Stadtarchiv Bad Homburg zeigt Ausstellung zu Karoly Lotz

Das Bad Homburger Stadtarchiv zeigt seit 20. Oktober 2008 eine Ausstellung zu Karoly Lotz. Darauf weist die Stadt hin, nachdem in der Taunus-Zeitung ein Artikel des ehemaligen Stadtverordneten Wolfgang Zimmermann anlässlich des 175. Geburtstags von Lotz erschienen ist. „Herr Zimmermann lässt zwischen den Zeilen seines Artikels die Sorge anklingen, die Stadt nehme den ‚verlorenen Sohn’ nicht ernst genug“, so Oberbürgermeisterin Dr. Ursula Jungherr. Diesen Vorwurf weist das Stadtoberhaupt zurück. Der kurze Aufenthalt von Lotz in Homburg und die Ausstellung über ihn im Stadtarchiv waren vor kurzem sogar Thema einer Präsentation, die während einer öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses gezeigt worden ist.

Lotz ist am 16. Dezember 1833 in der Dorotheenstraße geboren worden. Nach dem frühen Tod seines Vaters zog die Mutter mit fünf Kindern nach Ungarn. Dort war Karl Lotz später als Bildhauer und Maler tätig. Bekannt sind vor allem seine prunkvollen Decken- und Wandmalereien. Das Stadtarchiv Bad Homburg hat für seine Ausstellung viele Dokumente aus der Homburger Zeit von Lotz zusammengestellt. So sind der Geburtseintrag ebenso zu finden wie Aussagen über die Tätigkeit des Vaters am landgräflichen Hof sowie dessen Tod 1841. Die Ausstellung im Eingangsbereich zeigt die Orte wie das Geburtshaus, die in der Kurstadt mit Lotz in Verbindung zu bringen sind, sowie eine kleine Auswahl von Werk-Reproduktionen. Das Stadtarchiv hat während der Recherchen zu der Ausstellung auch den Kunstmarkt beobachtet. Derzeit sucht das Stadtarchiv unter anderem in Budapest nach Personen, die einen Vortrag über Lotz halten könnten. Die Ausstellung kann noch bis Ende Januar 2009 während der üblichen Öffnungszeiten: Dienstag 9-16 Uhr, Mittwoch 14-19 Uhr und Freitag 9-12 Uhr sowie nach Voranmeldung besichtigt werden. 

Kontakt
Stadtarchiv Bad Homburg
Tannenwaldweg 102
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Quelle: Aktuelles Bad Homburg, 17.12.2008

Krippenführer für den Landkreis Sigmaringen

Am Sonntag, 21. Dezember 2008, 11.30 Uhr, wird in der Pfarrkirche St. Martin in Hettingen der Krippenführer zum Landkreis Sigmaringen öffentlich vorgestellt. Darin werden 34 Weihnachtskrippen in 31 Kirchen und Kapellen quer durch den Landkreis in teilweise ausführlichen Beschreibungen sowie Farbabbildungen präsentiert. Die Bandbreite reicht dabei von den Barockkrippen in der Pfarrkirche Hettingen und der Hedinger Gruftkirche in Sigmaringen bis zu kunsthandwerklichen Neuschöpfungen der Gegenwart in der Kapelle des Kreiskrankenhauses Sigmaringen sowie der Pfarrkirche Sigmaringendorf. Der vom Kreiskulturforum herausgegebene und von der Hohenzollerischen Landesbank Kreissparkasse Sigmaringen geförderte Krippenführer liegt in den Kirchen aus, deren Krippen vorgestellt werden, und ist überdies beim Kreisarchiv Sigmaringen kostenlos erhältlich. 

