Mehrere Kilometer Archivbestand aus Kölner Trümmern gerettet

Die Kulturverwaltung der Stadt Köln hat ein Krisenmanagement für den Umgang mit den beim Einsturz des Historischen Archivs verschütteten Kulturgütern installiert. Eine Leitstelle koordiniert alle notwendigen Schritte bei der Bergung und Sicherung der Dokumente. Sie organisiert auch den Einsatz der Mitarbeiter und Helfer. Hinzu kommt eine Arbeitsgruppe „Fachliche Betreuung und Beratung\“, die sich aus Experten der Landschaftsverbände in NordrheinWestfalen, dem Landesarchiv NRW und der Fachhochschule Köln zusammensetzt.

Die Gruppe koordiniert die zahlreichen Hilfsangebote aus dem In- und Ausland und entwirft langfristige Konzepte zur Zukunft der Archivalien. Derzeit liegen der Stadt Köln Angebote über 30 Kilometer Archivflächen aus dem gesamten Bundesgebiet vor. Aus organisatorischen Gründen haben Lagerstätten in Nordrhein-Westfalen Vorrang. Die der Stadt Köln im Historischen Archiv des Erzbistums Köln zur Verfügung stehende Regalfläche ist bereits vollständig belegt. Die nächsten geborgenen Materialien gehen an das Bundesarchiv in Sankt Augustin, das Rheinische Archivamt in Pulheim-Brauweiler sowie die Landesarchive in Münster und Detmold.

Von dem früheren Bestand des Historischen Archivs auf 30 Kilometer Regallänge sind bisher drei Kilometer aus den Trümmern gerettet. Hinzu kommen ein Kilometer aus dem Keller unter dem nicht eingestürzten Verwaltungstrakt und drei Kilometer, die im Keller des gegenüber dem Archiv liegenden Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums lagerten.

Zu den bisher geborgenen Dokumenten zählen unter anderem zwei Handschriften von Albertus Magnus, vier Bücher des Kölner Ratsherrn Hermann von Weinsberg aus dem 16. Jahrhundert, ein Teil der Ratsprotokolle und der Rechnungen der Stadt Köln aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit, rund 50 überformatige Urkunden, ein Teil der 550 Schreinsbücher (vergleichbar mit dem heutigen Grundbuch) vom 13. Jahrhundert bis 1794, Bestandteile von Nachlässen, darunter auch einzelne Fotoalben.

Wegen der zusätzlichen Aufgaben des Historischen Archivs nach dem Einsturz stockt die Stadt Köln das Personal um drei zusätzliche Restauratoren, drei Archivare und einen wissenschaftlichen Mitarbeiter auf. Außerdem versetzt sie drei städtische Mitarbeiter langfristig und acht bis zehn weitere kurzfristig ins Archiv.

Oberbürgermeister Fritz Schramma hat für die Sitzung des Stadtrats am 26. März eine Beschlussvorlage zum Neubau des Historischen Archivs eingebracht. Sie sieht eine europaweite Ausschreibung vor, um einen Investor für das Vorhaben zu finden, und soll auf Basis der bisherigen Planungen zu Flächenbedarf, Ausstattung und Standort in der Innenstadt erfolgen. Auch die Weiterentwicklung zu einem Bürgerarchiv hat das neue Gebäude zu ermöglichen.

Kulturdezernent Professor Georg Quander sieht in der Investorenlösung Vorteile gegenüber einem Neubau durch die Stadt auf eigenem Grundstück. Nur so könne das Archivgebäude in fünf Jahren fertig gestellt sein. Außerdem hätten sich die bisher diskutierten Standorte als weniger geeignet erwiesen. Zunächst kann das Historische Archiv seinen Betrieb nur als Dienststelle ohne Publikumsverkehr aufnehmen. Allerdings ist an einen provisorischen und einen virtuellen Lesesaal gedacht, ebenso an eine Hotline für Nachfragen zu den geborgenen Beständen und ein jährliches Kolloquium.

