Zukünftige Nutzung des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in Chemnitz weiter ungewiss

Die Zukunft des ehemaligen Gefängnisses des Staatssicherheitsdienstes in Chemnitz ist weiterhin offen. Während die Bundesbehörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) für eine Verwendung des Komplexes als Gedenkstätte und die Unterbringung ihrer Chemnitzer Außenstelle plädiert, möchte der Freistaat Sachsen das Gebäude weiterhin gerne verkaufen.

Am 22. August 2011 diskutierten erstmals der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn, der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, die Stiftung Sächsische Gedenkstätten sowie Landes- und Kommunalpolitiker über die weitere Nutzung des Areals. Laut Jahn ist die ehemalige Justizvollzugsanstalt Chemnitz-Kaßberg ein authentischer Ort für das DDR-Unrecht, den es zu erhalten gilt. Es dürfe nicht so sein wie in Berlin, wo 50 Jahre nach dem Bau der Mauer nur noch 100 Meter übrig sind.

Hinzu komme, dass die momentane Außenstelle der BStU in Chemnitz nicht den Anforderungen eines modernen Archivbaus entspräche. Daher böte sich ein Umzug an, in dessen Vorfeld jedoch auch ein Teil der ehemaligen Haftanstalt für die Behörde umgebaut werden müsse. Unterstützung in diesem Anliegen erhielt Jahn von ehemaligen Häftlingen und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten.

Diplomatisch zeigte sich derweil der Vertreter des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Es sei noch niemand mit einem solchen Nutzungsanliegen konkret an sie herangetreten. Vor allem müssten dabei auch technische Gegebenheiten beachtet werden. Das Gefängnis sei nicht zuletzt aus baulichen Gründen geschlossen worden. Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack forderte schließlich die Aussetzung der Verkaufsaktivitäten durch den Freistaat. Die Vorschläge der BStU sollten geprüft und entsprechende Auflagen in das Verkaufsangebot eingearbeitet werden, doch dazu müsse sich erst eine Mehrheit im Landtag finden.

Kontakt:
BStU
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin
Telefon: 030/232450
Telefax: 030/23247799
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Quelle: Freie Presse, 22.8.2011

Historiker Harry Slapnicka verstorben

Wie jetzt bekannt wurde, ist der oberösterreichische Historiker Prof. Harry Slapnicka am 13. August 2011 im Alter von 93 Jahren gestorben. Slapnicka wurde 1918 in Klodno in der heutigen tschechischen Republik geboren und studierte zwischen 1937 und 1940 Geschichte sowie Politik- und Rechtswissenschaften an der Karls-Universität in Prag. Nach dem Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg und der anschließenden Gefangenschaft kam Slapnicka im Herbst 1946 nach Oberösterreich.

Dort leitete er bis 1961 das Sekretariat der Diözesancaritas in Linz. 1955 wechselte er dann als Redakteur zum Linzer Volksblatt, dem Vorgänger des Neuen Volksblattes, wo er von 1961 bis 1970 die Tätigkeit des Chefredakteurs versah. Ab 1971 übernahm Slapnicka den Aufbau und die Leitung der neu geschaffenen Abteilung "Zeitgeschichte und Dokumentation" am Oberösterreichischen Landesarchiv. In dieser Zeit entstanden auch seine mehr als 300 Publikationen, unter denen die Werke „Oberösterreich unter Kaiser Franz Josef (1861-1918)“ und „Oberösterreich als es Oberdonau hieß“ hervorzuheben sind.

Neben seiner Tätigkeit als Archivar hielt Slapnicka geschichtliche Vorlesungen an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz und war freier Mitarbeiter mehrerer Zeitungen und des ORF. Im Laufe seines Lebens wurde er mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst erster Klasse, der Kulturmedaille des Landes Oberösterreich und dem Landeskulturpreis für Geisteswissenschaften ausgezeichnet.