Bei der Vorstellung des „Krippenführers“ am 4. Advent-Sonntag in Hettingen gibt nach der Begrüßung durch Landrat Dirk Gaerte Waltraud Selg einen Überblick zur „Krippenkunst im Landkreis Sigmaringen“, ehe Kreisarchivar Dr. Edwin Ernst Weber die Hettinger Barockkrippe als besonderes Juwel des regionalen Krippenbrauchtums vorstellt und Pfarrer Hubert Freier die Krippendarstellung aus theologischer Perspektive erläutert. Umrahmt wird die Veranstaltung mit Advents- und Weihnachtsliedern. Bei der Vorstellung des Krippenführers wird um Spenden für die dringend erforderliche Restaurierung der Hettinger Krippe gebeten. Die Auswahl der Krippen in der 48 Seiten starken Broschüre haben die Krippenexperten Waltraud Selg (Sigmaringendorf) und Hans Keutmann (Inzigkofen) im Zusammenwirken mit Dr. Edwin Ernst Weber, Leiter des Kreisarchivs Sigmaringen, übernommen. Berücksichtigt wurden Krippen mit besonderer kunstgeschichtlicher und kunsthandwerklicher Bedeutung oder spezifischer thematischer und gestalterischer Originalität. Das Vorhaben zur Erarbeitung und Veröffentlichung eines Krippenführers zum Landkreis Sigmaringen ist im Rahmen des Kulturschwerpunkts 2007 „Bräuche und Traditionen im Landkreis Sigmaringen“ entstanden und nun in mehr als einjähriger, ehrenamtlicher Vorarbeit verwirklicht worden.

Die Broschüre stellt Krippen an folgenden Orten vor: Pfarrkirche St. Johannes Baptist Bad Saulgau, Annakapelle Fulgenstadt, Naturkrippe im Kloster Sießen, Klosterkirche Beuron, Pfarrkirche Feldhausen, Pfarrkirche Herbertingen, Pfarrkirche Hundersingen, Pfarrkirche Herdwangen, Pfarrkirche St. Martin Hettingen, Pfarrkirche Inneringen, Klosterkirche Inzigkofen, Pfarrkirche Engelswies, Liebfrauenkirche Mengen, Pfarrkirche Blochingen, Pfarrkirche St. Martin Meßkirch, Pfarrkirche Neufra, Pfarrkirche St. Pankratius Ostrach, Pfarrkirche St. Jakobus Pfullendorf, Pfarrkirche Scheer, Pfarrkirche Schwenningen, Pfarrkirche St. Johann Sigmaringen, Krankenhauskapelle Sigmaringen, Hedinger Gruftkirche Sigmaringen, Pfarrkirche Jungnau, Pfarrkirche Laiz, Pfarrkirche Sigmaringendorf, Kirche St. Meinrad Laucherthal, Pfarrkirche St. Mauritius Stetten a.k.M., Pfarrkirche Veringenstadt und Pfarrkirche Veringendorf. Ein Beitrag von Waltraud Selg gibt einen Überblick zur Geschichte des Krippenbrauchtums durch die Jahrhunderte. Im Internet ist der Krippenführer auf der Homepage des Krippenvereins Inzigkofen abrufbar. 

Kontakt
Kreisarchiv Sigmaringen
Hohenzollernstraße 12
72488 Sigmaringen 
Tel.: 07571 / 102 – 1142
Edwin.Weber@LRASIG.de