Voraussichtlich in der vorletzten Juniwoche organisiert die Stadt Köln ein Experten-Hearing, das Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eröffnet. Es soll sich mit der Überprüfung der Bauvorschriften, der aktiven und passiven Erhaltung der Archivbestände, der Notfallvorsorge, der Sicherung der Archivalien durch Verfilmung und Digitalisierung und gegebenenfalls mit der Novelle des Archivgesetzes NRW beschäftigen.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Tel. 0221/22128746 und 0221/22124455
HistorischesArchiv@stadt-koeln.de

Quelle: Stadt Köln, Pressemitteilung, 26.3.2009

Neues Kölner Stadtarchiv soll in fünf Jahren fertig sein

Die Leiterin der Kölner Stadtarchivs, Bettina Schmidt-Czaia, hofft, dass 50 bis 60 Prozent der bei dem Gebäudeeinsturz Anfang März verschütteten Kulturgüter gerettet werden können. Eine genaue Prognose sei aber noch nicht möglich, sagte Schmidt-Czaia am 26. März in Köln.

Ihren Angaben zufolge wurden bislang sieben Regalkilometer Archivgut an der Unglücksstelle in der Kölner Südstadt geborgen, die übrigen 23 Kilometer des Bestandes seien noch verschollen. Der Kölner Kulturdezernent Georg Quander sagte, es bestehe mehr Hoffnung als in den ersten Tagen nach dem Einsturz am 3. März. Unter den Trümmern tauchten ganze Stücke auf, die relativ geringe Schäden aufwiesen. "Ein großer Teil der Archivalien liegt in der Baugrube, und dort ist es trocken", sagte Quander.

Unter anderem konnte der Tresor des Archivs mit einigen der wertvollsten Stücke unversehrt freigelegt werden. Des Weiteren wurden unter anderem Protokolle des Stadtrats aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit (1396-1798) geborgen, sowie etliche der 550 so genannten Schreinsbücher aus dem gleichen Zeitraum. Auch wurden Dokumente aus der Zeit entdeckt, in der Köln unter französischer und preußischer Verwaltung stand. Alle Fundstücke müssten aufwendig gesäubert und teilweise erheblich restauriert werden.

Feuerwehr-Einsatzleiter Peter Hartl berichtete von anhaltend schwierigen Bergungsmaßnahmen. Wegen der erheblichen Unfallgefahr am Trümmerkrater müssten die Einsatzkräfte und Helfer von den Spezialisten der Höhenrettungstrupps aufwendig mit Seilen gesichert werden. Untersuchungen des Landesumweltamtes hätten inzwischen ergeben, dass die Unglücksstelle entgegen ersten Befürchtungen asbestfrei sei.

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Historisches Archiv der Stadt Köln
Tel. 0221/22128746 und 0221/22124455
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Quelle: Aachener Zeitung, 26.3.2009; AP/PR Inside, 26.3.2009

Helfer entdeckten nahezu unbeschädigtes Archivmaterial in den Kölner Trümmern

Die Severinstraße ist mittlerweile neben dem Dom eine der größten Besuchermagnete in Köln. Um der Straße zusätzliche Attraktivität zu verleihen, erwägt der Dezernent die Ausstellung einiger Dokumente aus dem Stadtarchiv im Severinsviertel. 

Die Helfer an der Einsturzstelle des Historischen Archivs der Stadt Köln sind am Mittwoch (25.3.2009) auf eine Vielzahl unversehrter Archivalien gestoßen. Unter einer Wand des eingestürzten Gebäudes lagen jüngere Schriften aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Derzeit füllen die Helfer jeden Tag zwischen sieben und zehn Lastwagen mit geborgenem Archivmaterial. 

Quelle: Thorsten Moeck, Kölner Stadt-Anzeiger, 25.3.2009

Kölner Stadtarchiv nicht tot

Am 24. März 2009 ist der "Koordinierungsstab Unglücksstelle Waidmarkt\“ zu seiner vierten Sitzung unter der Leitung von Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma zusammengetreten, um weitere Maßnahmen zu beraten.

