VdA-Arbeitskreis zu den »Überlieferungen der neuen sozialen Bewegungen«

Der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. informiert darüber, dass sich ein neuer Arbeitskreis des Berufs- und Fachverbandes konstituieren wird. Der Arbeitskreis wird sich mit den "Überlieferungen der neuen sozialen Bewegungen" beschäftigen. Er wird derzeit von Archiven der neuen sozialen Bewegungen und VdA-Vorstandsmitgliedern vorbereitet.

In einer aktuellen Verbandsmitteilung legt der VdA-Vorsitzende Prof. Dr. Robert Kretzschmar die Hintergründe der Arbeitskreisgründung näher dar: "Die aktuelle Erinnerung an die Entwicklungen und Phänomene, die mit dem Jahr 1968 verbunden sind, hat erneut in das Bewusstsein gerufen, welche Bedeutung den Überlieferungen der neuen sozialen Bewegungen zukommt. Im gesellschaftlichen Engagement, wie es sich z.B. auch in der Anti-AKW-Bewegung, der Frauenbewegung, der Friedensbewegung und oppositionellen Gruppierungen in Ost und West entwickelt hat, spiegeln sich wichtige politische und soziale Prozesse, die für die Geschichte der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik prägend waren und sind. Die Strategien einer Institutionen übergreifenden Überlieferungsbildung, die das Ziel verfolgt, die Gesellschaft möglichst breit und vielfältig zu dokumentieren, müssen darauf ausgerichtet sein, die Überlieferungen der neuen sozialen Bewegungen dauerhaft zu sichern und zugänglich zu machen."

Kontakt:
Prof. Dr. Robert Kretzschmar
VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.
Wörthstraße 3
36037 Fulda 
www.vda.archiv.net

Einbruch ins Stadtarchiv Löhne

Am vergangenen Wochenende (19./20. Juli 2008) haben Einbrecher das Stadtarchiv Löhne als lohnendes Ziel ausgemacht. Aufmerksam geworden war man am Montagmorgen auf den Einbruch, als die eingeschlagene Scheibe im Untergeschoss des Rathauses entdeckt wurde. Im Archiv selbst traten die Täter Glastüren ein und verwüsteten das Archiv. Da sich bei dieser Aktion einer der Eindringlinge verletzt hat, hofft die Polizei nun, dass sie die vorhandene Blutspur zu einem der Täter führen wird. Archivleiter Joachim Kuschke unterbrach seinen Urlaub, um sich vor Ort einen Überblick über den entstandenen Schaden zu verschaffen. Er war anschließend sehr erleichtert darüber, dass keine der wertvollen Archivalien verschwunden sind und auch nicht der komplette Archivbestand durcheinander gebracht worden ist. Entwendet wurden allerdings Bildschirme, Arbeitsspeicher und Festplatten von drei PCs. Da sämtliche Daten jedoch auf einem zentralen Server gespeichert werden, sind zumindest keine wertvollen Daten verloren gegangen, sondern nur das auf der Festplatte von Joachim Kuschkes Computer gespeicherte Archivprogramm.

Kontakt
Stadtarchiv Löhne
Oeynhausener Str.41
32584 Löhne
Tel.: 05732 / 100 – 317
Fax: 05732 / 100 – 309
j.kuschke@loehne.de

Quelle: Martin Fröhlich, NW, 23.7.2008

Archivleiterwechsel im Stadtarchiv Lingen

Dr. Ludwig Remling, der seit 1985 das Stadtarchiv Lingen leitete, ist kürzlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden. Sein Nachfolger, Dr. Stephan Schwenke, übernahm die Leitung des Stadtarchivs Lingen am 26. Mai 2008. Das Archiv ist außer der Stadt Lingen zuständig für die eingemeindeten Ortsteile Altenlingen, Baccum, Biene, Bramsche, Brockhausen, Brögbern, Clusorth-Bramhar, Darme, Estringen, Holthausen, Hüvede-Sommeringen, Laxten, Münnigbüren, Mundersum, Ramsel, Schepsdorf, Wesel und Wachendorf. Die ältesten Urkunden stammen aus dem 15. Jahrhundert, die jüngsten aus dem 18. Jahrhundert. Des Weiteren gehören zum Archivbestand 10.000 Akten ab dem 16. Jahrhundert, 20.000 Fotos und Dias, 500 Karten und Pläne, 800 Broschüren der Kleinschriftensammlung, 7 Deposita, 12 Nachlässe sowie ca. 500 Zeitungsbände mit dem Lingener Volksboten (1869-1936 und 1949-1967), dem Lingener Wochenblatt/Kreisblatt (1835-1937) und der Lingener Tagespost (ab 1946). Außerdem steht eine Bibliothek mit knapp 2.000 Bänden zur Verfügung. 