Quelle: Pressemeldung Kreis Sigmaringen, 15.12.2008

Film über Südtirols politischen Werdegang

\“Zeit-Splitter\“ ist der Titel des knapp einstündigen Films über Südtirols politischen Werdegang während des vergangenen Jahrhunderts. Bildungslandesrat Otto Saurer stellte den Film, der auch als Lehrmittel für den Geschichtsunterricht an den Schulen bestimmt ist, am 17. Dezember 2008 im Bozner Filmclub vor. Im 57-minütigen Film werden wichtige Augenblicke der politischen Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert festgehalten. Behandelt werden zentrale Episoden der Tiroler Geschichte des 20. Jahrhunderts beginnend mit dem Ersten Weltkrieg über die Italianisierungsversuche, die Option, den Kampf um das Paket und den Ausbau der Autonomie bis zur Gegenwartszeit. Dabei erhebt der 57-minütige Film keinen Anspruch auf eine vollständige Darstellung der geschichtlichen Ereignisse, sondern er zeigt einzelne Episoden – Zeitsplitter –, die zur Diskussion und zu einer vertieften Auseinandersetzung anregen sollen. Die einzelnen Kapitel werden durch Archivaufnahmen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Kommentaren von Historikern und Politikern dargestellt. Der Wechsel der Schauplätze wird durch einen Dialog von jungen Schauspielern vollzogen, der den Bezug zur Gegenwart herstellt.

Produziert wurde der Film von Siegfried Kollmann und der Firma Audiovision von Helmut Lechthaler in Kooperation mit dem Südtiroler Landesarchiv. Reinhold Staffler, Historiker und Lehrer an der Fachoberschule für Soziales in Meran, begleitete das Projekt aus didaktischer Sicht. Finanziert wurde der Film von der Region Trentino-Südtirol und dem Pädagogischen Institut für die deutsche Sprachgruppe. LR Otto Saurer, der das Filmprojekt in Auftrag gegeben hatte, erklärte bei der Filmpräsentation, der Film \“bietet auf einen Streifzug durch die jüngste Geschichte unseres Landes und kann besonders den Südtiroler Jugendlichen einen Überblick über die historischen Ereignisse in unserem Land verschaffen und sie für Geschichte begeistern\“. \“Jede Gesellschaft wird von ihrer eigenen Geschichte geprägt, daher ist ein ausgeprägtes Wissen darüber unverzichtbar\“, so der scheidende Bildungslandesrat, \“denn gerade die Auseinandersetzung mit den Ereignissen und Persönlichkeiten unserer Geschichte ermöglicht uns die Klärung unserer eigenen Standpunkte und unsere Ziele in Hinblick auf die Zukunft.\“ \“Die 1000 in Auftrag gegeben DVDs werden nun den Schulen und Bibliotheken zur Verfügung gestellt\“, so Ressortdirektor Günther Andergassen, der mit der Durchführung des Projekt betraut war. 

Kontakt
Südtiroler Landesarchiv
Armando-Diaz-Straße 8
39100 Bozen
Tel.: 0471 / 411940
Fax: 0471 / 411959
landesarchiv@provinz.bz.it 

Quelle: Pressemitteilung Autonome Provinz Bozen, 17.12.2008

Neuer Stadtarchivar in Schramberg

An seinem ersten Arbeitstag freundlich begrüßt wurde der neue Stadtarchivar von Schramberg, Dr. Michael Hensle. Oberbürgermeister Herbert O. Zinell und die Leiterin des Stadtmuseums, Gisela Lixfeld, überbrachten Willkommensgeschenke und sprachen von einem "historischen Ereignis". Auf langes Drängen von Kreisarchivar Bernhard Rüth und des Museums- und Geschichtsvereins sei der Schritt zur hauptamtlichen Archivbesetzung getan worden.

Der in Freiburg geborene und in Berlin aufgewachsene Michael Hensle erwarb über den zweiten Bildungsweg die Hochschulreife und studierte Geschichte, Kunstgeschichte und „International Relations“ an der TU Berlin sowie in Freiburg und in Cork in Irland. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum wissenschaftlichen Dokumentar/Archivar war er von 2002 bis 2004 im Archiv der Fürst-Donnersmarck Stiftung in Berlin tätig. Er konnte dort das Archiv von Grund auf aufbauen. Danach arbeitete er als Stadtarchivar im westfälischen Herten.