Zum Teil auftretender starker Regen mit Windböen hat die Bergung des Archivgutes zuletzt behindert, weil nur kleine Bereiche des mit einer Plastikplane überzogenen Schuttberges aufgedeckt werden konnten. Eine größere Arbeitszone war nicht möglich, weil die Gefahr zu groß war, dass Teile des Archivgutes nass werden könnten. Bisher sind rund 4.700 Tonnen Schutt an der Unglücksstelle abgetragen worden, das entspricht rund 330 abtransportierten LKW-Ladungen.

Insgesamt läuft die Bergung schneller als ursprünglich gedacht. Von rund 30 Regalkilometern an Archivgut sind bisher schätzungsweise 6 Regalkilometer geborgen worden. Verhältnismäßig viele Teile sind überraschend gut erhalten und müssen nur gereinigt werden. Dr. Bettina Schmidt-Czaia, Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Köln sagte: "Es besteht möglicherweise die Chance, große Teile des Archivs wiederzubekommen. Das Archiv ist nicht tot!"

Über Ostern sollen die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag ruhen. Dafür haben sich Oberbürgermeister Fritz Schramma und der Koordinierungsstab ausgesprochen. Den erschöpften Einsatzkräften und Helfern vor Ort wird damit eine kleine Pause gegönnt.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Tel.: 0221-22124455 oder 0221-22128746
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monika.frank@stadt-koeln.de

Quelle: Stadt Köln, Pressemitteilung, 24.3.2009

Heft 12 der Archiv-Nachrichten Niedersachsen erscheint

In Kürze erscheint Heft 12 der Archiv-Nachrichten Niedersachsen. Auf 168 Seiten finden Sie darin die Beiträge der Tagung der AG der niedersächsischen Kommunalarchivare 2008 zum Schwerpunktthema \“Zwischen Kernaufgaben und Projektmanagement. Das Kommunalarchiv als universelle Serviceschnittstelle\“ und weitere aktuelle und interessante Beiträge, schwerpunktmäßig aus niedersächsischen Archiven. 

Die Reihe wird gemeinsam vom Niedersächsischen Landesarchiv und der Arbeitsgemeinschaft niedersächsischer Kommunalarchivare e.V. (ANKA) herausgegeben. Sie erscheint jährlich im März. Beiträge für die nächste Ausgabe 13/2009 nimmt die Schriftleitung bis Ende November 2009 entgegen: birgit.kehne@nla.niedersachsen.de / rose.scholl@garbsen.de

Bezugsadresse
ANKA-Geschäftsstelle
stadtarchiv@hannover-stadt.de
Tel. 0511/1684-2173 (Preis: 6 EUR zuzügl. Versand) 

Inhalt

EDITORIAL 

46. ANKA-TAGUNG 2008 HOLZMINDEN 

Thomas Vogtherr: Landesgeschichte und Kommunalarchive. Bisherige Erfahrungen und künftige Erwartungen (S. 8) 

Karljosef Kreter: Erfahrungen mit Dokumentenmanagement-Systemen. Einleitende Hinweise auf die Empfehlungen der Bundeskonferenz der Kommunalarchivare (S. 16) 

Habbo Knoch: Zeugnisse am Rand des Schweigens. Zur Neugestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen (S. 30) 

Anita Placenti: Das Archiv als „Full-Service-Stelle“. Erfahrungen rund um den Schülerwettbewerb der Körber-Stiftung (S. 37) 

Martin Stöber: „Schlossgeschichte ohne Quellen?“ Das digitale Findbuch zur Historie der Wolfsburg und der Familien von Bartensleben und von der Schulenburg (S. 40) 

Werner Strauß: Digitalisierung historischer Akten im Stadtarchiv Wolfsburg (S. 47) 

Christine Peters unter Mitarbeit von Yvonne Sowa: Adressbücher der Stadt Hannover als Beispiel für ein Digitalisierungsprojekt (S. 50) 

Michael Diefenbacher: Kosten- und Leistungsrechnung am Beispiel des Stadtarchivs Nürnberg (S. 58) 

Stefan Sudmann: Dokumentation der Neuen Sozialen Bewegungen in Kommunalarchiven (S. 66) 