Quelle: Neues Volksblatt, 23.8.2011

8.000 Unterschriften für Erhalt des Medienarchivs von Werkstattfilm e.V.

Der Verein Werkstattfilm e.V. in Oldenburg hat in den letzten Monaten 8.000 Unterschriften für den Erhalt des vereinseigenen Film- und Fotoarchivs gesammelt. Mit diesem klaren Signal unterstützt nun auch die Oldenburger Bevölkerung die Forderung des Vereins nach einer Erhöhung der kommunalen Zuschüsse. Laut Farschid Ali Zahedi, Vorsitzender der Werkstattfilm e.V., benötigt der Verein dieses Geld dringend für den Unterhalt des Archivs. Dort werden stadtgeschichtlich interessante Filme, Fotos und Dias gesammelt, aufgearbeitet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nach Aussage Zahedis sei die Sammlung in den letzten Jahren jedoch so weit angewachsen, dass der Unterhalt des Medienarchivs auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr gewährleistet sei. Daher fordert Werkstattfilm eine Anhebung der jährlichen Zuschüsse um 125.000 €. Mit diesem Geld sollen Vollzeitkräfte angestellt werden, welche das sensible Material in Zukunft technisch und wissenschaftlich betreuen sollen.

Ohne diese weiteren finanziellen Zuwendungen, so der Verein, müsse das Film- und Fotoarchiv am Jahresende seine Dienstleistungen für Vereine, Schulen und private Interessenten einstellen. Als Dank für die Unterstützung der Oldenburger Bevölkerung lädt Werkstattfilm für den 3. September ab 21.00 Uhr zu einem kostenlosen Kinoabend vor dem ehemaligen Landtag. Dort werden Diashows alter Fotografien aus Oldenburg und seltenes Filmmaterial über die Stadt aus den 30er bis 50er Jahren vorgeführt.

Kontakt:
Werkstattfilm e.V.
Katharinenstr. 1
26122 Oldenburg
Telefon: 0441/12180
info@werkstattfilm.de
www.werkstattfilm.de

Quelle: Nordwest-Zeitung, 19.8.2011

Neuer Leiter des Nordhäuser Stadtarchivs

Dr. Wolfram Theilemann wird ab 1. Januar 2012 neuer Leiter des Stadtarchivs Nordhausen. Dies hat der Hauptausschuss des Stadtrates auf seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen. Damit folgt Theilemann auf Hans-Jürgen Gröhnke, der in diesem Jahr in Ruhestand gegangen war, seine Amtsgeschäfte jedoch bis Ende Dezember kommissarisch weiterführt.

Theilemann, zurzeit noch Leiter des Zentralarchivs der evangelischen Kirche im siebenbürgischen Sibiu, konnte sich damit gegen 32 Mitbewerber durchsetzen. Dass die Wahl auf den Diplom-Archivar und promovierten Philosophen fiel, begründete der Hauptausschuss des Stadtrates unter anderem mit dessen umfangreichen Kenntnissen im Aufbau und Betrieb eines kulturhistorisch wertvollen Archivs.

Darüber hinaus besitze Theilemann fundierte museologische Kenntnisse, welche er sich beim Aufbau eines 2007 neugegründeten Museums erwarb und verfolge eine vernetzte Denkweise im Zusammenspiel von musealen, archivischen und kulturellen Angeboten. Dies zeige sich nicht zuletzt durch seinen Lehrauftrag für Kulturdenkmalpflege im Studiengang Schutz europäischer Kulturgüter an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder.

Ferner soll das Nordhäuser Archiv unter Theilemann einen weiteren Schritt bei der Retrokonversion machen. Wie Oberbürgermeisterin Barbara Rinke betonte, bringe Theilemann hierfür mit seinen vielfältigen Erfahrungen in der IT-gestützten Erschließung und Digitalisierung von Archivbeständen die besten Voraussetzungen mit.

Kontakt:
Stadt Nordhausen
Amt für Kultur, Soziales und Bildung
Stadtarchiv
Neues Rathaus
Markt 15
99734 Nordhausen
Telefon: 03631/696450
Telefax: 03631/696430
stadtarchiv@nordhausen.de

Quelle: Neue Nordhäuser Zeitung, 22.8.2011

Gladbecker Stadtarchiv erhält Sammlung zur Postgeschichte

Die Gladbecker Bürgerin Doris Minck hat die über viele Jahre von ihrem Mann mit großer Leidenschaft angelegte Sammlung dem Stadtarchiv Gladbeck übergeben. Eindrucksvoll gestaltet mit Hinweisen zur Gladbecker Postgeschichte enthält sie zahlreiche Postbelege aus dem Zeitraum 1820 – 1999 sowie Postkarten mit Gladbecker Motiven. Es war ihrem Mann ein besonderes Anliegen, seine Sammlung der Stadt Gladbeck zu überlassen. Zu finden sind auch einige Raritäten, z. B. eine Post-Zustellungsurkunde mit der Unterschrift des ersten Gladbecker Postboten Norpoth aus dem Jahr 1880. Zu den neuen Schätzen des Stadtarchivs gehören auch Postkarten vom Appeltatenfest, das zwischen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und 1908 als Appeltatenkirmes gefeiert wurde.

