Fulda und die Weltchronik des Marianus Scottus

Auf Einladung der bürgerschaftlichen Initiative „Konrad I. – der König, der aus Hessen kam“ referierte Privatdozentin Dr. Lotte Kéry (Universität Bonn) am 14. Mai 2009 ergänzend zur Ausstellung „Konrad I. – der König, der in Fulda ruht“ im Dommuseum Fulda, die noch bis zum 14. Juni 2009 besichtigt werden kann, über „Fulda und die Weltchronik des Marianus Scottus“. Die Veranstaltung fand im Vortragsraum der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars statt und wurde von der genannten Initiative gemeinsam mit der Bibliothek des Priesterseminars, dem Vonderau-Museum und dem Stadtarchiv Fulda durchgeführt und von Stadtarchivar Dr. Thomas Heiler moderiert.

Wie Frau Dr. Kéry in ihrem „Werkstattbericht“ über eine von ihr angestellte „quellenkrische Untersuchung“ hervorhob, ist die Weltchronik des Marianus Scottus für die Geschichte des Klosters Fulda nicht nur von Interesse, weil ihr Verfasser, ein irischer Mönch und Priester, von 1059 bis 1069 als Inkluse am „Ort des Geschehens“ lebte – und damit als Repräsentant der Fuldaer Geschichtsschreibung und des Fuldaer Geisteslebens in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts zu gelten hat. Eine spezielle Bedeutung kommt dieser Chronik auch deshalb zu, weil Marianus Scottus als einziger Geschichtsschreiber die genaue Lage der Grabstelle König Konrads I. (911-918), des „Königs, der aus Hessen kam“ in der Fuldaer Klosterkirche bezeichnet.

Marianus Scottus ging es in seinem dreiteiligen Werk, dessen wichtigster Textzeuge, der Vaticanus Palatinus lat. 830, in einem Faksimilie in der Ausstellung präsentiert wird, vor allem darum, seine Korrektur an der bisherigen Zeitrechnung darzulegen. Er ist in erster Linie an der chronologischen Einordnung der Geschehnisse interessiert und weniger an deren historischer Darstellung oder politischen Hintergründen. Zudem kennt man – was für das Mittelalter ganz außergewöhnlich ist – in seinem Fall nicht nur den Namen des Verfassers, sondern dieser teilt auch Einzelheiten aus seiner Biographie in seinem Werk mit. Auf seine besondere Beziehung zu Fulda weist Marianus vor allem durch seinen Bericht hin, wie er die Nachfolge des einige Jahrzehnte vor ihm dort lebenden iroschottischen Inklusen Animchad angetreten habe, dessen Heiligmäßigkeit er betont.

Eine genauere quellenkritische Analyse anhand von drei Beispielen – den Nachrichten über Konrad I. und seine Zeit sowie über die Äbte von Fulda und die Darstellung des Bonifatius in der Weltchronik des Marianus Scottus – zeigt jedoch, dass der irische Inkluse deutlich weniger, als man auf Grund seines langen Aufenthaltes in Fulda erwarten könnte, über die Geschichte dieses bedeutenden Königsklosters und seine Bonifatius-Tradition berichtet. Auf Grund seines vordringlichen Interesses für die Chronologie hat Marianus Scottus andere Schwerpunkte gesetzt. Trotzdem können über die bisher bekannten Vorlagen hinaus einige Quellen namhaft gemacht werden, die ihm zusätzliche Informationen geliefert haben, die auch unübersehbare Beziehungen zu Fulda aufweisen, aber nicht mit letzter Sicherheit als in Fulda vorhanden oder gar entstanden nachgewiesen werden können.

Außerhalb der Daten über die Amtszeiten der Äbte erhält man aus der Weltchronik des Marianus Scottus jedoch nur wenige Nachrichten über Vorgänge und Ereignisse, die sich in Fulda abgespielt haben. Selbst in dem Teil, der seine eigene Lebenszeit betrifft, wird Marianus in dem, was er über Fulda berichtet, nur dann ausführlicher, wenn es um Ereignisse geht, die seine eigene Person betreffen. Hier und da streut er kleinere Nachrichten ein, über Kirchenbau und Kirchweihe, erwähnt einen Kaiser- und Papstbesuch, ohne jedoch Näheres mitzuteilen. Dagegen zeigt sich auch schon in enger Verbindung mit den Nachrichten über Fulda ein erhebliches Interesse des Chronisten für Vorgänge, die den Mainzer Metropolitansitz und dessen herausragende Stellung betreffen und damit für die Kirche und den Ort, an dem Marianus seit 1069 im Anschluss an seinen Aufenthalt in Fulda als Klausner den Rest seines Lebens verbrachte.

