Spurensuche Bielefeld 1933-1945

Mitte Dezember 2021 ist das neue Onlineportal „Spurensuche Bielefeld 1933-1945“ an den Start gegangen. Es ermöglicht einen geographischen Zugang zu vielfältigen Ergebnissen der Erinnerungskultur in Bielefeld. In sogenannten „Spuren“ werden Opfer, Täter und Strukturen der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Bielefeld sowie die ‚Spuren‘ der direkten Vorgeschichte und Nachwirkungen sichtbar.

Das Onlineportal startet mit etwa 110 Spuren in einer interaktiven Karte der Stadt Bielefeld. Enthalten sind erstmals 80 Biogramme der deportierten Jüdinnen und Juden, die in Bielefeld als wohnhaft registriert waren und am 13. Dezember 1941 nach Riga deportiert wurden. Weitere Spuren betreffen die Verfolgung von Homosexuellen, Sinti und Roma, SPD- und KPD-Mitglieder, Bibelforscherinnen und Bibelforscher sowie die Rolle der Stadt- und Finanzverwaltung u.v.m.

Ne­ben dem „Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in Bie­le­feld“ gibt es wei­te­re, breit­ ge­stal­te­te Zu­gän­ge und ver­schie­de­ne in­halt­li­che Schwer­punk­te der Er­in­ne­rungs­kul­tur. Sie rei­chen von As­pek­ten der De­mo­kra­tie­ge­schich­te des 19. und 20. Jahr­hun­derts, über den Ko­lo­nia­lis­mus, dem vor­mo­der­nen und mo­der­nen jü­di­schen Le­ben, die Ver­fol­gung und par­ti­el­ler Gleich­stel­lung von Ho­mo­se­xu­el­ler und Trans­gen­der bis zur In­te­gra­ti­on von Sin­ti und Soma, der sog. „Gast­ar­bei­ter“, ver­schie­de­ne Mit­bür­ger/in­nen mit Flucht- und Mi­gra­ti­ons­er­fah­rung u.v.m. Sie wer­den in den nächs­ten Jah­ren Ein­gang in das On­lin­e­por­tal fin­den.

Die Inhalte werden partizipativ von Erinnerungsinitiativen, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Bildungs- und Kulturinstitutionen erarbeitet. Die ersten 29 Autorinnen sind Historikerinnen und Historiker, fachkundige Bürgerinnen und Bürger sowie Studierende, Schülerinnen und Schüler. Weitere Spuren werden derzeit geschrieben und befinden sich in Vorbereitung. Ei­nen Über­blick über mög­li­che wei­te­re The­men und „Spu­ren“ fin­det man un­ter der Rubrik „Weiße Flecken“. Das Informationsangebot wird stetig erweitert. Für den Redaktionsprozess und die inhaltliche Qualitätssicherung ist das Stadtarchiv Bielefeld zusammen mit einer zivilgesellschaftlich-partizipativ besetzten Redaktion verantwortlich.

Alle Interessierten sind eingeladen, „Spuren zu legen“, Inhalte bereit zu stellen oder sich über die Erinnerungskultur in Bielefeld zu informieren.

Link: https://spurensuche-bielefeld.de

Kontakt:
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld
Kavalleriestraße 17
33602 Bielefeld
Tel.: +49 521 518516
jan-willem.waterboehr@bielefeld.de
https://www.stadtarchiv-bielefeld.de/

Quelle: Jan-Willem Waterböhr, Meldung für Nachrichtensammlung Westfaelische-Geschichte, 21.12.2021; Über das Onlineportal „Spurensuche Bielefeld 1933-1945“, Dez. 2021

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