Archivierung digitaler Fotos

Der Deutsche Bundestag plant die Einführung eines digitalen Bilderdienstes. Durch diesen digitalen Bilderdienst sollen sowohl digitalisierte als auch digital entstehende Fotos verwaltet, bereitgestellt und archiviert werden. Das Parlamentsarchiv ist Mitglied der Projektgruppe und hat für die Bereiche „Langzeiterhaltung“ und „Inhaltliche Beschreibung“ die Federführung übernommen. In diesem Zusammenhang wurde ein Gutachten „Archivierung digitaler Bilder“ in Auftrag gegeben. Das 46seitige Gutachten liegt beim Parlamentsarchiv vor und kann anderen öffentlichen Stellen zur Verfügung gestellt werden.
Allerdings darf der „dritten“ Stelle nur ein einfaches Nutzungsrecht eingeräumt werden, das die Weitergabe, Veröffentlichung sowie auszugsweise Zitierung in Veröffentlichungen ausschließt. Aufgrund des Urheberrechts kann das Gutachten daher auch nicht im Internet oder
anderer Stelle veröffentlicht werden. Es besteht aber die Möglichkeit, das Gutachten als pdf-Datei weiterzugeben, wenn sich die anfordernde öffentliche Stelle zur Beachtung der bestehenden Nutzungsrechte verpflichtet. Es kann mit einer solchen Erklärung per E-Mail angefordert werden bei: angela.ullmann@bundestag.de
Angela Ullmann
Parlamentsarchiv des Deutschen Bundestages
Dienstsitz Bonn
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: 030 / 227 24678
Fax.: 030 / 227 26817
http://www.bundestag.de/verwalt/archiv/index.html

Ephoral- und Pfarrarchiv Grimma wird gerettet!

Das Westfälische Archivamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster wird nach einer Mitteilung von Dr. Norgert Reimann für die Sicherung und Trocknung des Archivs der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden in Grimma sorgen: »Am Donnerstag (21. August) wurde in Münster bekannt, dass die von der Elbe überfluteten und bald darauf eingefrorenen 120 Meter Archivgut nur noch bis zum Wochenende in dem Kühlhaus in Leipzig bleiben könnten und das weitere Schicksal dieser wertvollen alten Archivbestände (u.a. Kirchenbücher), auch wegen der für eine gewerbliche Trocknung veranschlagten Kosten in Höhe von rund 45.000 Euro, völlig ungewiss war.
Darauf hin erklärte sich das Westfälische Archivamt spontan zur kollegialen Amtshilfe bereit. Inzwischen ist veranlasst, dass das zu großen Blöcken gefrorene Archivgut an diesem Wochenende mit einem Kühltransporter nach Everswinkel bei Münster gebracht und dort in einem Kühlhaus eingelagert wird. Nach entsprechenden Vorarbeiten (zunächst müssen die großen Blöcke in kleinere Einheiten zerlegt werden!) kann dann die Tocknung der Archivalien in der Gefriertrocknungsanlage des Archivamtes beginnen. Diese wird sich wegen des großen Umfangs über einen längeren Zeitraum hinziehen.
Das Westfälische Archivamt verfügt als einzige Archiveinrichtung in Deutschland über eine leistungsfähige Gefriertrockenanlage und ist auch darübr hinaus auf Notfallmaßnahmen spezialisiert.«
weitere Infos unter www.westfaelisches-archivamt.de.
Kontaktaufnahme unter westf.archivamt@lwl.org

Hochwasserhilfen

ARCHIV.Net bietet Ihnen eine kurze Übersicht wichtiger Links. Wenn Sie Hinweise auf weitere Informations- oder Hilfsangebote haben, dann senden Sie bitte eine Mail an info@archiv.net
– Spendenbörse des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.: http://www.muenster.org/buch/index.php?buch=vda
– allgemeine Spendenbörse der ARD: http://www.ard.de/phorum/list.php?f=10
– Hinweise zu Havarien und Schadensvorsorge: http://www.archivbuch.de/Aberatung/beratung2.htm
– Notfallhinweise des Westfälischen Archivamts: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Archivamt/1026813682/Wasserschaeden/index2_html
– Allgemeine Hinweise zum Hochwasser: http://www.hochwasserhelfer.de/

50 Jahre Bundesarchiv

Am 3. Juni 1952 war es soweit: Georg Winter nahm als Gründungsdirektor des Bundesarchivs seine Arbeit auf. Zwar war das Archiv bereits 1950 gegründet worden, aber die Suche nach einem politisch unbelasteten Leiter gestaltete sich nicht einfach.
Am 6. Juni findet in einer Bibliothek – der Staatsbibliothek zu Berlin – ein Festakt in Anwesenheit des Bundespräsidenten statt.
Auch das ARCHIV.Net-Team gratuliert!
weitere infos:
http://www.bundesarchiv.de/geschichte.htm
http://www.sueddeutsche-zeitung.de/index.php?url=/aktuell/sz/artikel8390.php
– Interview mit Hartmut Weber, Präsident des Bundesarchivs: http://www.welt.de/daten/2002/06/03/0603ku335724.htx
– zur Vorgeschichte: Torsten Musial: Staatsarchive im Dritten Reich. Zur Geschichte des staatlichen Archivwesens in Deutschland 1933-1945. Potsdam 1996