An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, in der unter anderem die praktische Seite des Inklusentums beleuchtet wurde: Der Klausner lebte eingemauert in einer kleinen Zelle; der Kontakt mit der Außenwelt beschränkte sich auf die Essensaufnahme – bei dieser Gelegenheit konnte ein kleiner Informationsaustausch stattfinden, viel mehr aber nicht. Danach bestand für die knapp 40 Personen, die sich zum Vortrag eingefunden hatten, bei einem Glas Wein die Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

Kontakt
Stadtarchiv Fulda
Dr. Thomas Heiler 
Bonifatiusplatz 1+3
36037 Fulda
Tel.: 0661 / 1 02 – 14 50
Fax: 0661 / 1 02 – 24 51
stadtarchiv@fulda.de

Dommuseum Fulda 
Domplatz
36037 Fulda
Tel.: 0661 / 87 – 207
dommuseum@bistum-fulda.de

Quelle: Pressemeldung Bistum Fulda, 25.5.2009

Rückblick auf den Wiederaufbau der Stadt Rheydt

Er ist die Grundlage für den Neuaufbau der Stadt Rheydt nach den Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg. Bis in die 1960er Jahre hinein hatte er seine Gültigkeit und legte wichtige Merkmale für das städtebauliche Bild der Rheydter Innenstadt. In einer gemeinsamen Ausstellung vom 3. bis 19. Juni 2009 zeigen das Stadtarchiv Mönchengladbach, der Fachbereich Stadtentwicklung und Planung und die Stadtsparkasse, unterstützt durch das Rheydter City-Management, den nun aufwändig restaurierten Bauleitplan, auch Leitl-Plan genannt, von 1948/49 in der Sparkassengeschäftsstelle Marktstraße. Den Namen „Leitl-Plan“ erhielt der Plan nach dem in der Erarbeitung des Planwerks federführend tätigen Stadtplaner Alfons Leitl. Die Ausstellung verdeutlicht die schwierige und aufwändige Restaurierung des Plans und stellt den Stadtplaner und Architekt Alfons Leitl (1909 – 1975) vor, der neben dem Plan auch einige Bauten in Mönchengladbach entwarf. Auf weiteren Stellwänden zeigt die Ausstellung, wie der Bauleitplan den Wiederaufbau prägte und wie er bis heute fortgeschrieben wurde. Die Ausstellung wird durch den Beigeordneten Dr. Gert Fischer und Heinz Willems von der Stadtsparkasse Mönchengladbach am Mittwoch, 3. Juni 2009, um 11 Uhr eröffnet. 

Kontakt
Stadtarchiv Mönchengladbach
Aachener Str. 2
41050 Mönchengladbach
Tel.: 02161 / 253 – 241
Fax: 02161 / 253 – 259
stadtarchiv@moenchengladbach.de

Quelle: Pressemitteilung Stadt Mönchengladbach, 26.5.2009

Benefiz-Konzert für das Historische Archiv der Stadt Köln

Drei namhafte Kölner Institutionen wollen das Historische Archiv der Stadt Köln mit einem Benefizkonzert im Kölner Dom unterstützen: das Domkapitel, das Gürzenich-Orchester und die Kölner Oper. Unter Leitung von Generalmusikdirektor Markus Stenz führen das Gürzenich-Orchester Köln und das Vokalensemble Kölner Dom, Einstudierung Eberhard Metternich, am Mittwoch, 27. Mai 2009, um 20 Uhr Mozarts Missa c-Moll KV 427, \“Große Messe\“, für Soli, Chor und Orchester auf. Als Solisten konnten die Beteiligten Claudia Rohrbach, Sopran, Regina Richter, Mezzosopran, und Benjamin Bruns, Tenor, alle Ensemblemitglieder der Kölner Oper, und den Bariton Sebastian Noack gewinnen. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter bitten jedoch um Spenden für die Restaurierung von beschädigtem Archivgut.

