Publikation über die Dorfkirche St. Urbanus in Dortmund-Huckarde

Die Geschichte und Gegenwart der Kirche St. Urbanus und des Ortes Huckarde werden nun in einem neu erschienenen Buch in den Mittelpunkt gerückt. \“Mittelalter und Industrialisierung. St. Urbanus in Huckarde\“ dokumentiert die Ergebnisse einer Tagung im letzten Jahr, die die Huckarder Kirche St. Urbanus aus verschiedenen Blickwinkeln untersuchte. Die Publikation von Prof. Dr. Thomas Schilp, städtischer Archivdirektor im Stadtarchiv Dortmund und Professor an der Universität Duisburg-Essen sowie Prof. Dr. Barbara Welzel, Technische Universität Dortmund und Dortmunder Conrad-von-Soest-Gesellschaft, wird gemeinsam mit Pfarrer und (Mit-)Autor Michael Ortwald am Montag, 25. Mai 2009, um 18.30 Uhr in St. Urbanus an der Marienstraße 9 öffentlich vorgestellt. Der Eintritt ist frei. 

Die Kirche St. Urbanus ist heute ein Gotteshaus und ein Kulturdenkmal eigenen Typs: Sie erinnert an das Mittelalter und die Vormoderne, zugleich aber auch an die dramatischen Vorgänge der Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts, die aus dem kleinen Dorf Huckarde eine gigantische Industrieansiedlung um die Zeche \“Hansa\“ mit angeschlossener Kokerei werden ließen. Damit ist St. Urbanus ein besonders spannungsgeladener und aussagekräftiger Erinnerungsort. 

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit zum Frauenstift Essen gehörend, wurde hier – im Zusammenhang mit umfangreichem Grundbesitz des Stifts – früh eine Kirche erbaut. Die Skulptur des Patrons, ein herausragendes Kunstwerk aus einer Blütezeit der Kirche im 14. Jahrhundert, wird noch heute verehrt und bei Prozessionen mitgeführt. Weitere Skulpturen des Mittelalters, die zum Teil im Diözesanmuseum Paderborn untergebracht sind, sind in der Kirche als Replik zu bewundern, eine spätmittelalterliche Kanzel mit Bildern der \“Verkehrten Welt\“ hat Berühmtheit erlangt. Im 19. Jahrhundert hat die Kirche auf die dramatischen Umstände reagiert, die mit dem immensen Bevölkerungszuwachs im Zuge der Industrialisierung verbunden waren: Der spätgotische Choranbau der Kirche wurde abgerissen, um diese mit einem Neubau erheblich zu vergrößern. Gleichzeitig erhielt St. Urbanus eine bedeutende Neuausstattung. 

Das neue Buch stellt die Dorfkirche als exemplarischen Erinnerungsort der Kultur und Geschichte der Region Ruhr in das Zentrum der Diskussion: Kunst- und Architekturhistoriker, Historiker, Musikwissenschaftler und Theologen haben ihr Wissen zusammengetragen, um neue Zugänge zu diesem einzigartigen Ort zu eröffnen. So wird die Architektur der Kirche und deren Ausstattung ebenso thematisiert wie die Geschichte Huckardes in der Region, die Skulpturen und liturgischen Geräte ebenso wie die berühmte Kanzel mit ihren theologischen Hintergründen, das kostbare Ziborium und die Glocken ebenso wie der Schatz der liturgischen Gewänder aus der Zeit um 1900. Weiterhin wird St. Urbanus als Erinnerungsort aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, aus der Sicht des Pfarrers ebenso wie aus der Sicht von Kunstgeschichte und Geschichte. 

Info:
\“Mittelalter und Industrialisierung. St. Urbanus in Huckarde\“ erschien als Band 12 der Dortmunder Mittelalter-Forschungen im Bielefelder Verlag für Regionalgeschichte. Herausgeber sind Thomas Schilp und Barbara Welzel. Das 360 Seiten und zahlreiche Abbildungen umfassende Buch kostet im Buchhandel 29 Euro. Bei der Buchvorstellung am 25. Mai ist es zum Einführungspreis von 24,90 Euro erhältlich. 

Kontakt
Stadtarchiv Dortmund
Prof. Dr. Thomas Schilp
Märkische Str. 14
44122 Dortmund
Tel.: 0231 / 502 – 2156
Fax: 0231 / 502 – 6011
stadtarchiv-dortmund@stadtdo.de 
tschilp@stadtdo.de

Quelle: Pressemitteilung Stadt Dortmund, 20.5.2009; Derwesten.de, 20.5.2009

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