Deutsches Archiv für Theaterpädagogik verabschiedet seine Gründerin und Leiterin

Prof. Dr. Marianne Streisand tritt am 1. September in den Ruhestand

Seit dem 1.10.2003 ist Marianne Streisand Professorin für Angewandte Theaterwissenschaft am Institut für Theaterpädagogik der Hochschule Osnabrück, Fakultät Management, Kultur und Technik in Lingen. Die in Berlin ausgebildete Germanistin und Theaterwissenschaftlerin gründete 2007 das Deutsche Archiv für Theaterpädagogik (DATP), als dessen Wissenschaftliche Leiterin sie seither zugleich fungiert. Der Studiengang Theaterpädagogik ist am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück erst 1998 eingeführt worden.

Das Deutsche Archiv für Theaterpädagogik dient der Information, der Dokumentation und der Forschung zur Geschichte und Gegenwart der Theaterpädagogik. Es sichert als archivwürdig bewertete Dokumente aus der jüngeren und älteren Geschichte des Fachs als Schriftgut, Ton-, Bild- und Filmdokument sowie elektronisch gespeicherte Information und stellt sie für Forschung, Lehre, künstlerische Praxis und Öffentlichkeitsarbeit bereit.

Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erläutert Marianne Streisand die kulturelle Bedeutung der Archivbestände. Deren Umfang beträgt mehr als 250 Regalmeter an Materialien aus der relativ jungen Geschichte der Theaterpädagogik. Der Archivbestand des DATP umfasse derzeit 26 Sammlungen. Das Archiv sammelt inter- und transdisziplinäre Fundstücke von verschiedenen geographischen und historischen Fundorten. Methodologisch geht es davon aus, dass die Geschichte der Theaterpädagogik keine lineare Entwicklung aufweist, sondern sich aus den Tätigkeiten unzähliger Personen an unterschiedlichen Orten zu verschiedenen Zeiten zusammensetzt. Schwerpunkt der Sammlungen des DATP, in dem seit 2007 Bernd Oevermann als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist, bildet dabei die Geschichte der Theaterpädagogik in den deutschsprachigen Ländern von 1945 bis in die Gegenwart.

In erster Linie wird das in der Öffentlichkeit und auch in der Archivszene recht unbekannte Archiv für zahlreiche Bachelor-Arbeiten und Dissertationen genutzt. Zuwächse erhält das Deutsche Archiv für Theaterpädagogik insbesondere durch Vorlassgeber. Dadurch hätten die Nutzer des Archivs, bei denen es sich vorrangig um Studierende und Wissenschaftler handele, zudem den Vorteil, mit diesen ins Gespräch zu kommen. Dafür würden unter anderem „Erzählcafés“ angeboten, so Streisand gegenüber der NOZ, die sich derzeit intensiv mit der Suche nach einer engagierten Nachfolgerin, einem engagierten Nachfolger für ihre Aufgabe beschäftigt.

Kontakt:
Deutsches Archiv für Theaterpädagogik
Baccumer Str. 3
49808 Lingen/ Ems
Tel.: 0591/80098-428
datp@hs-osnabrueck.de
www.archiv-datp.de

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 24.7.2019

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