Mit diesem Benefizkonzert wollen wir mit unseren Möglichkeiten helfen, die Wunde zu heilen, die der Einsturz des Archivs in Köln verursacht hat. Ich bin froh darüber, dass das Domkapitel, die Kölner Oper und das Gürzenich-Orchester sich dafür im Schulterschluss engagieren, erklärte Matthias Greß, Direktor des Gürzenich-Orchesters. Jährlich rund 50 Konzerte in der Philharmonie gibt das Gürzenich-Orchester Köln und bespielt auch die Kölner Oper. Neben regelmäßigen Gastspielen bei internationalen Festivals wie in Edinburgh und London und auf bedeutenden Konzertpodien in Amsterdam, Wien oder Athen macht es auch auf dem nationalen wie internationalen Plattenmarkt regelmäßig auf sich aufmerksam.

Das Vokalensemble Kölner Dom hat Domkapellmeister Eberhard Metternich 1996 gegründet. Der aus etwa 40 Sängerinnen und Sängern bestehende Kammerchor setzt sich aus Berufsmusikern zusammen, zählt zu den besten Kölner A-cappella-Ensembles mit einem Repertoire von der Renaissance bis zu zeitgenössischen Kompositionen und hat sich auch international einen guten Ruf erworben. Im September gab das Vokalensemble Kölner Dom sein Debüt mit dem Gürzenich-Orchester.

Claudia Rohrbach, Regina Richter und Benjamin Bruns zählen zu den Publikumslieblingen der Kölner Oper. Der international renommierte Bariton Sebastian Noack war jüngst unter anderem bei Bachs Matthäuspassion und Mozarts c-Moll-Messe mit dem Gürzenich-Orchester in der Kölner Philharmonie zu hören.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Köln, 20.5.2009; Internetportal der Stadt Rodenkirchen, 25.5.2009

Vortrag über den Tiroler Aufstand von 1809 im Vorarlberger Landesarchiv

Der Historiker Martin Schennach wird am Mittwoch, 27. Mai 2009, um 17 Uhr in der Vortragsreihe \“Bayerische Knechtschaft?" über den Tiroler Aufstand von 1809 und seine Folgen referieren. Alle Interessierten sind herzlich ins Vorarlberger Landesarchiv nach Bregenz eingeladen. Der Eintritt ist frei. 

Wenige Ereignisse der österreichischen Geschichte haben sich so sehr und vielfach verklärt ins allgemeine Bewusstsein eingeprägt, wie der von Andreas Hofer geführte Aufstand der Tiroler gegen die bayrische Regierung im Jahr 1809. Der Historiker und Jurist Martin Schennach vom Tiroler Landesarchiv wird in seinem Vortrag die Ursachen für den Aufstand beleuchten und überblicksartig die Ereignisse und die anschließende Befriedung des Landes durch Bayern und Franzosen skizzieren. Einen Schwerpunkt wird er dabei auf den Vergleich zu annähernd zeitgleich stattfindenden Aufständen gegen die Herrschaft Napoleons und seiner Verbündeten in anderen Teilen Europas legen, die in Kalabrien, Spanien oder Oberitalien ausbrachen, und nicht zuletzt in Vorarlberg, auf das der Funke, von den Tirolern und dem österreichischem Militär geschürt, im April 1809 übersprang. 

Kontakt
Vorarlberger Landesarchiv
Kirchstraße 28
A-6900 Bregenz
Tel.: +43 (0) 5574 / 511 – 45005
Fax: +43 (0) 5574 / 511 – 45095
landesarchiv@vorarlberg.at

Quelle: Pressemeldung Land Vorarlberg, 25.5. 2009

Limburg-Medaille für Heimatforscher

In einer kleinen Feierstunde ehrten Limburgs Bürgermeister Martin Richard und Stadtverordnetenvorsteher Rolf Dettmann Herrn Johann Georg Fuchs für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement für die Erforschung und Dokumentation der Geschichte Limburgs.

Johann Georg Fuchs befasst sich intensiv mit der Stadtgeschichte. Sein Schwerpunkt ist die wissenschaftliche Darstellung der Häusergeschichte der Altstadt. Er arbeitet auf höchstem wissenschaftlichem Niveau und legt an sich selbst hohe qualitative Maßstäbe. Die Qualität seiner Beiträge zeigt sich daran, dass er nicht nur auf lokaler Ebene publiziert, sondern dass seine Aufsätze auch in die renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften „Nassauische Annalen“ und „Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte“ aufgenommen wurden.