AUS DER ARBEIT DER ARCHIVE 

Hans-Martin Arnoldt: Reproduktionstechnische Dienstleistungen im Niedersächsischen Landesarchiv (S. 74) 

Sabine Graf: Digitalisierung im Niedersächsischen Landesarchiv. Erste Erfahrungen mit einer neuen Aufgabe (S. 80) 

Karsten Kühnel: Das Projekt „Informationsportal Zwangsarbeit im NS-Staat“. Vorgeschichte, Inhalte, Zielsetzung und Verlauf (S. 87) 

Hans Otte: Die Archivalien sind selbst in die Hand zu nehmen. Zur Geschichte des Landeskirchlichen Archivs Hannover (S. 96) 

Anne Kathrin Pfeuffer: Aufbauarbeit im Kreisarchiv Peine (S. 113) 

Beate-Christine Fiedler: Zeitgenössische Biographie Hans Christoph von Königsmarcks (1605-1663) im NLA – Staatsarchiv Stade (S. 117) 

ANKA-ANGELEGENHEITEN 

Ulrich Räcker-Wellnitz: Wilhelmshaven – Ein Kurzporträt (S. 122) 

Heiner Schüpp: Aus der Mitgliederversammlung der ANKA e. V (S. 125) 

Programm der 47. Arbeitstagung der ANKA, 20. bis 22. April 2009 in Wilhelmshaven (S. 128) 

Sabine Maehnert: Berichte aus den Regionalgruppen (S. 130) 

Empfehlung des ANKA-Vorstands für die kommunalen Archive in Niedersachsen: Das neue Personenstandsgesetz und die Auswirkungen auf die kommunalen Archive in Niedersachsen (S. 133) 

AKTUELL UND INTERESSANT 

Runderlass des Innenministeriums zur Archivierung von Personenstandsunterlagen (S. 140) 

Anne Kathrin und René Pfeuffer: Nachgefragt – Was steckt hinter Datenbanken, DBMS und XML? Fragen einer Dipl.-Archivarin an einen Dipl.-Informatiker (S. 143) 

Heiner Schüpp und Holger Winkelmann: Umwandlung von elektronischen Verzeichnungsdaten in „izn-AIDA 2.0“ am Beispiel von Augias-Daten (S. 146) 

Wolfgang Henninger: Das Münnich-Familienarchiv im Staatsarchiv Oldenburg – ein frisch geputztes Juwel (S. 149) 

Christoph Brunken: Bestand Erw 155 Schülerverbindungen in Oldenburg erschlossen (S. 151) 

Joachim Schrape: Das Archiv der evangelisch-lutherischen Kirche St. Katharinen zu Schönemoor (S. 153) 

Danny Kolbe: Das Stadtarchiv Lüneburg verabschiedet seine Leiterin (S. 156) 

Klaus Fesche: Aufarbeitung dunkler Vergangenheit: Die Ausstellung „Wunstorf 1933“ (S. 157) 

NEU ERSCHIENEN 

TERMINE 

DAS LETZTE ZUM SCHLUSS 

Kontakt
ANKA e.V. c/o Stadtarchiv Hannover 
Am Bokemahle 14-16, 30171 Hannover 
Tel. 0511/1684-2173 
E-Mail: stadtarchiv@hannover-stadt.de 

Kontakt: Bezugsadresse (auch Abonnement-Bestellungen): 
ANKA e.V. c/o Stadtarchiv Goettingen, Hiroshimaplatz 4 
37083 Goettingen 
Tel. 0551/400-3121 
Fax 0551/400-2764
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Bergung der Kölner Archivalien schreitet voran

Am 18. und 19. März 2009 trat der vom Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma eingesetzte "Koordinierungsstab Unglücksstelle Waidmarkt\“ die ersten beiden Male zusammen. Das Gremium führt die Arbeit des Krisenstabes fort, der nach dem Einsturz des Historischen Archivs und benachbarter Gebäude gebildet worden war, um die notwendigen Sofortmaßnahmen zu steuern. Dem neu gebildeten Koordinierungsstab gehören alle relevanten städtischen Dezernenten und Amtsleiter an, außerdem die Berufsfeuerwehr sowie externe Berater. Die Leitung hat der Oberbürgermeister.

