Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives

Ausstellung in der Akademie der Künste.

Das kulturelle Gedächtnis ist die Basis der menschlichen Zukunft. Dabei übernehmen Künste und Kulturinstitutionen eine entscheidende Rolle. Die Auseinandersetzung mit Erinnerung und Gedächtnisspeichern sind zentraler Gegenstand aktueller künstlerischer Praxis: Künstlerinnen und Künstler befragen Archive, überdenken Auswahlprozesse, tasten Lücken im Depot ab und erstellen eigene Archive gegen das Vergessen. Denn das Gedächtnis ist ein umkämpftes Feld: Inmitten der aktuellen Dynamik von digitalem Wandel, rechten und nationalistischen Erzählungen, postkolonialen Debatten um historische Verantwortung sowie dem Ringen um Nachhaltigkeit und Diversität gilt es, tradierte Wissens- und Erinnerungsräume zu verteidigen und zugleich neu zu bewerten.


Abb.: „Erinnern ist Arbeit“, Ausstellungsprojekt von Einar Schleef, 1992, im Marstall, Berlin. Foto © Ute Schendel. VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Anlässlich ihres 325-jährigen Bestehens reflektiert die Akademie der Künste auch die eigene Institution und ihre Archive als Erinnerungsspeicher. Eine Ausstellung mit 13 Auftragsarbeiten und 15 exemplarischen Positionen aus dem Archiv zeigt die Grammatik von Erinnern und Vergessen und stellt Aufbewahrtes in neue Kontexte.

Mit Arbeiten von: Mirosław Bałka, Candice Breitz, Ulrike Draesner, Arnold Dreyblatt, Thomas Heise, Susann Maria Hempel, Alexander Kluge, Eduardo Molinari, Matana Roberts, Cemile Sahin, Cécile Wajsbrot, Jennifer Walshe und Robert Wilson.

Paul Ingendaay zeigt sich in der FAZ begeistert von der Ausstellung (und dem „exzellenten“ Katalogheft) zum Themenkomplex Archiv, Erinnerung und historisches Gedächtnis („ein großartiger Rundgang“) und empfiehlt u.a. allen, „die es noch nie getan haben, sich mit den Zeugnissen aus der Geschichte der Akademien selbst (Ost und West) zu beschäftigen“.

Die Veranstaltung „Durch das Herz hindurchgehen. Eine Einführung“ bildete am 2.6.2021 den Auftakt der Gesprächsreihe zur Ausstellung „Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives“. Johannes Odenthal und Werner Heegewaldt führen in das Ausstellungsprojekt ein. Anschließend diskutieren Jeanine Meerapfel und Cécile Wajsbrot über die Rolle von Erinnerung und Vergessen für ihre jeweilige künstlerische Arbeit.

Info:
Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives. Ausstellungder Akademie der Künster
17.6.-19.9.2021, Di-So 11-19 Uhr
Ort: Pariser Platz, Berlin
adk.de/tickets

Kontakt:
Akademie der Künste
Pariser Platz 4
10117 Berlin
Telefon +49 (0)30 200 57-0 / -1000
Telefax +49 (0)30 200 57-1702
info@adk.de
www.adk.de

Quelle: Akademie der Künste, Programm, Juni 2021; Paul Ingendaay: Jeder mit seinem eigenen Spaten, in: FAZ, 15.7.2021, 9.

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