Gladbeck hatte erst am 1. November 1865 eine eigene Postexpedition bekommen, vorher wurde es von der Postexpedition in Buer, die dem Postamt Dorsten unterstand, mitversorgt. Daher weisen die ältesten Briefe der Privatsammlung ab dem Jahr 1820 Stempel von Buer und Dorsten auf. Die Alben enthalten ferner Briefmarken mit Gladbecker Stempeln, Ersttagsbriefe und sogar Notgeld aus dem Jahr 1923. Die Zeit der Inflation wird auch durch einen Brief mit fünfzig (!) verklebten Marken veranschaulicht.

Katrin Bürgel, Leiterin des Stadtarchivs Gladbeck, ist auch von dem sehr guten Erhaltungszustand beeindruckt. „Die Postbelege und Postkarten sind eine wertvolle Ergänzung für den Bestand unseres Archivs.“ Nach der Verzeichnung kann die Postkartensammlung öffentlich genutzt werden. Auf die bedeutende Sammlung zur Postgeschichte Gladbecks hatte der Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde Heinz Enxing aufmerksam gemacht. Für dieses Engagement ist Katrin Bürgel dankbar, zumal bereits mehrere historische Dokumente in diesem Jahr mit Unterstützung des Heimatvereins für die langfristige Aufbewahrung gesichert werden konnten. So ist es möglich, die amtliche Überlieferung im Stadtarchiv durch private Dokumente und Sammlungen zu ergänzen. Ziel ist, das kommunale Leben in seiner gesamten Vielfalt zu dokumentieren und ein möglichst vollständiges historisches Gedächtnis der Stadt zu bilden. Daher freut sich die Archivleiterin immer über wichtige historische Dokumente aus privater Hand. Interessant sind auch Fotos und Tagebücher aus alten Zeiten. So sind Totenzettel besonders für Familienforscher hilfreiche Quellen.

Kontakt:
Stadtarchiv Gladbeck
Willy-Brandt-Platz 2
45964 Gladbeck
Telefon: 02043/992700
Telefax: 02043/991417
stadtarchiv@stadt-gladbeck.de
www.stadtarchiv-gladbeck.de

Quelle: Stadt Gladbeck, Pressemitteilung, 17.8.2011

Direktor des Kärntener Landesarchivs wiederbestellt

Dr. Wilhelm Wadl wurde für weitere zehn Jahre als Direktor des Landesarchivs Kärnten bestellt. Kulturreferent LR Harald Dobernig überreichte am 17. August 2011 Wadl das Dekret über die Wiederbestellung und hob seine große Kompetenz und seine hervorragende Arbeit in den vergangenen zehn Jahren hervor. Sich selbst bezeichnet Wadl als „Hüter der schriftlichen Kulturgüter des Landes“. „Wir sind stolz darauf, ihn zu haben. Wadl ist ein hervorragender Historiker und Archivar, der in allen Perioden firm ist. Er stellt die relevanten Fragen zur Kärntner Geschichte und versteht es, seine Forschungsergebnisse für jeden verstehbar zu präsentieren. Ich bin froh darüber, dass er weitere zehn Jahre als Direktor tätig sein wird“, betonte Dobernig.

Der Landesrat dankte dem gesamten Team des Landesarchivs für die hervorragenden Serviceleistungen. Wadl wurde am 3. August 1954 in St. Ulrich bei Feldkirchen geboren. Nach dem Studium an der Universität Wien (Geschichte und Germanistik) spezialisierte er sich bald in Richtung einer wissenschaftlichen Laufbahn. Seit 1980 ist er im Kärntner Landesarchiv tätig, seit 2001 Archivdirektor. Wadl ist in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Kulturvereinen engagiert und Lektor am Institut für Geschichte der Universität Klagenfurt. Er ist Vorstandsmitglied und Redakteur des Geschichtsvereins für Kärnten und Vorsitzender des Kulturgremiums des Landes Kärnten und des Fachbeirats für Wissenschaft. Zu seinen persönlichen Vorlieben zählt die Landwirtschaft.