Wer möchte, kann die Bestände des Stadtarchivs auch online recherchieren. Ein weiteres Angebot des Stadtarchivs Lingen besteht darin, dass nach Voranmeldung auch Führungen für Gruppen oder Schulklassen durchgeführt werden. Die Teilnehmerzahl sollte jedoch 20 Personen nicht übersteigen. Nach einer kurzen Einführung in Aufgaben und Arbeitsweisen des Stadtarchivs werden die wichtigsten Bestände des Stadtarchivs vorgestellt und ihre Lagerung im Magazin gezeigt. Den Abschluss bildet normalerweise ein Dia-Vortrag mit alten Lingener Ansichten. Die Dauer einer Führung beträgt eine Stunde, bei ausführlicher Diskussion des Dia-Vortrags auch bis zu 90 Minuten. Das Stadtarchiv unterstützt außerdem im Rahmen seiner Möglichkeiten alle Forschungsvorhaben zur Lingener Geschichte und veröffentlicht zudem regelmäßig die Ergebnisse seiner eigenen Forschungen.

Kontakt
Stadtarchiv Lingen
(im Obergeschoss der Stadt- und Hochschulbibliothek)
Dr. Stephan Schwenke
Baccumer Straße 22
49808 Lingen (Ems)
Tel.: 0591 / 9167 – 111
Fax: 0591 / 9167 – 140
s.schwenke@stadtarchiv-lingen.de

Quelle: Bestände Stadtarchiv Lingen.

Kolloquium »Lebenswelten« in der Nachkriegszeit (1945-1970)

Mit dem Kolloquium »\“Lebenswelten\“ in der Nachkriegszeit (1945-1970)«, das sich an HistorikerInnen wie ArchivarInnen gleichermaßen wendet, setzt das Landesarchiv Baden-Württemberg den Dialog zwischen Archiven und Forschung fort: Quellenlagen wirken sich auf Forschungsmöglichkeiten aus – Forschungsfragen wiederum bedingen entsprechende Überlieferungsentscheidungen.

Tagungsprogramm:

10.15 Uhr 
Prof. Dr. Robert Kretzschmar,
Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg
Begrüßung

10.30 – 11.00 Uhr 
Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Universität Heidelberg
Lebenswelten und Wertewandel in der Nachkriegszeit
Forschungsüberblick – Tendenzen

11.20 – 11.40 Uhr 
Dr. Volker Steck, Stadtarchiv Karlsruhe
Änderungen des Freizeitverhaltens: Der Wandel im Sport – kommunale und private Quellen –

12.00 – 13.15 Uhr Mittagspause
[12.45-13.05 Uhr Teilnahmemöglichkeit 20 min Führung durch Gedenkstätte]

13.15 – 13.35 Uhr 
Dr. Walter Rummel, Landesarchiv Speyer
Abweichendes Verhalten, Ordnungswidrigkeiten und Strafen – Quellen aus Polizei und Justiz –

13.55 – 14.15 Uhr 
Prof. Dr. Werner Moritz, Universitätsarchiv Heidelberg Universitätsfeiern
– Quellen der Universität –

14.35 – 15.00 Uhr Kaffeepause

15.20 – 15.40 Uhr 
Konstantin Huber / Dr. Karl J. Maier, Kreisarchiv des Enzkreises
Neue Heimat für Millionen (Flüchtlinge, Heimatvertriebene, Gastarbeiter) – Quellen der Kreis- und Gemeindeverwaltungen –

15.40 – 16.00 Uhr 
Dipl. oec. Jutta Hanitsch, Stiftung Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg
Die ökonomische Prägung von Lebenswelten – Quellen im Wirtschaftsarchiv –

16.20 – 17.00 Uhr Abschlussdiskussion
[17.00-17.20 Uhr Teilnahmemöglichkeit 20 min Führung durch Gedenkstätte]

Info (Vorankündigung):
\“Lebenswelten\“ in der Nachkriegszeit (1945-1970). Quellenlage und Auswertungsmöglichkeiten
Kolloquium des Landesarchivs Baden-Württemberg und der Universität Heidelberg – Historisches Seminar
Termin: 7. November 2008
Ort: Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg

Anmeldungen sind ab sofort möglich unter landesarchiv@la-bw.de.

