Gedächtnis der Stadt Limburg an der Lahn

Der neue hauptamtliche Limburger Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker zeigt sich begeistert ob der Menge der bis in das 13. Jahrhundert zurückreichenden Archivbestände im Stadtarchiv Limburg an der Lahn. Waldecker hat sich nach seinem Amtsantritt am 1.9.2007 zunächst einen Überblick über "seine" Bestände verschafft und mit einer konzeptionellen Neuorientierung des Archivs, das vom Rathaus ins Limburger Schloss umgezogen ist, begonnen.

Bis auf Weiteres wird sich Waldecker, der sich mit der Domstadt bereits im Rahmen seiner 2002 publizierten Dissertation ("Zwischen Kaiser, Kurie, Klerus und kämpferischen Laien. Die Mainzer Erzbischöfe 1100 bis 1160") beschäftigt hat, mit dem Schwerpunkt Erschließung befassen, später dann mit Publikation und Forschung. Die provenienzmäßige Ordnung der städtischen Unterlagen steht derzeit an: Zum Bestand 1 zählen Unterlagen über Limburg bis zum Jahr 1806, der Gründung des Herzogtums Nassau, der Bestand 2 geht bis 1974, dem Jahr der Gemeindereform, als Limburg um die Stadtteile erweitert wurde, und der Bestand 3 reicht bis heute.

Gegenüber der Frankfurter Neuen Presse (FNP) erläutert der Stadtarchivar die Aufgaben eines Archivs: Im Zentrum stehe die Sicherung der "Überlieferung" einer Stadt, was eben mittelalterliche Urkunden genauso umfasse wie Fotosammlungen und moderne Akten der gegenwärtigen Stadtverwaltung. Um die Geschichte Limburgs nachvollziehbar werden zu lassen, sei bei der Bewertung große Sorgfalt vonnöten, um zu erkennen, welche Bedeutung eine Akte derzeit hat – und vielleicht in Zukunft haben wird.

Um die Auswertung der Archivalien, die Forschung, aber auch die anderen Serviceleistungen eines Archivs zu verstetigen, verfügt das Stadtarchiv Limburg an der Lahn seit Ende Oktober 2007 über einen festen Öffnungstag. Jeden Mittwoch von 8.30 bis 16 Uhr öffnet das Archiv im Schloss seine Türen für Benutzer, die Fragen rund um die Stadtgeschichte nachgehen wollen. „Das Archiv ist eine öffentliche Einrichtung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und alle, die sich für Limburger Geschichte interessieren“, so der neue Archivar. Unabhängig davon ist ein Archivbesuch auch nach besonderer Vereinbarung möglich. 

Die Öffnungszeiten des Archivs am Mittwoch wurden bislang rege genutzt, berichtet Waldecker der FNP: „Allein war ich an einem Mittwoch noch nicht.“ Unter den Besuchern waren viele, die schon seit Jahren über Limburg forschen und auch schon publiziert haben. Aber auch „Laufkundschaft“, die gerne die Gelegenheit zu einem Besuch nutzt, Fragen stellt, sich Unterlagen ansieht oder sich allgemein über das Archiv informiert. Wer Unterlagen, Fotos oder anderes interessante Material zur Geschichte Limburgs besitzt und es für die Zukunft gut aufgehoben wissen will, kann sie dem Stadtarchiv zur Verfügung stellen. 

Die Arbeit wird Waldecker aber ohnehin so schnell nicht ausgehen, denn im Jahr 2010 steht die 1100-Jahr-Feier der Stadt Limburg auf dem Programm. 

Kontakt:
Stadtarchiv Limburg a. d. Lahn
Dr. Christoph Waldecker M.A., Dipl.-Archivar (FH)
Werner-Senger-Straße 10
65549 Limburg a. d. Lahn
0 64 31 / 203 315
christoph.waldecker@stadt.limburg.de 

Quelle: Sascha Braun, Frankfurter Neue Presse, 5.1.2008

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