Herr Fuchs engagiert sich seit vielen Jahren aktiv für das Stadtarchiv Limburg an der Lahn. So hat er einen Teil seiner persönlichen Bibliothek, mehr als 150 wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Werke, dem Stadtarchiv kostenlos überlassen. Daneben unterstützt er ehrenamtlich den Leiter des Stadtarchivs, Herrn Dr. Waldecker.

Vor mehr als einem Jahrzehnt hat sich Johann Georg Fuchs für die Rettung der Grabplatten aus dem Dom eingesetzt. Durch seinen unermüdlichen Einsatz konnten einige gerettet werden, die heute entlang der Mauer des Dompfarramtes stehen.

Bürgermeister Richard hob hervor, dass Johann Georg Fuchs zu den Autoren des Sammelbandes zum Stadtjubiläum zählt und sich für das Jubiläumsjahr als Referent der Vortragsreihe des Stadtarchivs zur Verfügung gestellt hat.

Personen, die sich in besonderem Maße für ihre Mitbürger engagiert und durch ihre Arbeit einen Beitrag zum gesellschaftlichen, sportlichen, sozialen oder kulturellen Leben in der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn geleistet haben, können bei i.d.R. mindestens 15-jährigem Engagement mit der Limburg-Medaille ausgezeichnet werden. Bürgermeister Martin Richard und Stadtverordnetenvorsteher Rolf Dettmann verliehen Johann Georg Fuchs als sechstem Bürger der Stadt die Limburg-Medaille.

Johann Georg Fuchs bedankte sich für die Auszeichnung und dankte auch allen, die ihn bei seiner Forschung unermüdlich unterstützt haben. Er kündigte weitere Publikationen zur Limburger Geschichte an.

Kontakt:
Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn
-Stadtarchiv-
Mühlberg 2 (Schloss)
65549 Limburg a. d. Lahn
Tel.: 06431-932 367
Fax: 06431-584 39 47
www.limburg.de

Das wiederentdeckte Sudetenland

Im Mittelpunkt von Ausstellungen und einer Veranstaltungsreihe stehen die nach Bayerisch-Schwaben vertriebenen Sudetendeutschen und die Landschaften, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg verlassen mussten. Der Augsburger Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte (Prof. Dr. Marita Krauss) lädt in dieser Woche zu einem spannenden Blick über die Grenzen ein: In Kooperation mit der tschechischen Bürgerinitiative Antikomplex und gemeinsam mit Studierenden und Gästen veranstaltet er vom 25. bis zum 28. Mai 2009 im Staatsarchiv Augsburg eine kompakte Reihe mit Diskussionen, Vorträgen und einer Lesung. Berichtet wird in dieser Reihe über erste Ergebnisse eines großen Zeitzeugenprojektes. Parallel wird die von der tschechischen Bürgerinitiative "Antikomplex" erarbeitete Ausstellung "Das wiederentdeckte Erzgebirge" gezeigt.

Bevor in diesem Jahr in Augsburg an Pfingsten der 60. Sudetendeutsche Tag stattfindet, nähern sich die Landeshistoriker der Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln: Diesseits und jenseits der nunmehr offenen Grenzen werden mehr und mehr junge Menschen auf das Sudetenland aufmerksam. Interessieren sich junge Tschechen – wie etwa die Mitglieder der Bürgerinitiative Antikomplex – mehr für die Veränderungen der Landschaften und Orte, so fragen sich Augsburger Studierende der Landesgeschichte, von welchen Lebenswegen die Vertriebenen in Bayerisch-Schwaben zu berichten haben. Das 2008 angelaufene, von Prof. Dr. Marita Krauss und Sarah Scholl-Schneider M.A. geleitete Interview- und Dokumentationsprojekt untersucht am Beispiel von Sudetendeutschen in Bayerisch-Schwaben, am Beispiel der Geschichte ihrer Familien und ihrer Herkunftsorte Fragen des Zusammenlebens, des Miteinanders und Gegeneinanders von Deutschen und Tschechen sowohl in den Böhmischen Ländern bis zur Vertreibung als auch in der neuen Heimat in Bayerisch-Schwaben nach 1946/47 und im heute zusammenwachsenden Europa.