Beraten wurde über die Situation an der Unglücksstelle fünfzehn Tage nach Einsturz des Historischen Archivs und der Nachbargebäude sowie über weitere Maßnahmen. Das Abtragen von Bauschutt und die Sicherung von Archivalien gehen demnach planmäßig voran und zeigen deutlich sichtbare Erfolge. Bis zu 57 Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter Berufsfeuerwehr Köln und Freiwillige Feuerwehr, Löschgruppen aus dem Rhein-Erft-Kreis und Technisches Hilfswerk. Am Mittwoch wurden 8 LKW-Ladungen Bauschutt abtransportiert, was einer Masse von 113 Tonnen entspricht. Die Menge des seit Beginn der Bergungsarbeiten weggebrachten Baumaterials erhöhte sich damit auf bisher insgesamt 4.065 Tonnen Baumaterial (294 LKW-Ladungen). 

Es wurde wieder viel Archivgut gefunden und in circa 130 Rollcontainern abtransportiert. Unter den Fundstücken waren Reichskammergerichtsakten aus dem 17./18. Jahrhundert, Akten der französischen Verwaltung und Unterlagen der Rheinischen Eisenbahn aus dem 19. Jahrhundert, hierunter auch vereinzelt Pergamentschriften und Urkunden.

Neben der Betreuung der Menschen, die bei dem Unglück ihre gesamte Habe und ihre Wohnung verloren haben, und der Überprüfung der benachbarten Schulgebäude, ist nun die Einrichtung eines temporären Digitalisierungs- und Restaurierungs-Zentrums in der Nähe des Unglücksortes zur Sicherung der Archivalien vorrangig. Es wird voraussichtlich für fünf Jahre betrieben. Außerdem müsse die Planung für ein neues Historisches Archiv zügig fortgeführt werden, sagte Oberbürgermeister Schramma nach der ersten Sitzung des Koordinierungsstabes.

Quelle: Stadt Köln, Pressemitteilung, 18.3.2009; Pressemitteilung, 19.3.2009

Konten für den Kölner Hilfsfonds sind eingerichtet

Unmittelbar nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März haben Ulrich Soénius, Direktor des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs und Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland (LVR) einen Hilfsfonds für das Stadtarchiv vorgeschlagen.

Die Konten sind nun eingerichtet: bei der Kreisparkasse Köln, BLZ 370 502 99 unter der Konto-Nr. 33 98 49, und bei der Sparkasse Köln Bonn, BLZ 370 501 98, Konto-Nr. 19 20 19 20 18. Kontoinhaber Landschaftsverband Rheinland, Stichwort Stadtarchiv Köln. 

Hier kann für die Rettung und die Restaurierung der Archivalien aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln zweckgebunden gespendet werden.

Quelle: LVR, Pressemitteilung, 18.3.2009

Neue Fahrregalanlage im Stadtarchiv Limburg a.d. Lahn

Limburgs Bürgermeister Martin Richard und Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker nahmen den Einbau einer neuen Fahrregalanlage im Stadtarchiv Limburg an der Lahn zum Anlass, eine Zwischenbilanz der Arbeit des Stadtarchivs zu ziehen. Im Jahre 2007 wurde mit Herrn Dr. Waldecker der erste hauptamtliche Archivar der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn eingestellt (siehe Bericht vom 13.1.2008). Seit 1876 wurde das Archiv ehrenamtlich geführt, zuletzt fast 40 Jahre lang von Herrn Studiendirektor a. D. Heinz Maibach. 

Abb.: Bürgermeister Martin Richard (l.), Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker mit der ältesten Limburger Archivalie, einer Urkunde von 1278 (Foto: Stadt Limburg a.d. Lahn).