Kontakt:
Landesarchiv Kärnten
St. Ruprechter Straße Nr. 7
A – 9020 Klagenfurt
Telefon: (0043)463/5623414
Telefax: (0043)463/5623420
post.landesarchiv@ktn.gv.at
www.landesarchiv.ktn.gv.at

Quelle: Bundesland Kärnten, Landespressedienst, Pressemitteilung, 18.8.2011

Neues Filmarchiv in Halle vorgestellt

Die Firma digital images hat am 18. August 2011 ihr neues Filmarchiv Targus in Halle vorgestellt. Die Sammlung, welche im ehemaligen Gebäude der Bundesbank untergebracht wurde, beinhaltet etwa 100.000 Filmbänder und -rollen von verschieden Unternehmen wie der Kinowelt GmbH, der Arthaus Musik GmbH oder Euroarts. Zum Fundus des Archivs zählen Ballett-, Theater- und Musikaufnahmen sowie tausende Spielfilme, darunter auch deutsche Fassungen von Hollywoodfilmen. Der Großteil der Sammlung besteht jedoch aus Dokumentarfilmen.

Die Archivalien, welche im Auftrag der Eigentümer in Halle verwahrt werden, dokumentieren daher ein ganzes Jahrhundert der Filmgeschichte. Nach Torsten Bönnhoff, Geschäftsführer von digital images, besitzen einige der bis zu 100 Jahre alten Rollen unschätzbaren Wert. Der Versicherungswert der Sammlung beträgt 55 Millionen Euro. Nicht zuletzt deswegen fiel die Wahl des Standortes auf das ehemalige Gebäude der Bundesbank in Halle, denn in den dortigen Tresoren können die Filme sicher verwahrt werden. Bisher lagerten die Bänder und Rollen im Firmenarchiv, die Kapazitäten am alten Standort reichten jedoch nicht mehr aus. Digital images gehört zu Studio Halle, einem Konsortium aus fünf Firmen, und bereitet Filmpakete für Medien aller Art auf. Mit Niederlassungen in Hamburg, Berlin, Köln, München und Halle ist digital images nach eigenen Angaben das größte Unternehmen für die Nachbearbeitung von Filmen in Deutschland.

Kontakt:
digital images GmbH
Waisenhausring 9
06108 Halle (Saale)
Telefon: 0345/21750
Telefax: 0345/2175111
info@digim.de
www.digim.de

Quelle: Frankfurter Neue Presse, 18.8.2011

Notfallboxen für das Stadtarchiv Limburg

Nicht erst seit dem Archiveinsturz von Köln sind sich Archivare der Notwendigkeit bewusst, für Notfälle vorzusorgen. Dazu zählt die Erstversorgung von Archivalien, die etwa durch einen Wasserrohrbruch oder einen Löscheinsatz der Feuerwehr beschädigt wurden. Um wertvolle Zeit zu sparen, werden so genannte „Notfallboxen“ vorgehalten. 

Die Archivberatungsstelle Hessen in Darmstadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, flächendeckend solche im Land zu verteilen. Nun wurde auch das Stadtarchiv Limburg zum Standort eines solchen Boxen-Sets. Der Leiter der Archivberatungsstelle, Dr. Michael Habersack, übergab die Notfallboxen an Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker. Die vier Kisten beinhalten all das, was im Falle eines Wasserschadens sofort gebraucht wird: Folien zum verpacken der feuchten Archivalien, Taschenlampen, Beutel, Etiketten, Handschuhe, Mundschutz und vieles mehr. Diese Boxen werden nicht nur dem Stadtarchiv Limburg, sondern im Notfall auch allen anderen kommunalen Archiven im Umkreis zur Verfügung stehen. 

„Bei einer Beschädigung durch Wasser ist schnelles Handeln das Entscheidende,“ so Habersack. „Nach circa 48 Stunden beginnen nasse Archivalien zu schimmeln.“ Daher zählt zu den Sofortmaßnahmen, die beschädigten Stücke in Folie zu wickeln und dann sofort einzufrieren. Danach werden sie der Gefriertrocknung zugeführt. „Dieses Verfahren konnten wir – unfreiwillig – bereits ausprobieren,“ berichtete der Limburger Stadtarchivar. Bei einem Wasserrohrbruch wurden Teile der Mährisch Neustädter Heimatstube im Schloss beschädigt. Die Stücke wurden eingefroren und kurz darauf zu einer Spezialfirma gebracht, die die Schäden mit Hilfe des Gefriertrocknungsverfahrens beseitigte. „Damals waren es nur wenige Schriftstücke,“ so Dr. Waldecker. Für einen eventuellen großen Schaden will man aber auch gerüstet sein. Dazu tragen die Notfallboxen nun entscheidend bei. 

