Seltene Bilder aus dem Herbst 1989 für das Magdeburger Stadtarchiv

Dieter Müller schenkt Heimatstadt seine umfangreiche Fotosammlung

Wenn in diesen Tagen in Magdeburg an die Friedliche Revolution von 1989/90 erinnert wird, sind oft die Fotos von Dieter Müller zu sehen. Nun hat sich der ehemalige Lehrer des Norbertinums Magdeburg entschlossen, seine einzigartige Sammlung dem Stadtarchiv Magdeburg anzuvertrauen. In einem speziellen Klimamagazin werden die fragilen Negativfilme für die kommenden Generationen bewahrt.

Abb.: Dompredigerin Waltraut Zachhuber während eines „Gebets für gesellschaftliche Erneuerung“ im Magdeburger Dom. 1989 (Stadtarchiv Magdeburg, Fotos Dieter Müller, Nr. 32)

Lange bevor die offizielle Presse über Friedensgebete und Demonstrationen berichtete, dokumentierte der kirchlich engagierte Lehrer Dieter Müller unter persönlichem Risiko die Vorgänge mit seiner privaten Kamera. Zur eigenen Sicherheit hat er seine Aufnahmen manchmal verdeckt aus der Hüfte geschossen und immer im eigenen Fotolabor entwickelt. Einige der Bilder sind technisch nicht perfekt, aber alle sind als erste Zeugnisse einer neuen Zeit besonders authentisch. Magdeburgs Archivleiter PD Dr. Christoph Volkmar ist sich sicher: „Ohne mutige Menschen wie Dieter Müller könnten wir uns heute von den Anfängen der Friedlichen Revolution in Magdeburg kein Bild mehr machen.“

Abb.: Demonstrationszug in Magdeburg beim Überqueren der Kreuzung Wilhelm-Pieck-Allee/ Karl-Marx-Straße. Im Vordergrund Streifenwagen der Volkspolizei. 1989 (Stadtarchiv Magdeburg, Fotos Dieter Müller, Nr. 56)

Dieter Müller hat dem Stadtarchiv Magdeburg 213 Kleinbild-Negative und 101 Digitalisate, zudem schriftliche Notizen über die Entstehung der Fotos zwischen Oktober und Dezember 1989 übergeben. Viele Aufnahmen entstanden im und vor dem Dom, wo die Friedliche Revolution in Magdeburg im „Gebet für gesellschaftliche Erneuerung“ ihren Anfang nahm.

Dank der großzügigen Schenkung kann das Stadtarchiv nun dafür sorgen, dass die Fotos aus dem Wendeherbst auf Dauer im Gedächtnis der Stadt präsent bleiben. Für Ausstellungszwecke stehen hochwertige Digitalisate zur Verfügung. „Als Stadtarchiv konzentrieren wir uns auf den Erhalt der Originale und stellen Sie gern in digitaler Form für die Öffentlichkeit bereit“, sagt Christoph Volkmar.

Kontakt:
Stadtarchiv Magdeburg
Mittagstraße 16
39124 Magdeburg
+49 391 540- 2912
archiv@magdeburg.de
www.magdeburg.de/stadtarchiv
www.magdeburger-moderne.de
www.stadtarchiv-magdeburg.findbuch.net

Quelle: Landeshauptstadt Magdeburg, Presseinformation, 25.10.2019

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