Bundesarchiv strebt langfristige Sicherung des deutschen Filmerbes an

Zur Sicherung des deutschen Filmerbes hält das Bundesarchiv die vollständige Erfassung aller in Deutschland produzierten Filme und die möglichst zeitnahe Abgabe einer Belegkopie an das Archiv für erforderlich. „Wir brauchen eine gesetzliche Regelung ähnlich wie bei Büchern, um Filme von bleibendem Wert langfristig sichern und dokumentieren zu können. Derzeit sind viele Filme, die aufgrund ihrer künstlerischen, mediengeschichtlichen oder historischen Bedeutung bleibenden Wert haben, gefährdet, weil ihre Erhaltung dem Zufall überlassen bleibt\“, so Prof. Dr. Hartmut Weber, der Präsident des Bundesarchivs am 2. Juni 2008.

Einer Untersuchung des Kinematheksverbundes zufolge gelangten von den 1995 produzierten Spielfilmen nur etwa 37% ins Bundesarchiv, weitere 10% wurden von einer der anderen größeren deutschen Einrichtungen gesammelt. Um zu erkunden, wie mit Unterstützung der Filmproduzenten die Sicherung des deutschen Filmerbes verbessert werden kann, hatte das Bundesarchiv im Sommer 2007 eine Umfrage gestartet. Mit Hilfe der Produzentenverbände, insbesondere der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm und der Arbeitsgemeinschaft Kurzfilm, waren unter dem Motto „Vier Minuten für das deutsche Filmerbe\“ weit über 1 000 Filmproduzenten angeschrieben oder angemailt worden. Rund 200 schickten den Fragebogen ausgefüllt zurück.

Die überwiegende Mehrheit dieser deutschen Filmproduzenten hält die Institution eines zentralen Filmarchivs für sinnvoll. Die Dienstleistungen der Abteilung Filmarchiv des Bundesarchivs schätzen 93% insgesamt als gut ein, insbesondere die Filmlagerungsbedingungen und die filmfachliche Kompetenz. 77% der Befragten befürworten eine Pflichtregistrierung von Filmen, 60% die Pflichtabgabe einer Belegkopie an das Bundesarchiv, wenn diese bezuschusst wird. „Wir sehen das Umfrageergebnis als eine grundsätzliche Zustimmung zu unseren Bemühungen, das deutsche Filmerbe langfristig zu sichern. Die Einlagerung von Filmen ist für die Produzenten kostenfrei. Filmarchivierung nützt der Kultur und der Filmwirtschaft. Eine frühe Archivierung der Filme sichert nicht nur das reichhaltige deutsche Filmerbe, sondern hilft auch spätere Restaurierungskosten zu sparen\“, so Karl Griep der Leiter der Abteilung Filmarchiv im Bundesarchiv.

Kontakt
Bundesarchiv-Filmarchiv
Karl Griep
Fehrbelliner Platz 3
10707 Berlin
Tel.: 03018 / 7770 – 900
Fax: 03018 / 7770 – 999 
k.griep@barch.bund.de
filmarchiv@barch.bund.de

Quelle: Pressemitteilung Bundesarchiv, 2.6.2008

Stadt Witten pflegt aktive Erinnerungskultur

„Gut ist aber zu wissen, dass es in Witten eine aktive Erinnerungskultur gibt und junge Menschen an der Geschichte des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung interessiert sind.“ Mit diesen Sätzen verabschiedet sich der in Sydney lebende Dr. John Albert Roberts nach seinem Besuch am 18.7.2008 in Witten. Vor 25 Jahren war er das erste Mal mit seiner Familie in Witten, um im Stadtteil Annen das Wohn- und Geburtshaus seines Vaters Heinz-Albert Rosenthal und das Kaufhaus „Gebrüder Rosenthal“ seiner Großeltern Siegmund und Elise Rosenthal in der Bebelstraße zu besichtigen. Der 64jährige Australier ist praktischer Arzt und Psychiater, mit einer Schweizerin verheiratet und Vater von fünf Kindern. Begleitet wurde er von Georg Meirik und Gerda-Marie Möller aus Reken, die ihn bei der Suche nach den Wurzeln seiner Familiengeschichte schon seit Jahren unterstützen. 

