen Stiftungsgelder, die auch für Ankäufe von wertvollen und bedeutsamen Archivalien zur Stadtgeschichte genutzt werden sollen.

Das über vier Jahrhunderte gewissenhaft geführte Familienarchiv umfasst alle die Stiftung betreffenden Dokumente, so das Testament des Stifters Engelbert Wippermann, Urkunden, Siegel, Fotografien und eindrucksvolle, kunstvoll gestaltete Stammbäume. Ebenfalls Teil des Nachlasses ist die von Familienangehörigen gründlich erforschte Familienchronik „Geschichte der Engelbert Wippermann’schen Familie“ von 1893. Auch die „Geschichte der Einrichtungen der Engelbert-Wippermannschen Familie“, 1912 verfasst von Conrad Wilhelm Wippermann und zur Zeit ihrer Entstehung nur den Familienmitgliedern einsehbar, befindet sich im Bestand und ist Interessierten nunmehr zugänglich. Der jüngste Zugang zum Bestand ist das in diesem Jahr fertig gestellte Manuskript über die im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewanderten und in Wisconsin angesiedelten Familienmitglieder. Das von Sabine Lehr verzeichnete Findbuch zum Familienarchiv Wippermann ist im Stadtarchiv unter der Angabe „NL 16 – Nachlass Familienarchiv Wippermann“ einsehbar.

Kontakt:
Stadtarchiv Lemgo
Süsterhaus
Rampendal 20a
32657 Lemgo 
Tel. 0 52 61 / 21 34 13
Fax 0 52 61 / 2 13 1 61
stadtarchiv@ lemgo.de