Eröffnet wurde die Veranstaltungsreihe am Montag, dem 25. Mai 2009, um 19.00 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zwischen Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen. Die ungewöhnliche Konstellation der Diskutierenden gab interessante Einblicke in vollkommen unterschiedliche biographische Erfahrungen. Am selben Abend wurde die Ausstellung "Das wiederentdeckte Erzgebirge" des tschechischen Kooperationspartners Antikomplex eröffnet. Sie ist bis zum 28. Mai 2009 im Foyer des Staatsarchivs Augsburg zu besichtigen. Der Dienstagabend ist einer Projektvorstellung von Biographien aus dem Erzgebirge gewidmet. Ihre Forschungsergebnisse präsentieren unter anderem zwei Studentinnen der Landesgeschichte. Am Mittwoch liest die 1971 geborene Autorin Emma Braslavsky aus ihrem Roman "Aus dem Sinn". Kommentiert wird dieses junge und subtile Beispiel von Erinnerungsliteratur der dritten Generation durch einen Studenten. Am Donnerstagabend schließlich findet um 18.15 Uhr eine Diskussion zwischen Prof. Dr. Marita Krauss und Mgr. Blanka Mouralova, der Direktorin des Collegium Bohemicum in Usti nad Labem/Aussig, statt. Beide befassen sich mit musealen Konzepten zur Geschichte der Sudetendeutschen und werden Parallelen und Unterschiede zwischen Deutschland und Tschechien diskutieren.

Auch auf dem Sudetendeutschen Tag am 30./31. Mai 2009 im Messezentrum präsentiert das Augsburger Projekt seine Ergebnisse. Dort wird zudem die zweite Ausstellung von Antikomplex, "Das verschwundene Sudetenland", gezeigt. Sie widmet sich insbesondere den signifikanten Veränderungen der von den Sudetendeutschen verlassenen Landschaften im Laufe der Jahrzehnte. Mit Bilderpaaren von damals und heute verdeutlicht sie die Folgen der Vertreibung für gewachsene Kulturlandschaften. Vom 2. bis zum 29. Juni 2009 ist auch diese Ausstellung dann im Foyer des Staatsarchivs Augsburg zu besichtigen. Sie wird am 29. Juni 2009 um 19 Uhr mit einem Rundgespräch über Chancen und Grenzen von Zeitzeugenprojekten in Deutschland und Tschechien beendet. Alle Veranstaltungen finden, sofern nicht anders angegeben, im Staatsarchiv Augsburg statt. Die Teilnahme an den Veranstaltungen und der Besuch der Ausstellungen sind kostenlos. Die Ausstellungen sind am Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8.00 bis 16.00, am Dienstag von 8.00 bis 19.00 Uhr und am Freitag von 8.00 bis 13.30 Uhr zugänglich, ebenso während der Abendveranstaltungen.

Info: Das Programm im Überblick

Montag, 25.Mai 2009, 19.00 Uhr
Ausstellungseröffnung "Das wiederentdeckte Erzgebirge" und Podiumsgespräch mit Zeitzeugen

Dienstag, 26. Mai 2009, 19.00 Uhr
Projektvorstellung
Biographien und Erinnerungskultur zwischen Erzgebirge, Allgäu und Augsburg.

Mittwoch, 27. Mai 2009, 19.00 Uhr
Lesung Emma Braslavsky: Aus dem Sinn (2007)

Donnerstag, 28. Mai 2009, 18.15 Uhr
Podiumsdiskussion
Aktuelle Entwicklungen in der Museumslandschaft in Deutschland und der Tschechischen Republik. Parallelen und Unterschiede

Samstag, 30. Mai 2009, 13.30 Uhr, im Rahmen des Sudetendeutschen Tages im Messezentrum Augsburg, TC Ebene 2, Raum 2.24 A
Vortragsveranstaltung der Sudetendeutschen Stiftung
Erinnerungskultur und Lebensläufe: Auf dem Weg zum Sudetendeutschen Museum in München

Montag, 29. Juni 2009, 18.15 Uhr
Finissage der Ausstellung "Das verschwundene Sudetenland" und Rundgespräch
Chancen und Grenzen von Zeitzeugenprojekten Deutschland und Tschechien

Kontakt
Universität Augsburg
Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte
Sarah Scholl-Schneider M.A.
86135 Augsburg
Tel.: 0821 / 598 – 5465
sarah.scholl-schneider@phil.uni-augsburg.de