Hensle freut sich auf die große Herausforderung, in Schramberg das Archiv konzeptionell entwickeln zu dürfen und dabei auf die Arbeit des ehrenamtlich tätigen Archivars, Erich Maier, aufbauen zu können. Da der Umzug des Stadtarchivs Schramberg in die Räume der ehemaligen Stadtwerke „Am Hammergraben“ in 2010 bevorstehe, sieht Michael Hensle die Begleitung des Aufbaus als wichtige Aufgabe im kommenden Jahr. Ebenso wichtig sei die Aufarbeitung der Firmenarchive, die der Stadt überlassen wurden.

Kontakt:
Große Kreisstadt Schramberg
Stadtarchiv
Dr. Michael Hensle
Bahnhofstr. 1 (Im Schloss an der B 462)
78713 Schramberg
Telefon: 07422 29-263
Fax: 07422 29-348
michael.hensle@schramberg.de
www.schramberg.de

Quelle: Stadt Schramberg, Pressemitteilung, 6.10.2008; Peter Schönfelder, Schwarzwälder Bote, 16.12.2008

Jahrbuch des Kreises Borken 2009

Ein echtes Zeitdokument sei das „Jahrbuch des Kreises Borken 2009\“, das jetzt rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest erschienen ist. Dr. Herman Terhalle aus Vreden, der das Buch gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Kreisjahrbuch\“ erarbeitet hat, überreichte Landrat Gerd Wiesmann ein druckfrisches Exemplar. Auf 320 Seiten erfahren Interessierte unter anderem, welche kulturellen Ereignisse das fast abgelaufene Jahr im Kreis Borken prägten, was sich im Naturschutz getan hat und welche neuen Erkenntnisse die historische Forschung zu Tage gefördert hat. 

„Jede Kommune im Kreis Borken ist vertreten\“, betont Dr. Hermann Terhalle, der das Buch bereits seit über 30 Jahren mit viel Herzblut konzipiert. Dabei kann er auf zahlreiche Autorinnen und Autoren setzen, die ihre Texte unentgeltlich zur Verfügung stellen. „Es ist immer wieder interessant zu sehen, was sich an kulturellen Aktivitäten in unserer Region tut\“, blickt er auf die insgesamt 71 Beiträge. So berichtet Hildegard Schouwenburg aus Bocholt-Suderwick mit viel Detailkenntnis von Spazierstöcken, die polnische und russische Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges schnitzten, um sie dann gegen Lebensmittel einzutauschen. Einige Exemplare, die vor allem Motive aus dem Krieg und aus der Natur zeigen, sind noch heute im deutsch-niederländischen Grenzbereich erhalten. Maria Pier-Bohne aus Legden-Asbeck beleuchtet die Entwicklung des St.-Marien-Hospitals in Ahaus vom Armenhospital zum Zentrum für Gesundheit. Und Dr. Martin Steverding blickt auf die Entstehung der Flamingokolonie im Zwillbrocker Venn zurück. Ein Flamingo ziert auch den Titel des Jahrbuches. Die Chronik des Kreises Borken von Juli 2007 bis Juni 2008 und ein Überblick über neue Heimatliteratur aus der Region komplettieren das Buch. Beides hat Renate Volks-Kuhlmann vom Kreisarchiv Borken zusammengestellt. Das Jahrbuch ist zum Preis von 7,50 Euro im Buchhandel erhältlich.

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Kreisarchiv Borken
Burloer Str. 93
46325 Borken
Tel.: 02861 / 82 – 1347
Fax: 02861 / 82 – 1341
r.volks-kuhlmann(at)kreis-borken.de 
Kreisarchiv@kreis-borken.de 