\"Bürgermeister

Durch den Einbau der neuen Fahrregalanlage wurden die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, um Akten zu übernehmen, die vorhandenen Bestände zu erschließen und der Öffentlichkeit im verstärkten Maße zugänglich zu machen. Es stehen nun 1,3 Regalkilometer zur Aufnahme von Akten zur Verfügung. Die Anlage wurde nach einer Ausschreibung zu einem Preis von 25.000 € beschafft. Bereits im Jahre 2008 konnten kostenlos Regale des Hessischen Hauptstaatsarchivs übernommen werden, die nun zur Aufnahme der umfangreichen Bibliothek des Stadtarchivs dienen. 

Bürgermeister Richard und Stadtarchivar Dr. Waldecker legen großen Wert darauf, dass das Archiv sich öffnet und bürgerorientiert arbeitet. Zu diesem Zweck wurden 10 Benutzerarbeitsplätze eingerichtet. Mittwochs ist das Stadtarchiv ganztägig für Benutzer geöffnet, darüber hinaus können weitere Termine vereinbart werden. 

Herr Dr. Waldecker wird die Öffentlichkeitsarbeit weiter verstärken. Lehrer und ihre Schüler sind im Archiv herzlich willkommen. Es besteht die Möglichkeit, Schülerpraktika im Archiv zu absolvieren. 

Darüber hinaus ist das im kommenden Jahr anstehende 1100-jährige Stadtjubiläum auch für das Stadtarchiv eine herausragende Aufgabe. Zusammen mit Lokalhistorikern erarbeitet der Archivar einen Sammelband mit Themen zur Limburger Geschichte. 

Kontakt:
Stadtarchiv Limburg a. d. Lahn
Mühlberg 2
65549 Limburg a. d. Lahn
Telefon: 06431 932367 
christoph.waldecker@stadt.limburg.de

Quelle: Stadt Limburg a.d. Lahn, Pressemitteilung, 10.3.2009

Trennung von Dokumenten und Schutt des Kölner Stadtarchivs

Von sechs Monaten bis zu einem Jahr Dauer lauten die derzeitigen Schätzungen zum Zeitraum der Bergung der verschütteten Archivalien des Historischen Archivs der Stadt Köln. Dr. Ulrich Fischer, der stellvertretende Archivleiter, erläuterte auf dem 61. Westfälischen Archivtag in Detmold gemeinsam mit dem Leiter des Technischen Zentrums des Landesarchivs NRW in Münster, Dr. Johannes Kistenich, die neu geschaffenen Strukturen der Kölner Archivverwaltung und das Vorgehen zur Bewältigung der Folgen des Einsturzes des Archivs in der Severinstraße. Bei der Bergung von Archivgut an der Unglücksstelle kommen derzeit aus Sicherheitsgründen allein die Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) zum Einsatz. Erst seit dem Auffinden des letzten der beiden verschütteten Anwohner am 12. März kann die Sicherung und der Abtransport der Archivalien im Zentrum der Arbeiten stehen. 

Die Bergung in der Einsturzstelle ist immer noch riskant. Der zunächst massiv eingebrachte Beton zur Sicherung des Untergrunds befindet sich vor allem in einer der im Bau befindlichen U-Bahnröhren. Es sei nicht damit zu rechnen, dass es umfangreiche \“Betonakten\“ in Köln gebe, also Archivgut, das mit dem Beton vermischt wurde. Die Ursache, die zum Abrutschen des Fundamentes und zum Einsturz des sechsgeschossigen Archivgebäudes führte, ist noch ungeklärt: Die rund 40 Meter hohen Bauschlitzwände, also die eingebrachten Seitenwände der 28 Meter tiefen Baugrube, könnten ebenso nachgegeben haben, wie auch ein Eindringen von Grundwasser von unterhalb der beiden U-Bahn-Röhren das Unglück ausgelöst haben könnte. Da eine der Zwischendecken aus Beton über dem U-Bahn-Tunnel gehalten habe, befinde sich glücklicherweise nur ein Teil des Archivgutes in dem Bereich, der vom Grundwasser erreicht werden könne. Das Gros der Dokumente befindet sich im Krater darüber und ist vor weiteren Beschädigungen durch Wasser und lockerem, feuchtem Rheinkies weitgehend geschützt. Die besten Erhaltungschancen haben jene Archivalien, die nicht lose, sondern gebunden gelagert worden und vor allem in Archivkartons verpackt gewesen seien.