Staatsarchiv Augsburg
Salomon-Idler-Str. 2
86159 Augsburg
Tel.: 0821 / 599 63 – 30
Fax: 0821 / 599 63 – 333
poststelle@staau.bayern.de

Quelle: Pressemitteilung Uni Augsburg, 21.5.2009

Roxel – vom alten Dorf zum jungen Stadtteil

Wo liegt eigentlich Volkingdorf? Nur wenige wissen, dass dieser Name einstmals einer Siedlungsgruppe im westlichen Umfeld Münsters galt. Im Stadtarchiv Münster hören die Besucher am Donnerstag, 28. Mai 2009, mehr von dieser altsächsischen Bezeichnung: \“Roxel – vom alten Dorf zum jungen Stadtteil\“ ist der neue Themenabend um 18 Uhr überschrieben. Der Historiker und Archivar Dr. Helmut Müller blättert zunächst die historischen Kapitel des Kirchspiels Roxel auf. Auch die Siedlungsvorläufer des heutigen Stadtteils spielen dabei eine Rolle. Erstmals schriftlich erwähnt wird der Ort vor rund 830 Jahren. Er stammt aus der Zeit, in der Roxel eine eigene Kirche bekam. Mit der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff hat die Kirche einen besonders berühmten Täufling. Geboren wurde die Schriftstellerin der \“Judenbuche\“ auf Schloss Hülshoff, das ehemals zum Kirchspiel Roxel gehörte. Der Referent lässt mit originalen Zeitzeugnissen aus den Magazinen des Stadtarchivs die Entwicklung des Ortes lebendig werden. Seine Zeitreise endet nicht in früheren Jahren, sondern er nimmt auch den jungen Stadtteil in den Blick. Zum Vortrag präsentiert das Stadtarchiv historische Dokumente aus seinem Bestand, die zur Erforschung der Geschichte Roxels genutzt werden können. Der Eintritt zum Themenabend ist frei. 

Kontakt
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel.: 0251 / 492 – 4701
Fax: 0251 / 492 – 7727
archiv@stadt-muenster.de

Quelle: Pressemitteilung Stadt Münster, 25.5.2009

Archivführer Kreis Steinfurt

Am 25. Mai 2009 wird der erste Archivführer für den Kreis Steinfurt vorgestellt. Dies wird auf das Interesse aller stoßen, die auf dem Gebiet der Steinfurter Lokal- und Regionalgeschichte arbeiten. Der erste "Archivführer Kreis Steinfurt" wird im Kreishaus in Burgsteinfurt im Rahmen einer öffentlichen Ausstellungseröffnung erstmals präsentiert. Die Schau zeigt einige Seiten aus dem Archivführer auf großformatigen Ausdrucken.

Die 130-seitige Broschüre enthält viel Wissenswertes über die Archivwelt der 24 Städte und Gemeinden des Kreises Steinfurt. So erfährt der Leser neben den Archivadressen, Ansprechpartnern und Öffnungszeiten der Archive auch sehr viel über deren Bestände, über Foto-, Karten- und Zeitungssammlungen. Eine kleine Literaturauswahl und Angaben zur Geschichte des Ortes runden das Bild zu jedem Ort ab. Die Bilderfülle macht neugierig und lässt erahnen, wie viele Schätze die Archive im Kreis Steinfurt zu bieten haben.

Den Archivführer gibt es gegen eine Schutzgebühr von einem Euro in allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen und im Kreisarchiv Steinfurt.

Kontakt:
Kreisarchiv Steinfurt
Kreishaus, Zimmer 86
Tecklenburger Straße 10
48565 Steinfurt
Telefon 02551/69-2086

Quelle: Kreis Steinfurt, Pressemitteilung, 20.5.2009

Suhrkamp-Archiv gehört zum geistigen Erbe Frankfurts

Das Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main hat am 19. Mai 2009 einstimmig für den Erhalt des Suhrkamp-Archivs in Frankfurt votiert. „Das Suhrkamp-Archiv gehört ohne Frage zum geistigen Erbe Frankfurts und sollte von hier auch nicht abgezogen werden“, erklärte Universitätspräsident Werner Müller-Esterl zu den sich in den letzten Tagen verdichtenden Medienberichten, nach denen das Deutsche Literaturarchiv Marbach Interesse an einer Übernahme der einmaligen Sammlung zeigt. „Angesichts der großen nationalen und internationalen Bedeutung der Sammlung werden Stadt, Land und Universität an einem Strang ziehen, um ihren Verbleib in Frankfurt zu sichern“, so Müller-Esterl.