Wirtschaftsarchiv des Jahres 2002

And the winner is: Bergbau-Archiv Bochum …
Auf der diesjährigen Jahrestagung der Vereinigung der Wirtschaftsarchive (VdW) ist zum zweiten Mal nach 2001 der Titel „Wirtschaftsarchiv des Jahres“ verliehen worden. Die VdW zeichnet mit dem Titel Archive aus, die einen »innovativen Beitrag zur Stärkung der Akzeptanz von Geschichte und historischem Bewusstsein in ihrem jeweiligen Unternehmen geleistet haben. Hierzu zählen Produkte und Aktivitäten aus den Bereichen Publikation, Veranstaltung und Einsatz moderner Kommunikationsmittel«.
Dieses Jahr wurde das Bergbau-Archiv in Bochum prämiert. Besonders gewürdigt wurde der Beständeführer des Archivs von Evelyn Kroker. Auch wir gratulieren!
weitere Informationen: http://www.wirtschaftsarchive.de/vdw-preis/preis.html

Russlands Archive mauern

In Ihrer Ausgabe vom 3. Mai berichtet die Süddeutsche Zeitung über »Das Ende eines kurzen Frühlings« und die seit einiger Zeit wieder zunehmenden Behinderungen beim Zugang zu den russischen Archiven. Dies hänge nicht zuletzt mit dem Fehlen einschlägiger Regelungen zusammen.
weitere Infos: Süddeutsche Zeitung
eine Seite mit einer Auflistung der in dem Artikel erwähnten Bestände des Sonderarchivs auf den Seiten von Sebastian Panwitz: www.sonderarchiv.de

Online-Forum zu »Beute- und Raubkunst« eingerichtet

Vor zwei Jahren wurde das Projekt der Internetdatenbank www.lostart.de durch die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste gestartet. Mit diesem Projekt ist die Absicht verbunden, die Möglichkeiten des Mediums Internet für eine größere Reichweite und Transparenz bei der Dokumentation von Kulturgutverlusten zu nutzen.
Die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg ist eine von den Ländern und vom Bund finanzierte Einrichtung beim Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt. Sie hat die Aufgabe, Such- und Fundmeldungen zu kriegsbedingt verbrachten und NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern bzw. zu Kulturgütern mit unsicherer oder lückenhafter Provenienz, bei denen eine Verbringung oder ein unrechtmäßiger Entzug nicht ausgeschlossen werden kann, entgegenzunehmen, zu bearbeiten und in www.lostart.de zu veröffentlichen. Dies geschieht in Abstimmung mit den meldenden Personen und Institutionen.
Inzwischen kann u.a. zu über 40 000 detailliert beschriebenen Objekten, davon ca. 3 500 mit Abbildungen, in der Internetdatenbank recherchiert werden. Durchschnittlich über 10 000 Zugriffe (Sessions) im Monat beweisen die nationale und internationale Resonanz und Akzeptanz dieses Internetprojektes.
Kürzlich wurde als weiteres Angebot ein Forum unter www.lostart.de eingerichtet. Somit können an der Problematik der Auffindung und Rückführung kriegsbedingt verbrachter und NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter interessierte bzw. damit befasste Personen und Institutionen von der Möglichkeit Gebrauch machen, sowohl untereinander als auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Koordinierungsstelle in einen Dialog zu treten.
Dr. Uwe Hartmann
Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste
Kantstr. 5
39104 Magdeburg
Tel.: 0391-5448714
Fax: 0391-53539633
www.lostart.de
Uwe.Hartmann@mk.Sachsen-Anhalt.de

Westfälisches Musikarchiv online

Das Historische Centrum der Stadt Hagen hat mit dem »Westfälischen Musikarchiv« (WMA) einen weiteren Bestand inklusive Findbuch ins Internet gestellt.
»Das WMA verwahrt und betreut die Nachlässe von Komponisten, ausführenden Musikern und Musikwissenschaftlern, in deren Leben ein wichtiger Bezug zu Westfalen, in Einzelfällen auch zu angrenzenden Regionen gegeben ist. Den Kernbestand bilden die Nachlässe oder Teilnachlässe von rund 300 Persönlichkeiten, überwiegend aus dem Zeitraum von 1850–1970. Die Archivalien werden z. Zt. datenbanktechnisch einzeln erfasst und für eine Online-Recherche aufbereitet. Im Internet kann zurzeit bereits eine Recherche nach Komponisten und Musikern durchgeführt werden. In Kürze werden auch die einzelnen Bestände und Archivalien des Westfälischen Musikarchivs online einsehbar sein.
Im Westfälischen Musikarchiv sind Dossiers über etwa 950 Musiker vorhanden, in denen auch die teilweise umfangreiche Korrespondenz des WMA mit den Musikern selbst, mit Familienangehörigen, Musikwissenschaftlern und Institutionen aufbewahrt wird. Das Archiv stellt Musikwissenschaftlern und interessierten Besuchern seine Bestände zur Einsicht zur Verfügung. Von einzelnen Archivalien können Kopien angefertigt werden, sofern nicht konservatorische Bedingungen dem entgegenstehen.« 
weitere Infos unter www.historisches-centrum.de/archiv