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Abb.: Geborgene Kölner Archivalien (Foto: Rheinisches Bildarchiv der Stadt Köln / Anna C. Wagner)

Die geborgenen Dokumente werden in einem \“Erstversorgungszentrum\“ von Archivaren, Restauratoren und ehrenamtlichen Helfern vom Schutt getrennt und dabei auf vier Schadenklassen aufgeteilt. Diese leicht zu handhabende Sortierung des Archivgutes soll die rasche Weiterbehandlung und tektonische Zuordnung ermöglichen. Gerettet werden konnten beinahe sämtliche Findmittel des Kölner Stadtarchivs, so dass nach und nach eine Positivliste der wiederaufgefundenen Unterlagen erstellt werden könne, so Fischer, der sich bis 2006 im Landesarchiv NRW mit der Retrokonversion von Findmitteln beschäftigt hat. Das Kölner Stadtarchiv ist dankbar für die vielfältige Unterstützung der Archivszene in der Notsituation und bittet darum, auch Hinweise auf Digitalisate und Kopien von Kölner Archivgut dem Archiv mitzuteilen. Da die Sicherheitsverfilmungen des Stadtarchivs in großem Maße geborgen werden konnten und es zusätzlich die Möglichkeit gebe, auf die im Barbarastollen des ehemaligen Schauinsland-Bergwerks bei Freiburg zuzugreifen, könne man hier unter dem Aspekt der Überlieferungsqualität auf die Reproduktionen zurückgreifen.

Das Historische Archiv der Stadt Köln, dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich in provisorischen Büroräumen in Köln-Deutz abstimmen können, hat in den vergangenen zwei Wochen seit dem Archiveinsturz rund 1.500 Hilfsangebote per E-Mail erhalten. Auf diese fachliche Unterstützung wird es in den kommenden Monaten nach und nach zurückgreifen, um im \“Erstversorgungszentrum\“ die Sicherung, Säuberung und Sortierung des Archivgutes gewährleisten zu können.

Der Kontakt zum Historischen Archiv der Stadt Köln kann telefonisch über die Rufnummern 0221/22128746 und 0221/22124455 erfolgen sowie per E-Mail an HistorischesArchiv@stadt-koeln.de.

Historisches Archiv des Erzbistums Köln deponiert die Pergamenturkunden des Stadtarchivs

Das Historische Archiv des Erzbistums Köln hat am 12. März 2009 in einer ungewöhnlichen und logistisch aufwändigen Großaktion dem Kölner Stadtarchiv die Sorge um die 60.000 Pergamenturkunden abgenommen. Diese waren aufgrund ihrer günstigen Lagerung in einem festen Kellerraum am Rande des Archivs der Einsturzkatastrophe des Historischen Archivs der Stadt Köln glücklicherweise entgangen – und blieben zudem völlig unbeschädigt. 

Für die Aktion wurden auch die Pensionäre des Diözesanarchivs ehrenamtlich aktiviert. Die grob geordnete Einlagerung, die durch zwei bis drei Personen geschehen soll, wird mehrere Wochen dauern. Die Schätze werden voraussichtlich solange im Historischen Archiv des Erzbistums Köln lagern, bis die Stadt Köln ein neues Gebäude für das Stadtarchiv gebaut hat. 

Die Sorge gilt den noch unter den Trümmern liegenden Kulturgütern, bei deren Reinigung, Sortierung und Registrierung die Mitarbeiter des Diözesanarchivs auch – teils dienstlich im Rahmen der Amtshilfe, teils privat – mit im Einsatz sind, ebenso wie viele andere Archive aus ganz Deutschland.

Info:
Siehe dazu die Reportage des WDR über die Großaktion des Diözesanarchivs am 12.3.09: „Kaiserliches auf Tierhaut“.

Kontakt:
Historisches Archiv des Erzbistums Köln
Gereonstraße 2-4
50670 Köln
Tel: 0221/1642-5800
Fax: 0221/1642-5803
archiv@erzbistum-koeln.de
www.erzbistumsarchiv-koeln.de