Österreichische Bundesverwaltung setzt auf elektronische Akten

Eines der größten IT-Projekte der österreichischen Verwaltung, der elektronische Akt (ELAK) im Bund, ist abgeschlossen. Das verkündete Roland Ledinger, Vorsitzender des ELAK-Lenkungsauschusses. Mit dem ersten Quartal 2005 gebe es keinen Papierakt mehr, durchgängige elektronische Arbeitsabläufe seien nun möglich. Lange Aktenwege seien Vergangenheit, Arbeitsprozesse würden vereinfacht und beschleunigt.

Mit 9.Jänner 2005 sei die Umsetzung in allen Ministerien geschafft, betonte Ledinger. Ausgenommen ist noch das Verteidigungsministerium. Dieses hätte zwar auch schon bisher den ELAK, nur nicht den "Bundes-ELAK", die Einbindung soll aber demnächst erfolgen. Umgesetzt wurde das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft ELAK, an der neben der Bundesrechenzentrum Gmbh u.a. auch IBM und Fabasoft beteiligt sind.

Durch den ELAK kommt es laut Ledinger zu einer Vereinfachung und Beschleunigung der Arbeitsprozesse. Akten mussten früher etwa aus dem Archiv ausgehoben werden. Solche Such- und Recherchearbeiten seien nun nicht mehr nötig. Durchlaufzeiten würden um 12 Prozent reduziert, die Papierreduktion etwa im Bundeskanzleramt betrage 20 bis 25 Prozent. Zudem könnten sofort alle Anfragen der Bürger beantwortet werden. Der Schreibtisch der Beamten werde quasi zu den Bürgern verlängert.

Ledinger sprach von einem "großen Projekterfolg", mit 9.Jänner würden 8.500 Mitarbeiter in allen Ressorts mit dem ELAK arbeiten. Er gestand aber auch ein, dass die Umstellung vom Papierakt auf den elektronischen Akt für Beamte, die bisher nichts mit Computern zu tun hatten, eine Art "Kulturschock" gewesen sei. Heute seien die Mitarbeiter aber "gefesselt" vom ELAK und würden gerne damit arbeiten.

Für die Umsetzung des ELAK hat es laut Ledinger kein zusätzliches Budget gegeben, die Kosten mussten aus Einsparungen der Ministerien gedeckt werden. Das gesamte Projektvolumen über fünf Jahre sei bei 30 bis 40 Millionen Euro gelegen. Er gehe davon aus, dass nach vier Jahren ein Amortisierung erfolgt sei.

Christian Rupp, Exekutivsekretär E-Government des Bundes, sprach von einem "historischen Tag". Mit dem Abschluss des ELAK sei nun der ganze elektronische Amtsweg möglich. Insgesamt stehe Österreich beim E-Government im europäischen Vergleich an zweiter Stelle, nur knapp hinter Schweden.

Die nächsten Schritte des ELAK-Projekts sind nun weitere Schulungen der Mitarbeiter und die Integration des Verteidigungsministeriums, wie der Geschäftsführer der Bundesrechenzentrum GmbH Harald Neumann erläuterte. Zeitliche Verzögerungen, die sich durch den "komplexen Zuschlagsprozesse", ergeben hätte, seien inzwischen aufgeholt.

Quelle: networld, 28.4.2005

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