Der Besuch in der Ruhrstadt begann im Stadtarchiv Witten. John Albert Roberts konnte dort Dokumente zur Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde Annens ebenso einsehen wie Personenstandsverzeichnisse aus dem 19. Jahrhundert mit den Namen der Menschen, die damals in den Häusern Bebelstraße 7 und 9 lebten. Auch interessierten ihn die Forschungsergebnisse von Dr. Martina Kliner-Fruck, die in dem Gedenkbuch der Stadt Witten „Vergessen kann man das nicht“ 1991 veröffentlicht wurden. Mehr als 20 Verfolgungsschicksale der Rosenthals aus Annen und Stockum sind darin dokumentiert. Die Gewerbesteuer-Akte der Gebrüder Rosenthal aus den 1920er Jahren faszinierte ihn besonders. 

Nach dem Archivbesuch ging es am Freitag auf eine kleine Exkursion: In der Bebelstraße findet Dr. Roberts in einem Hinterhof das Gebäude, in dem das Geflügel für die „Rosenthal-Betten“ entfedert wurde. Traurig blickt er auf das ehemalige Kaufhaus Rosenthal, von dem er sich gewünscht hätte, es wäre besser erhalten und stände unter Denkmalschutz. Als er in dem einen oder anderen Geschäft erzählt, er sei der Enkel von Siegmund Rosenthal, wird er freundlich empfangen. „Mein Großvater war sehr beliebt, sehr deutsch-national“, erinnert sich John Albert Roberts. Er und Martina Kliner-Fruck diskutieren über die Ereignisse in der Reichspogromnacht 1938. In der Nacht zum 10. November wurden Siegmund und Elise Rosenthal sehr schwer von SS-Leuten misshandelt. Zu diesem Zeitpunkt war Heinz Rosenthal, Dr. Roberts Vater, bereits nach Australien geflüchtet. Siegmund Rosenthal hatte kein Verständnis dafür, warf seinem Sohn „Verrat am deutschen Vaterland“ vor. Nach der so genannten Kristallnacht und den Misshandlungen, von denen den Eheleuten schwere körperlichen Folgen blieben, schrieb Siegmund Rosenthal seinem Sohn nach Sydney – wegen der Zensur verschlüsselt – , sie hätten einen schweren Autounfall gehabt. Er möge sie nach Australien holen. 

John Albert Roberts besucht auch den jüdischen Friedhof in Annen. Seit seinem letzten Besuch weiß er, dass in der Nazi-Zeit alle Grabsteine zerstört und entfernt wurden und er erinnert sich an einen Gedenkstein. Überrascht ist er, auf einem zweiten Gedenkstein die Namen der ehemals auf dem Friedhof Bestatteten Jüdinnen und Juden zu finden – darunter ist auch der Name seines Urgroßvaters Isaak Rosenthal. „Wir konnten die Namen aus überlieferten Friedhofsunterlagen recherchieren“, berichtet die Leiterin des Stadtarchivs. „1992 hat dann der Rat der Stadt Witten die Errichtung des zweiten Gedenksteins entschieden. Ein Jahr später entstand dann das ‚Synagogendenkmal’ an der Ecke Breite Straße / Synagogenstraße.“ 

Kontakt
Stadtarchiv Witten
Ruhrstraße 69
58452 Witten
Tel.: 02302 / 581 – 2415
Fax: 02302 / 581 – 2497
stadtarchiv@stadt-witten.de 

Quelle: Pressemitteilung Universitätsstadt Witten, 21.7.2008

Wolfsburg-Saga kurz vor ihrer Fertigstellung

In Wolfsburg ist es ein offenes Geheimnis – zurzeit wird mit Hochdruck an der Fertigstellung der \“Wolfsburg-Saga\“ gearbeitet. Herausgeber Prof. Dr. Christoph Stölzl, Dr. Birgit Schneider-Bönninger (Leiterin Stadtarchiv Wolfsburg) und der renommierte Fachverlag Theiss feilen in letzter Detailarbeit an dem umfassenden Kompendium über die Wolfsburger Stadtentwicklung und -geschichte – in dieser Art und Weise existiert bislang noch kein Gesamtwerk, dass Wolfsburg über die Jahrzehnte so umfangreich darstellt. Anlässlich des 70jährigen Stadtjubiläums soll das Werk, das etwa zur Hälfte geschichtlich orientiert ist und zur anderen Hälfte das aktuelle, moderne Wolfsburg portraitiert beschreibt, im Herbst 2008 erscheinen. Zu den konkreten Inhalten wird es nach kompletter Fertigstellung des Werkes eine umfangreiche Presse-Information geben – mehr wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten…

