Diözese Chur beklagt Aktentransfer nach Vaduz

Das Erzbistum Vaduz (Liechtenstein) wurde 1997 durch Papst Johannes Paul II. errichtet. Zuvor gehörte das Gebiet zum Bistum Chur (Schweiz). Nunmehr beklagt der Archivar der Diözese Chur, Dr. Albert Fischer, den Verlust von historisch und ideell wertvollen Akten an die Diözese Vaduz. Diese seien widerrechtlich von Bischof Wolfgang Haas abtransportiert worden. Die Güterteilung sei päpstlich angeordnet gewesen, hieß es demgegenüber beim Bistum Vaduz. Die Akten seien legal und völlig korrekt übertragen worden. 

Bischof Haas war nach der Errichtung des Erzbistums Vaduz vor zehn Jahren temporär sowohl für die neue Erzdiözese als auch für das Bistum Chur zuständig. In seiner Funktion als Apostolischer Administrator holte er im Verlaufe des Jahres 1998 Akten über die zehn Liechtensteiner Pfarreien aus dem Churer Diözesanarchiv und transportierte sie nach Vaduz.

Wo die entwendeten Liechtensteiner Pfarreiakten heute lagern, wolle in Vaduz niemand sagen. Wie viele Akten aus dem Archiv in Chur entfernt wurden, lässt sich laut Fischer auch nicht mehr feststellen. Er entdeckte die Entnahme im Juni 2004 bei seinem Amtsantritt im Rahmen der Sanierung des bischöflichen Archivs.

Kontakt:
Bischöfliches Archiv Chur
Dr. Albert Fischer, Diözesanarchivar
Hof 19
Postfach 133
CH – 7002 Chur
Tel. 081 / 258 60 40
Fax 081 / 258 60 01
fischer@bistum-chur.ch

Quelle: Basler Zeitung, 11.12.2007; Südostschweiz, 11.12.2007; Volksblatt (Liechtenstein), 11.12.2007

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