Quelle: Pressemeldung Kreis Borken, 15.12.2008

Fremde in Münster – ein interkulturelles Projekt des Stadtarchivs

\“Mich hat meine eigene Migrationsgeschichte und mein Interesse an fremden Kulturen motiviert, teilzunehmen\“, sagt die 18-jährige Annamika, Teilnehmerin an dem Projekt \“Fremde in Münster\“. Sie und 13 weitere Schülerinnen und Schüler vom Geschwister-Scholl-Gymnasium der Klassen 7 bis 12 haben fast ein Jahr lang nach Geschichte und Geschichten zur Migration geforscht. Der größere Teil der Jugendlichen hat eine eigene Migrationsgeschichte. Beim Wettbewerb des Landes \“Archiv und Jugend\“ ist der Projektvorschlag des Stadtarchivs Münster zu dem interkulturellen Thema \“Fremde in Münster\“ angenommen und mit der Höchstfördersumme unterstützt worden. Ideengeberin und Organisatorin des Projektes, Roswitha Link vom Stadtarchiv, die Lehrerinnen des Gymnasiums, Ingrid Börger und Gisela Pauge, und Ingrid Fisch (Durchführung) haben die Schülerinnen und Schüler begleitet. 

Das Ergebnis ist ein virtueller Stadtplan mit von den Jugendlichen ausgewählten und erforschten Orten zum Thema Migration. Werden die einzelnen Standorte angeklickt, öffnen sich die Rechercheergebnisse multimedial: als Text, Bild, Ton oder Video. Die Orte stehen für die Geschichten von Menschen, die Migration erlebt haben oder für – teilweise schon sehr lange bestehende – Angebote für Menschen, die ursprünglich als Fremde nach Münster kamen. 

Während der monatelangen Recherchen haben die Jugendlichen Menschen mit Migrationsgeschichte gesucht und kennen gelernt. Nach vielen Interviews haben sie die Texte selbst geschrieben und die Internetpräsentation vorbereitet. Vorab verschafften sie sich zunächst mit Hilfe von Archivmaterial einen Überblick über die Geschichte von Fremden in Münster, besuchten eine Sitzung des Ausländerbeirates und informierten sich beim städtischen Dezernenten für Migration und interkulturelle Angelegenheiten, Jochen Köhnke. Neben vielen spannenden Geschichten und viel Arbeit hat das Projekt den Jugendlichen die Arbeitsmöglichkeiten im (Stadt-)Archiv nahe gebracht, den Umgang mit herkömmlichen und den so genannten neuen Medien erweitert; außerdem ist das Wissen um die Geschichte der Stadt Münster gewachsen und nicht zuletzt auch ein stärkeres Identitätsbewusstsein mit dem aktuellen Lebensumfeld, auch \“Heimatgefühl\“ genannt. 

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Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
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Quelle: Presseinformation Stadt Münster, 16.12.2008

Hundert Jahre Bildhauerei in Darmstadt

Darmstadt ist im 20. Jahrhundert auch eine Bildhauer-Stadt! Die Ausstellung "Raum, Form und Zeit – Hundert Jahre Bildhauerei in Darmstadt 1880 – 1980", die am 16. November 2008 eröffnet wurde sowie das im März 2009 erscheinende Katalogbuch sind ein erster Versuch, das skulpturale und plastische Schaffen Darmstädter Künstler im Zusammenhang vom späten 19. Jahrhundert bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts darzustellen, zu kommentieren und zu interpretieren. Die Ausstellung des Kunst Archivs Darmstadt macht an Hand von Einzelwerken bedeutender Darmstädter Künstler Entwicklungslinien der Bildhauerei über 100 Jahre sichtbar, vom Realismus der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts über die Stilkunstbewegung. Die kunsthistorischen Linien spannen sich über den Expressionismus, die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis hin zum Neubeginn der jungen, um 1920 geborenen Generation, die andere Bildideen verwirklichte und dem Menschenbild neue und zeitgenössische Aspekte in Stil, Material und Auffassung hinzufügte. 