Nun ist das Werk jedoch in einer ersten Vorankündigung bereits online zu finden und dort vorzubestellen, z.B. auf den Internetseiten des Verlages oder auch im Online-Shop Amazon. In den Beschreibungen des Buches heißt es von Verlagsseite u.a.:\“In dieser erstaunlichsten aller deutschen Städte ist das Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gänzlich anders gewichtet als anderswo. Nach Jahrhunderten des Landlebens gerät der Platz im 20. Jahrhundert in den Wirbelsturm gewaltiger Veränderungen. Zuerst erprobt die deutsche Diktatur ihre technokratischen Phantasien an der Gründung einer Industriestadt. Einen historischen Augenblick später schon scheint der Ort dazu verurteilt, auf Deutschlands Höllenfahrt ins Nichts mit unterzugehen, um gleich darauf zum Labor und Modell der neuen Bundesrepublik zu werden.\“

Zum 70. Jahrestag der Stadtgründung lässt ein großer Bildband diese einmalige Geschichte Revue passieren. In allen Kapiteln stehen die Menschen und ihre Geschichten im Mittelpunkt. Bisher unveröffentlichte Bildarchivschätze und vielfältige Aufnahmen aus privater Hand lassen die \“Seele von Wolfsburg\“ lebendig werden. Der Herausgeber des Werkes, Kulturhistoriker Christoph Stölzl, Professor für Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin, war lange Jahre Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums und hat die Entwicklung Wolfsburgs über viele Jahre hinweg publizistisch begleitet. Finanziell unterstützt wird die \“Wolfsburg-Saga\“ von den Hauptsponsoren Wolfsburg AG und Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, sowie ebenso von Neuland GmbH und Stadtwerke AG.

Kontakt
Stadtarchiv Wolfsburg
Dr. Birgit Schneider-Bönninger
Goethestraße 10a (Goetheschule, Eingang C)
38440 Wolfsburg
Tel.: 05361 / 275739
Fax: 05361 / 275757 
birgit.schneider-boenninger@stadt.wolfsburg.de

Quelle: Pressemeldung Stadt Wolfsburg, 22.7.2008

Landesarchiv Berlin erhält wertvolle historische Patientenakten

Rund 90 000 historisch wertvolle Akten aus den Jahren 1880 bis 1960 hat das Landesarchiv Berlin von der Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH erhalten: „Dies ist eine der wohl umfangreichsten und außergewöhnlichsten Übernahmen von Archivgut, die es in Berlin gegeben hat“, erklärte Prof. Dr. Uwe Schaper, Direktor des Landesarchivs Berlin, am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vivantes-Geschäftsführer Peter Schnitzler, anlässlich der Unterzeichnung des offiziellen Übernahmeprotokolls. Schnitzler betonte, dass Vivantes die Akten aus Berlins erster Irrenanstalt aufbewahrt habe, obwohl nach dem Archivgesetz eine Aufbewahrungspflicht von nur 30 Jahren bestünde: „Wir sind sehr froh, wenn diese hochinteressanten Dokumente der Zeitgeschichte nun zu wissenschaftlichen Untersuchungen genutzt werden können, was bisher leider nur eingeschränkt möglich war.“ 

Nebeneinander gelegt umfasst der übergebene Aktenbestand 750 laufende Meter, übereinander gelegt würde der Stapel 600 Meter hoch werden. Die Akten sind in den vergangenen Wochen und Monaten aus den Räumlichkeiten der in Berlin-Reinickendorf gelegenen ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik – heute Sitz der Geschäftsführung des Klinikkonzerns Vivantes – in die Magazine des Berliner Staatsarchivs transportiert worden. In der Mehrzahl handelt es sich um Patientenakten der 1880 eingerichteten „Städtischen Irren- und Idioten-Anstalt zu Dalldorf“, die 1925 in „Wittenauer Heilstätten“ umbenannt wurde und 1957 den Namen „Karl Bonhoeffer Nervenklinik“ erhielt. 

