60 Jahre nach der Stunde Null

Aus dem vielfältigen Veranstaltungsangebot, das in diesen Wochen zum Thema Kriegsende 1945 besteht, stellt die WAZ einige für das Ruhrgebiet vor:

Bochum: Eine ganze Veranstaltungsreihe plant die \“Initiative 8. Mai\“. 30 Bochumer Organisationen bewerben gemeinsam 30 Veranstaltungen. Das Gesamtprogramm steht im Internet unter www.bo-alternativ.de/achter-mai. Am 8. Mai gibt es in der Evangelischen Christuskirche ein \“Konzert zum Tag der Befreiung von Europa\“. Dort erklingen Arthur Honeggers \“Symphonie Nr. 3 Liturgique\“ (1945/46) und Frank Martins \“In Terra Pax\“ (1945).

Bottrop: In der Stadt ist bis zum 13. Mai die Ausstellung \“Bottrop im Mai 1945 – Stunde Null?\“ zu sehen. Für diese Präsentation haben Bottroper Schüler in Archiven recherchiert und Zeitzeugen befragt. Für den 8. Mai ruft die \“8. Mai-Initiative-Bottrop\“ zu einer Menschenkette gegen das Vergessen auf.

Dorsten: Dauerausstellungen zu jüdischem Leben und jüdischer Kultur in Westfalen gibt es im \“Jüdischen Museum Westfalen". Der Trägerverein \“Altes Rathaus\“ lädt am 8. Mai um 17 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung ins Alte Rathaus am Markt ein. Dort referiert Klaus Naumann vom Hamburger Institut für Sozialforschung zum Thema: \“Kronzeugen der Opfergesellschaft? Die Kriegskinder zwischen Klage und Anklage\“.

Dortmund: Am Sonntag, 1. Mai, um 11 Uhr erklären Mitarbeiter des Stadtarchivs die Ausstellung \“Widerstand und Verfolgung 1933-1945\“ in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache.

Duisburg: Zu einer Gedenkfeier auf dem Waldfriedhof lädt die Stadt Duisburg am 12. Mai ein. Auf dem Friedhof liegen über 3.500 Gefallene, Bombenopfer, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Opfer begraben.

Essen: Den Nazi-Terror der Pogromnacht 1938 und die Bombennächte der letzten Kriegsjahre hat die Alte Synagoge äußerlich überstanden. 60 Jahre danach gibt es in der Gedenkstätte zwei Dauerausstellungen, die sich mit jüdischem Leben und Widerstand gegen das Nazi-Regime beschäftigen. Im Essener Rathaus-Foyer ist ab dem 9. Mai die Fotoausstellung \“Barrieren brechen\“ zum deutsch-polnischen Verhältnis seit 1945 zusehen.

Gelsenkirchen: Die \“Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt für Menschenrechte und Demokratie\“ plant am 8. Mai gleich elf Veranstaltungen. Unter anderem gibt es Informationen zu kirchlichen Widerstandskämpfern und Führungen durch die Dokumentationsstätte \“Gelsenkirchen im Nationalsozialismus\“ und das jüdische Gemeindezentrum. Das genaue Programm hat das Institut für Stadtgeschichte

Haltern: Am 8. Mai wird im Marienhof eine Gedenktafel enthüllt, die an Zwangsarbeiter erinnert. Mit dabei sind ehemalige Zwangsarbeiter aus den Niederlanden, unter ihnen auch Peter Versteyne, der das Schicksal niederländischer Zwangsarbeiter in Haltern als Buch aufgearbeitet hat.

Hamm: Die Stadt Hamm zeigt bis 29. Mai in Zusammenarbeit mit der polnischen Partnerstadt Kalisz im Gustav-Lübcke-Museum eine deutsch-polnische Ausstellung. 50 Fotografen aus beiden Städten illustrieren den Kriegsalltag im Deutschen Reich und im besetzten Kalisz.

Herne: An jüdisches Leben in Herne vor dem Holocaust sollen Gedenktafeln erinnern. Die erste Tafel wurde im März aufgestellt.

Recklinghausen: Das Kriegsgeschehen steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Vestischen Museum. Dort sind Bilder und Dokumente aus den letzten Kriegswochen im Vest Recklinghausen ausgestellt.

Wattenscheid: Im Familienbildungszentrum Gertrudenhof bietet die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands ein Gesprächscafé für die Kriegs- und Nachkriegsgeneration an.

Quelle: David Mache, WAZ, 21.4.2005

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