Die Figur, das sich wandelnde Menschenbild, ist die beherrschende Thematik der Bildhauer. So war 1929 die große Ausstellung „Der schöne Mensch in der Kunst“ auf der Mathildenhöhe zu sehen. „Das Menschenbild in unserer Zeit“ war der Titel der Ausstellung, die das erste Darmstädter Gespräch 1951 begleitete und 1974 zeigte die Darmstädter Kunsthalle die Ausstellung \“Die menschliche Gestalt\“. Um die Jahrhundertwende wurden verstärkt Plastiken auf öffentlichen Plätzen, Parks und im städtischen Gefüge aufgestellt. Bestimmend waren die Bildhauer der Künstlerkolonie: Bernhard Hoetger, Ludwig Habich und Heinrich Jobst. Kaum eine andere Stadt verfügt über so viele Kunstwerke im öffentlichen Raum wie Darmstadt. Ein von der Stadt herausgegebenes \“Verzeichnis der Kunst im öffentlichen Raum. 1641 – 1994\“, zählt rund 500 Plastiken, skulpturale Gestaltungen, Reliefs und Mosaike auf. Erworben wurden die Werke hauptsächlich nach 1945. Auch das ist Indiz und Argument für die Bildhauerstadt Darmstadt. 

Die Technische Hochschule Darmstadt (heute Technische Universität) bildete am Lehrstuhl für Architektur immer auch Bildhauer aus. Hermann Geibel gehörte zu den herausragenden Lehrern, ebenso Waldemar Grzimek, der eine Gruppe jüngerer Bildhauer von Berlin nach Darmstadt zog und in der Stadt zu einem dem Realismus verbundenen Garant für figurative Bildhauerei wurde. Viele der Bildhauer waren oder sind Mitglieder der Darmstädter Sezession, die seinerseits seit 1973 im Zweijahresrhythmus auf dem Freiplastikgelände der Ziegelhütte Ausstellungen zeitgenössischer Bildhauer einrichtet. 

Die Ausstellung gibt auch über die Arbeitsweise und die verwendeten Materialien Auskunft: Statuetten und figurative Kleinplastik sind zu sehen, Porträtplastiken, Reliefs und Plaketten in den Materialien Gips und Terrakotta, Bronze und Eisen, Sandstein und Marmor. Beteiligt sind Bildhauer bis zum Geburtsjahr 1930 und nicht auszuschließen ist es, in einer späteren Fortsetzungs-Ausstellung zeitgenössische Bildhauerei ab 1980 bis heute zu dokumentieren. „Hundert Jahre Bildhauerei in Darmstadt“ ist das ambitionierteste und umfangreichste Ausstellungs- und Katalogprojekt des Kunst Archivs. Die Eröffnung der Ausstellung fand im Vorfeld des 25-jährigen Bestehens statt: Am 10. Oktober 1984 wurde das Kunst Archiv Darmstadt unter dem Namen Archiv Darmstädter Künstler e.V. gegründet. Bis zum 30. April 2009 kann die Ausstellung besichtigt werden. Allerdings ist das Kunst Archiv vom 20. Dezember 2008 bis 5. Januar 2009 geschlossen. Ergänzend zur Ausstellung wird auch ein Parallelprogramm angeboten. 

Kontakt
Kunst Archiv Darmstadt e. V.
Kasinostraße 3 (Kennedyhaus)
64283 Darmstadt
Tel.: 06151 / 29 16 19  
Fax: 06151 / 29 16 83
rainer.lind@ gmx.de 

Quelle: Kunstarchiv Darmstadt, 20.11.2008; Echo-Online, 11.12.2008

Linz von der Industrie- zur Informationsgesellschaft

Das vom Gemeinderat der Stadt Linz im Jahr 2003 beschlossene Projekt „Linz im 20. Jahrhundert“ sieht die ausführliche Bearbeitung der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Stadt vor. Bis zum Jahr 2009 erarbeitet das Archiv der Stadt Linz wissenschaftliche Sammelbände zu diesen Themen. Einen besonderen Schwerpunkt des Projekts stellt die Reihe „Linz-Bilder“ dar: In insgesamt vier Bildbänden wird das städtische Zeitgeschehen von 1848 bis zur Gegenwart dokumentiert und liefert damit einen historischen Überblick in Wort und Bild über die Entwicklung der Stadt. 