Über einen Zeitraum von etwa hundert Jahren lässt sich der Umgang mit den Patienten in einer namhaften psychiatrischen Klinik der Stadt Berlin dokumentieren. Einen Schwerpunkt der Überlieferung für das 20. Jahrhundert stellen neben einigen hundert Personalakten des Pflegepersonals der „Wittenauer Heilstätten“ umfangreiche Patientenakten, insbesondere aus der NS-Zeit und von Opfern der NS-Euthanasie dar. Aus dieser Zeit sind allerdings einige Akten, die als Beweis für viel Unmenschlichkeit und großes Unrecht dienen könnten, verschwunden. Für viele so genannte „Stolpersteine“, insbesondere in Reinickendorf, ließen sich die Biografien der Opfer aus den Krankengeschichten bereits aus dem Archiv bei Vivantes erschließen. Neben biografischen Forschungen zu Einzelschicksalen – sowohl von Prominenten als auch von weniger berühmten Leuten – können nun weitergehende medizinhistorische oder psychiatriegeschichtliche Untersuchungen starten. Unter den Patienten war beispielsweise Edith Radtke – Mutter des berühmten Filmregisseurs Rosa von Praunheim. 

Kontakt:
Landesarchiv Berlin 
Eichborndamm 115 – 121 
13403 Berlin 
Tel.: 0 30 / 90264 – 0 
Fax: 0 30 / 90264 – 201 
info@landesarchiv-berlin.de 

Quelle: Pressemeldung Vivantes, 21.7.2008; Aller- Zeitung, 20.7.2008

Neuer Stadtarchivar in Bad Tölz

Neuer hauptamtlicher Archivar im Stadtarchiv Bad Tölz ist seit Anfang Juli 2008 Sebastian Lindmeyr. Zusammen mit Manuela Strunz, die auch weiterhin nur halbtags im Archiv tätig ist, wird sich der gebürtige Bad Tölzer ab sofort um den wertvollen und umfangreichen Aktenbestand kümmern. Bei der offiziellen Vorstellung des neuen Archivgebäudes in der Mühlgasse (siehe Bericht vom 15.5.2008) am 16. Juli 2008 war Manuela Strunz sichtlich froh darüber, dass sich der gesamte Aktenbestand nun endlich an einem einzigen Ort befindet. Durch die Anstellung eines zweiten Archivars können nun auch die Öffnungszeiten des Archivs deutlich ausgeweitet werden. Das Stadtarchiv Bad Tölz ist nun montags von 14 bis 17 Uhr, dienstags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 geöffnet. Künftig sind auch kleinere Ausstellungen geplant. Um allen an der Geschichte von Bad Tölz Interessierten das Stadtarchiv bekannter zu machen, gibt es jetzt auch Prospektmaterial. Im Stadtarchiv selbst steht zudem ein Info-Computer zur Verfügung. 

Kontakt
Stadtarchiv Bad Tölz
Mühlgasse 9
83646 Bad Tölz
Tel.: 08041 / 79 348 – 29
Fax : 08041 / 79348 – 30 

Quelle: Merkur Online, 18.7.2008; Merkur Online, 17.7.2008

Mannheimer Münz- und Medaillengeschichte(n)

Der nächste Vortrag in der Reihe \“Mittwochs beim Archiv\“ findet am Mittwoch, 25. Juli 2008, 19 Uhr, im Friedrich-Walter-Saal des Stadtarchivs Mannheim-ISG, Collini-Center, Erdgeschoss, statt. Volker Batz (Hockenheim) spricht über das Thema \“Mannheimer Münz- und Medaillengeschichte(n)". 400 Jahre Mannheimer Münz- und Medaillenprägungen werden anhand von zahlreichen Abbildungen in unterhaltsamer Weise den Besuchern näher gebracht. Ein Schwerpunkt ist die Geldgeschichte unter dem Kurfürsten Karl Theodor. In einer kleinen Ausstellung, die vor und nach der Veranstaltung besichtigt werden kann, werden besondere Prägungen – auch moderner Art – gezeigt.

Kontakt:
Stadtarchiv Mannheim
Institut für Stadtgeschichte
Collini-Center
Collinistr. 1
68161 Mannheim 
Tel.: 0 621 / 293 – 7027
Fax: 0 621 / 293 – 7476
stadtarchiv@mannheim.de

Quelle: Pressemitteilung Stadt Mannheim, 23.6.2008

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