Stadtarchiv Limburg gerät an seine Kapazitätsgrenzen

In einer Art Homestory berichtet das Weilburger Tageblatt über die Aufgaben, Sammlungen und Erträge der Arbeit des Stadtarchivs Limburg an der Lahn. Dabei wurde der Unterschied in den fachlichen Voraussetzungen und im Selbstverständnis des jetzigen Archivleiters Dr. Christoph Waldecker (seit 2007) im Vergleich zu seinen Vorgängern herausgestellt. Diese waren allesamt Gymnasiallehrer im Hauptberuf und nutzten die Archivschätze vordringlich für Ausstellungen und historische Vorträge. Waldecker hingegen widmete sich der Grundlagentätigkeit, d.h. der Erschließung und Verzeichnung des Archivgutes, um dessen Nutzbarkeit zu gewährleisten. Ausstellungen hingegen seien die Stärke von Museen.

516

Abb.: Übergabe der Sammlung Kloos 2009 im Stadtarchiv Limburg: (v.l.n.r.) Bürgermeister Martin Richard, Maria Kloos, Beate Kloos, Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker, Stephan Kloos (Foto: Stadt Limburg)

Das Stadtarchiv Limburg an der Lahn logiert seit 1977 im Südflügel des Schlosses hinter dem Limburger Dom. Die größten Bestände stammen naturgemäß aus dem Rathaus. Dazu gehören aber auch sämtliche Akten aus den bis Anfang der 1970er Jahre selbstständigen sechs Gemeinden, den heutigen Stadtteilen Limburgs. Viele Akten, die lange Zeit auf dem Speicher des Schlosses lagerten, werden mittlerweile von den Archivmitarbeitenden bearbeitet. Private Sammlungen oder Akten aus Vereinen erreichen das Stadtarchiv hingegen eher zufällig. Die wohl bedeutendste private Sammlung – Tausende von Fotos, die die gesamte Stadt dokumentieren – erreichte das Stadtarchiv 2009 von den Angehörigen des zwei Jahre zuvor verstorbenen Limburger Fotografen Friedel Kloos. Spenden privater Sammler und Historiker sind für die Archivare im Stadtarchiv wertvolle Fundgruben.

Diese Dokumente neueren Datums finden ihren Platz neben dem Stadtbuch von 1548 und einem Gemälde des englischen Künstlers John Lewis Wood von 1863, das eine Marktszene auf dem heutigen Bischofsplatz zeigt, und der ältesten Urkunde des Stadtarchivs von 1278. Darin beurkundet Graf Gerhard von Diez das Ende der Streitigkeiten zwischen der Limburger Bürgerschaft und ihrem Stadtherrn. Unter den Urkunden befinden sich 32 Kaiser- und Königsurkunden, einschließlich Kopien und Abschriften, sowie eine Bulle von Papst Pius II. (1558 bis 1564) neben Urkunden der Limburger Dynasten, der Grafen von Diez, des Stiftes St. Georg und ungeahnt vielen weiteren Dokumenten von unschätzbarem Wert, wie das Weilburger Tageblatt berichtet.

Problematisch ist die Benutzungssituation, da Benutzer- und Mitarbeiterbereich räumlich nicht getrennt sind. Stadtarchivar Waldecker hat bereits Vorschläge zur Verbesserung der räumlichen Situation, auch hinsichtlich der bereits zu etwa 75 Prozent gefüllten 1,3 lfd km Magazinflächen, unterbreitet und wartet auf eine Entscheidung der städtischen Gremien.

Geöffnet ist das Archiv mittwochs von 8.30 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Kontakt unter Telefon  (0 64 31) 20 33 41 oder 20 33 68 oder an monika.jung(at)stadt.limburg.de oder christoph.waldecker@
stadt.limburg.de per Mail.

Kontakt:
Dr. Christoph Waldecker M.A., Dipl.-Archivar (FH)
-Leiter des Stadtarchivs-
Werner-Senger-Str. 10
65549 Limburg a. d. Lahn
Telefon 06431 203-368
Fax 06431 584 3947
christoph.waldecker@stadt.limburg.de

Quelle: Dieter Fluck, Weilburger Tageblatt, 8.6.2016

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


  • Um AUGIAS.Net aktuell zu halten, würden wir uns auch über Ihre Mithilfe freuen: Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wenn Sie Neuigkeiten aus dem Archivwesen haben (Nachrichten, Literatur, Links, Termine etc.).
Top