Soeben erschienen ist der letzte und vierte Bildband dieser Reihe, der die Zeit von 1984 bis zur Gegenwart zum Inhalt hat. Er trägt den Titel „Linz von der Industrie- zur Informationsgesellschaft 1984 – heute“. Ähnlich wie in den bereits erschienenen anderen drei Büchern wurde von vier AutorInnen des Archivs der Stadt Linz ein anschaulicher Blick auf die Linzer Stadtgeschichte der vergangenen 24 Jahre geworfen. In den Kapiteln „Identität und Image“, „Kommunalpolitik“, „Wirtschaft“, „ Kultur und Bildung“, „Alltag, Freizeit und Sport“ und „Stadtentwicklung“ wird mit Unterstützung entsprechender – oft großformatiger Bilder“ die Entwicklung von der Industriestadt hin zur Kulturstadt Linz dokumentiert. Gemeinsam mit den drei anderen Bildbänden „Linz zwischen Revolution und Weltkrieg 1848-1918“ (Linz-Bilder 1), „Linz zwischen Demokratie und Diktatur 1918-1945“ (Linz-Bilder 2), und „Linz zwischen Wiederaufbau und Neuorientierung 1945-1984“(Linz-Bilder 3), ist die aktuelle Ausgabe beim Archiv der Stadt Linz und im Buchhandel zum Preis von 30 Euro erhältlich. 

Unter dem Titel „Meilensteine der Stadtentwicklung. Linz 1945 – 1984“ skizziert das Archiv der Stadt Linz zudem in seiner neuesten Ausstellung anhand großformatiger Schautafeln die wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Eckdaten in der jüngeren Geschichte der Stadt. Ergänzt wird die mit interessantem historischen Fotomaterial belegte Ausstellung mit Film und Videobeiträgen aus den verschiedenen Jahrzehnten. ORF-Beiträge aus den 19 70er Jahren geben Zeugnis vom kultur- und gesellschaftspolitischen Geschehen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Ein von der Stadt Linz produzierter Film eröffnet ebenfalls Einblicke in die Zeit zwischen Kriegsende und 1984. 

Info
Linz von der Industrie- zur Informationsgesellschaft 1984 – heute (Linz-Bilder 4). Hg. von Fritz Mayrhofer und Walter Schuster. 209 Seiten und 293 Abbildungen. Preis 30 Euro. ISBN: 978-3-900388-90-4

Kontakt
Archiv der Stadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz 
Tel.: +43 (0)732 / 7070 – 2973
Fax: +43 (0)732 / 7070 – 2962
archiv@mag.linz.at

Quelle: Pressemeldung Magistrat der Landeshauptstadt Linz, 5.12.2008; Ausstellungen Archiv der Stadt Linz

Archivmitteilungen Nr. 18, 2008 erschienen

Zum Jahresende 2008 gibt das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen einen neuen Band der jährlich erscheinenden Zeitschrift "Archivmitteilungen" heraus. Damit informiert es kirchengeschichtlich Interessierte und archivisch Tätige über Veränderungen im Archivwesen, über neue Forschungsergebnisse der regionalen Kirchengeschichte und über die Arbeit des Landeskirchlichen Archivs. 

Die diesjährige Ausgabe beinhalten unter anderem Berichte über die Bedeutung der Archiv- und Museumsstiftung Wuppertal für die westfälische Missionsgeschichte und über die Geschichte der mittlerweile aufgelösten Evangelischen Beratungsstelle für Islamfragen

Die Archivmitteilungen richten sich unter anderem an die rund achtzig ehrenamtlichen Archivpflegerinnen und Archivpfleger in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen der westfälischen Landeskirche, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich um die kirchlichen Archive vor Ort zu kümmern, und zur Benutzung und Auswertung dieser Bestände beitragen.