Auf der Grundlage eines zwischen Universität und Suhrkamp-Stiftung geschlossenen Vertrages befinden sich seit 2002 bereits Teile der Sammlung in archivarischer Betreuung der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Laut dieser von Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz und dem ehemaligen Universitätspräsidenten Rudolf Steinberg unterzeichneten Vereinbarung sollten in Abständen von jeweils fünf Jahren weitere Teile des einmaligen Dokumentenbestandes in die archivarische Obhut der Goethe-Universität übergehen. Die Vereinbarung zwischen Stiftung und Universität sieht eine dauerhafte Verankerung des Archivs an der Goethe-Universität vor. „Die Universität hat bisher alle sich aus diesem Vertrag ergebenden Verpflichtungen erfüllt“, erklärte Müller-Esterl. „Daher sehen wir mit einiger Verwunderung, dass man hinsichtlich der weiteren Verwendung des Archivs offenbar schon Verhandlungen mit dritter Seite aufgenommen hat, ohne zuvor mit uns das Gespräch gesucht zu haben.“

So seien es erst Wissenschaftler der Goethe-Universität gewesen, die aus dem 2002 in Umzugskisten angelieferten großen Mengen ungeordneten Materials, das sich zum Teil in einem konservatorisch bedenklichen Zustand befand, überhaupt ein Archiv geformt hätten, das diesen Namen verdient. Aus dem Archiv sind innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes bereits eine Vielzahl national und international beachteter Editionen, Buch- und Zeitschriftenbeiträge sowie Ausstellungen und Vorträge hervorgegangen mit dem Ziel, wichtige Teile des Archivs möglichst schnell einer wissenschaftlichen Bewertung zukommen zu lassen. Zuletzt hatte Ende 2008 die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer für erhebliches öffentliches Aufsehen gesorgt. Bereits 2003 war der Briefwechsel zwischen Peter Suhrkamp und Siegfried Unseld erschienen, 2006 dann der Briefwechsel zwischen Wolfgang Koeppen und Siegfried Unseld sowie eine Monografie über Hermann Hesse und den Suhrkamp-Verlag. Weitere Editionen wie die der Briefe Peter Suhrkamps an seine Frau Annemarie Seidel oder der Briefwechsel zwischen Max Frisch und Peter Suhrkamp werden derzeit vorbereitet. Bis spätestens 2014 ist die Integration des Suhrkamp-Archivs in das neue Archivzentrum geplant, das auf dem Campus Westend entstehen wird.

Es sei offensichtlich, dass es zwischen den an der Goethe-Universität beheimateten, reformorientierten Vordenkern des Nachkriegsdeutschlands wie zum Beispiel Adorno und dem Suhrkamp-Verlag eine nahezu symbiotische Beziehung gegeben habe, deren Geist das Archiv atmet. Müller-Esterl: „Ein Verbleib des Archivs an der Goethe-Universität ist schon deshalb sinnvoll, weil es zu einem nicht geringen Teil die Geschichte der Frankfurter Schule enthält. Damit erscheint die Goethe-Universität als der bestmögliche Ort, um dieses Erbe angemessen aufzuarbeiten, zu publizieren und der Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, so der Präsident. Zudem handele es sich um das umfassendste Archiv, das die Entwicklung der deutschen Nachkriegsliteratur dokumentiert. 

Im Dezember 2002 wechselte eine beispiellose Sammlung geisteswissenschaftlicher Quellen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus den Kellern des Suhrkamp Verlags in der Lindenstraße auf den Campus Westend. 2003 nahm das „Archiv der Peter Suhrkamp Stiftung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität“ seine Arbeit auf – eines der bedeutendsten deutschen Literaturarchive der Moderne. Denn Peter Suhrkamp und sein Verlag gaben Autoren wie Hermann Hesse, Bertolt Brecht und Max Frisch, die intellektuelle Heimat, in der herausragende Literatur entstehen konnte. Administrativ ist das Archiv dem Fachbereich Neuere Philologien zugeordnet. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Volker Bohn, das Archiv wird betreut von dem Germanisten Wolfgang Schopf. Obwohl die konservatorische Sicherung und die Erschließung der Dokumente in der Aufbauphase Priorität genießen, steht das Archiv auch Besuchern (nach Anmeldung) offen. Zudem präsentiert das Archiv Teile des Bestands und eigene Forschungsergebnisse mit der Veranstaltungsreihe »Hauslesung«, die jeweils zum Ende des Semesters stattfindet, durch Ausstellungen und Editionen.