Der Stadtarchivar dankte seinem Kollegen von der Archivberatungsstelle, auch im Namen von Bürgermeister Martin Richard, für die Überlassung der Notfallboxen, gab aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie nie eingesetzt werden müssen. 

Die Archivberatungsstelle ist ein Projekt des Landes Hessen und am Staatsarchiv Darmstadt angesiedelt. Es wurde 2008 ins Leben gerufen und ist derzeit noch zeitlich befristet. In anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, arbeiten solche Einrichtungen seit Jahrzehnten bereits sehr erfolgreich. Aufgabe ist, die Kommunen bei Pflege ihrer Archive fachlich zu beraten. Notfallplanung und Bestandserhaltung sind dabei nur zwei Schwerpunkte der Arbeit. 

Kontakt:
Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn 
– Stadtarchiv –
Mühlberg 3 (Schloss)
65549 Limburg a. d. Lahn
Tel. 06431-203 368
Fax: 06431-584 39 47
christoph.waldecker@stadt.limburg.de
www.limburg.de 

Quelle: Stadt Limburg an der Lahn, Pressemitteilung, 11.8.2011

Alte Feuerwache in Recklinghausen könnte Musikarchiv werden

Seit neun Jahren steht die alte Feuerwache in Recklinghausen leer, nun möchte eine Gruppe um Konzert-Organisator Tom Klatt einen Teil der Räumlichkeiten als Musikarchiv nutzen. Die Aktivisten aus der freien Szene, die sich selbst ‚Creative Outlaws‘ nennen, möchten in dem seit neun Jahren leerstehenden Gebäude am Herzogswall zwei bisher getrennte Musikarchive zusammenführen. 

Hierbei handelt es sich zum einen um die von Klatt selbst zusammengetragene Musiksammlung mit über 10.000 Einzelstücken, zum anderen um das Archiv von Hans Schreiber aus Dortmund. Dieser hüte nach Aussage von Klatt das wohl größte Musikarchiv in Nordrhein-Westfalen, darunter etwa 100.000 Stunden unveröffentlichte Musik. Darüber hinaus besitze Schreiber einen Bestand mit Klängen aus dem Ruhrgebiet, der ebenfalls der neuen Verbundsammlung integriert werden sollen. 

In den Augen der ‚Creative Outlaws‘ bietet sich die ehemalige Feuerwache in Recklinghausen für eine solche Verwendung geradezu an. Das Gebäude besitzt rund 2.500 Quadratmeter Nutzfläche und ist größtenteils nicht denkmalgeschützt. Für Archiv und Präsenzbibliothek veranschlagen die potenziellen Investoren etwa 200 Quadratmeter. Erst im Februar hatte die Stadt Recklinghausen die Räumlichkeiten erworben, laut Ratsbeschluss muss ein kommender Investor jedoch einen Mix aus Wohnungen und Geschäftsräumen verwirklichen. In diesem Punkt signalisierte Corinna Weiß, Pressesprecherin der Stadt, bestehe jedoch Kompromissbereitschaft.

Kontakt:
Stadt Recklinghausen
Rathausplatz 3/4
45657 Recklinghausen
Telefon: 02361/500
Telefax: 02361/501234
www.recklinghausen.de 

Quelle: Der Westen, 16.8.2011

Goethe- und Schiller-Archiv erwirbt Goethe-Handschriften

Das Goethe- und Schillerarchiv in Weimar hat ein Konvolut mit Handschriften von Johann Wolfgang von Goethe erworben. Unter den Schriftstücken befinden sich zwei Briefe und sechs eigenhändige Gedichthandschriften des Dichters. Nach Auskunft der Klassik Stiftung Weimar, die das Goethe- und Schillerarchiv unterhält, handelt es sich um eine einzigartige Sammlung von größtem Wert, die den in Weimar befindlichen Goethe-Nachlass hervorragend ergänze. Dieser ist erst vor kurzem von der UNESCO in das Programm Memory of the World aufgenommen worden. 

Die Dokumente stammen aus der Familienbibliothek des Adelsgeschlechtes der Welfen und konnten nur mit finanzieller Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Wüstenrot Stiftung sowie der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs und vieler ungenannter privater Spender erworben werden.

Kontakt:
Klassik Stiftung Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar
Telefon: 03643/5450
Telefax: 03643/5450454
info@klassik-stiftung.de
www.klassik-stiftung.de

Quelle: Open-Report, 16.8.2011

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