Info:
Archivmitteilungen, Nr. 18 (2008), 
hg. vom Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen
ISSN 1614-6468

Kontakt:
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen
Altstädter Kirchplatz 5 (Besucher: Ritterstraße 19)
33602 Bielefeld
Tel. 0521/594164
archiv@lka.ekvw.de
www.archiv-ekvw.de

Akademie der Künste erwirbt wertvolle Ergänzung zum Heinrich-Mann-Archiv

Aus privater Hand erhielt die Akademie der Künste einen der Öffentlichkeit bisher nicht bekannten Teil des Nachlasses von Heinrich Mann, der nun eine wertvolle Ergänzung zum Heinrich-Mann-Archiv bildet. Nach dem Auffinden eines umfangreichen Teilnachlasses in Prag im Jahre 2002 schließen die jetzt aufgetauchten Dokumente weitere Lücken in der Heinrich-Mann-Forschung und geben Aufschlüsse über biographische Details. Das Konvolut umfasst zwei Manuskripte, 16 Briefe von Heinrich Mann und 91 an ihn gerichtete Briefe (u.a. von Alfred Döblin, Roger Martin du Gard, Thomas Mann, Ludwig Marcuse) sowie persönliche Dokumente und Fotos. Am bedeutendsten sind 48 Briefe des französischen Germanisten Félix Bertaux an Heinrich Mann aus den Jahren 1922 bis 1928. Die Dokumentation des wohl wichtigsten geistigen Austausches, den Heinrich Mann über 26 Jahre hindurch führte, wird damit signifikant erweitert. In der 2002 im Fischer Verlag erschienenen, vielgerühmten Edition des Briefwechsels konnten 217 Briefe Heinrich Manns abgedruckt werden, dagegen nur 39 Briefe Félix Bertaux’. Mit dem neuen Fund ist der Dialog der beiden „Pioniere deutsch-französischer Verständigung“ auf einer wesentlich dichteren Materialgrundlage nachvollziehbar. 

Hervorzuheben sind außerdem neun umfangreiche Briefe Heinrich Manns an seine Mutter Julia aus den Jahren 1906 bis 1909. Eine bisher unbekannte Typoskriptfassung zum Tagebuch „Zur Zeit von Winston Churchill“ (erschienen 2004) und ein Bruchstück zu dem publizistischen Text „An die Sowjetschriftsteller“ (1941) sind – wie auch die übrigen Materialien – wertvolle Mosaiksteine im Nachlass Heinrich Manns. Die neuen Materialien werden derzeit archiviert und am 17. Februar 2009 in einer Veranstaltung in der Akademie der Künste erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Literaturwissenschaftler Peter Stein (Universität Lüneburg) spricht über Geschichte, Inhalt und Bedeutung dieses Teilnachlasses. Der Romanist Wolfgang Klein (Universität Osnabrück) stellt das darin enthaltene umfangreiche Briefkonvolut von Félix Bertaux vor. Zur Überlieferungsgeschichte spricht Dr. Wolfgang Trautwein, Direktor des Archivs der Akademie der Künste. Anschließend findet eine Lesung mit dem Schauspieler Dieter Mann statt. Eine Auswahl aus Schriftstücken und Fotos wird in Vitrinen gezeigt. Für Rückfragen steht Sabine Wolf, Leiterin des Literaturarchivs, zur Verfügung.

Kontakt
Archiv der Akademie der Künste 
Dr. Wolfgang Trautwein
Pariser Platz 4 
10117 Berlin-Mitte
Tel.: 030 / 200 57 -1602
Fax: 030 / 200 57 -1606
archivdirektion@adk.de

Literaturarchiv 
Sabine Wolf
Robert-Koch-Platz 10 
10115 Berlin 
Tel.: 030 / 200 57 – 3101 
Fax: 030 / 200 57 – 3272 
literaturarchiv@adk.de 
swolf@adk.de 

Quelle: Pressemitteilung Akademie der Künste, 12.12.2008

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