Aus den nur grob geordneten Materialien wuchs langsam ein funktionsfähiges Archiv, auf das Wissenschaftler aus dem In- und Ausland immer häufiger zugreifen. Die Peter Suhrkamp Stiftung stellte der Universität in der ersten Phase ein etwa 250.000 Blatt umfassendes Konvolut als Dauerleihgabe zur Verfügung, damit der Verbleib des Bestandes in Frankfurt, seine wissenschaftliche Aufarbeitung und seine Erschließung für die Forschung gewährleistet werden. Dazu gehören heute bereits der Nachlass des Verlagsgründers Peter Suhrkamp sowie sämtliche Korrespondenzen des Verlags, die erhaltenen Manuskripte und Herstellungsunterlagen sowie die Rezensionen der Bücher aus dem ersten Verlagsjahrzehnt bis zur Übernahme der verlegerischen Verantwortung durch Siegfried Unseld im Jahr 1959. Hinzu kommt die Korrespondenz des Insel Verlags mit seinen Autoren von 1945 bis 1963.

Der Großteil der Dokumente lässt sich in drei Gattungen gliedern: die Korrespondenz der Autoren mit dem Verleger oder den Lektoren, in der die Entstehung von Literatur in Perspektive auf den Autor transparent wird, Herstellungsunterlagen (wie Druckfahnen mit Autorenkorrekturen), in denen die vielen Schritte des Manuskripts auf dem Weg zum Buch deutlich werden, und zeitgenössische Rezensionen sowie weitere Reaktionen meinungsbildender Instanzen, womit die Wechselwirkung von Literatur und öffentlichen Diskursen nachvollziehbar wird.

Kontakt
Archiv der Peter Suhrkamp Stiftung
an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
DSL 2
Grüneburgplatz 1
60629 Frankfurt am Main
Tel.: 0 69 / 798 – 32443
schopf@archiv-suhrkamp-stiftung.de

Quelle: Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt am Main, 19.5.2009; Archiv der Peter Suhrkamp Stiftung

Historischer Vortrag über kirchliches Leben in Suderwick

Mit dem kirchlichen Leben im Bocholter Ortsteil Suderwick im 19. Jahrhundert beschäftigt sich am Donnerstag, 28. Mai 2009, Dr. Beate Sophie Fleck aus Münster. Sie referiert auf Einladung des Gesprächskreises Bocholter Stadtgeschichte und des Heimatvereins Suderwick. Beginn ist 18.30 Uhr im Pfarrheim St. Michael, Kerkpatt. Der Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte wird gebildet vom Stadtarchiv Bocholt und der VHS Bocholt-Rhede-Isselburg. Moderiert wird der Abend von Stadtarchivar Dr. Hans Oppel. Der Eintritt ist frei.

„Wie steht es im Allgemeinen mit dem religiösen Leben in der Gemeinde?“, wurde 1888 im bischöflichen Visitationsbericht für St. Michael in Suderwick gefragt. „Nicht gut“, antwortete der gerade neu eingeführte Pfarrer Eilers. War die Glaubenseinstellung und das aktive kirchliche Leben in der katholischen Pfarrei St. Michael wirklich so schlecht? – Antworten hierauf sollen in einem Vortrag gefunden werden, der einzelne Beispiele aus dem Pfarrleben beleuchtet. Neben einem kurzen geschichtlichen Abriss des 19. Jahrhunderts (u.a. Abtrennung des niederländischen Gebietes 1854 von der Pfarrei) werden die Themen Gottesdienste und Sakramente, Bruderschaften und Vereine, Volksmission sowie Wallfahrt nach Kevelaer Schwerpunkte bilden.

Kontakt
Stadtarchiv Bocholt
Münsterstr.76
46397 Bocholt
Tel.: 02871 / 953 – 349
Fax: 02871 / 953 – 347
stadtarchiv@mail.bocholt.de 
dr.oppel@mail.bocholt.de

Quelle: Pressemeldung Stadt Bocholt, 18.5.2009